31. Juli 2002

Pressemitteilung

Faltlhauser eröffnet Informationsausstellung zum Nymphenburger Schlosspark

"Mit der neuen Ausstellung rückt die Vielfältigkeit des Nymphenburger Schlossparks in den Blick. Was Besuchern nur als grüne Oase galt, wird nun als Gartenkunstwerk begreifbar", stellte Finanzminister Kurt Faltlhauser am Mittwoch (31.7.2002) in München bei der Ausstellung "Friedrich Ludwig von Sckell und Nymphenburg – Zur Geschichte, Gestaltung und Pflege des Schlossparks" fest. In der Vergangenheit hatten verschiedene Parkpflegemaßnahmen gelegentlich Anlass zu Diskussionen mit Parknutzern gegeben.

Nach eingehender persönlicher Befassung hiermit – auch im Dialog mit Interessenvertretern der Parknutzer – hatte Finanzminister Kurt Faltlhauser im Frühjahr 2001 in einer Reihe von Maßnahmen unter anderem für das Jahr 2002 eine Informationsausstellung zur Gartenpflege auf der Grundlage der Parkplanung durch Friedrich Ludwig von Sckell angekündigt, die ab heute im Herzen des Schlossparks im Geranienhaus täglich bis Ende September von 9.00 bis 18.00 Uhr bei freiem Eintritt besucht werden kann. Faltlhauser: "Die Schlösserverwaltung erklärt den Besuchern Sckells Idee und Konzeption für den Park und liefert damit die notwendigen Basisinformationen über die Grundlagen des heute fortgeltenden Parkpflegekonzepts."

Die Ausstellung in diesem historischen Geranienhaus – von Sckell selbst im Jahre 1816 als ein Pflanzenhaus für die Anzucht fremdländischer Zierpflanzen errichtet – beantwortet nach den Worten Faltlhausers beispielsweise die Fragen,

  • warum zur Erhaltung des international bedeutenden Gartenkunstwerks vor- und zurückspringende Waldränder zu erhalten sind oder

  • warum Durchblicke zwischen Gehölzpflanzen nicht zuwachsen dürfen oder

  • warum die künstlich angelegten Bodenmodellierungen nicht von Gehölzen überwuchtert werden dürfen oder

  • warum wertvolle alte Bäume wie Eichen und Linden nicht von Ahorn und Eschen erdrückt werden dürfen oder

  • warum deshalb jedes Jahr auch gesunde Bäume entfernt werden.

Der 1750 im hessischen Weilburg an der Lahn geborene Sckell war, wie Faltlhauser erinnerte, der herausragende Gartenkünstler seiner Zeit. Er starb 1823 in München. Der Künstler habe dem Landschaftsgarten englischer Prägung, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts auf dem europäischen Festland Fuß fasste, in Süddeutschland zum Durchbruch verholfen. Mit dem Englischen Garten und dem Schlosspark in Nymphenburg habe er München und den Münchnern zwei außergewöhnliche und weltbekannte Gartenkunstwerke hinterlassen. Beide Gärten befinden sich in der Obhut des Freistaates Bayern. Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen erhält diese Kulturgüter auf der Grundlage des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes durch eine bewahrende und wiederherstellende Pflege. "Ich hoffe, dass viele Gäste des Schlossparks Nymphenburg die Informationsausstellung im Geranienhaus besuchen, um auf diese Weise das Verständnis für die denkmalpflegerischen Maßnahmen der Schlösserverwaltung zu gewinnen", wünschte Faltlhauser abschließend.

Im Auftrag von König Max I. Joseph hatte Sckell zwischen 1804 und 1823 die zuvor entstandene formale Barockanlage unter Belassung der mittelaxialen Anlagenteile in einen Landschaftsgarten umgestaltet. Die regelmäßig-geometrischen Achsen- und Alleesysteme mit Wasserläufen und -becken, Heckenquartieren etc. wurden hier durch natürlich geformte Gestaltungselemente ersetzt, großflächige Wiesen mit leichten oder kräftigen Bodenwellen und Hügeln, Seen, Teiche und Bäche mit natürlich ausgeformten Ufern und Inseln sowie Wege mit geschwungenem Verlauf. Alle Gehölze wurden als Einzelbäume, Gruppen, Haine oder Waldpartien mit Lichtungen mit vor- bzw. zurückspringenden Bestandsrändern angeordnet. Mit diesem Formenkanon schuf Sckell gestalterisch differenzierte und deshalb abwechslungsreiche Landschaftsbilder, wie etwa den Blutenburger Durchblick und das Löwental. Der gartengeschichtlich bedeutsame Schlosspark Nymphenburg in München steht heute sowohl unter Denkmalschutz wie auch unter Landschaftsschutz.


Pressemitteilung 31. Juli 2002

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