17. März 2005

Pressemitteilung

Bayreuth: Bewerbung zur Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste. Neufassung des Antrags für Bayreuth

"Mit der Neufassung des Antrags steigern wir die Erfolgsaussichten für Bayreuth, als Weltkulturerbe anerkannt zu werden, deutlich. Bayreuth bietet mit dieser Bewerbung genau das, was die UNESCO sucht: Das so genannte ,'intangible cultural heritage', also das immaterielle Kulturerbe. Die Baudenkmäler der Markgräfin Wilhelmine bilden ein vorzüglich erhaltenes Ensemble, das die Ideenwelt die Bauherrin und ihrer Zeit abbildet", erklärten Finanzminister Kurt Faltlhauser und Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Donnerstag in München. Nunmehr werden neben dem Markgräflichen Opernhaus auch die anderen originären baulichen Zeugnisse der Markgräfin Wilhelmine in Bayreuth (Eremitage, Neues Schloss und – etwas außerhalb gelegen – Sanspareil) in den Antrag aufgenommen. Der neuen Konzeption entsprechend, das Schaffen der Markgräfin in Bayreuth als Gesamtkunstwerk zu erfassen, wird auch der Titel der Bewerbung neu gefasst zu "Das Markgräfliche Opernhaus und das Bayreuth der Markgräfin Wilhelmine – Die Idealwelt einer Frau zwischen Absolutismus und Aufklärung".

Die deutschen Vorschläge für die Liste des Welterbes der UNESCO werden von der Kultusministerkonferenz (KMK) gesammelt in der so genannten Tentativliste gebündelt. Bislang sieht die Liste drei bayerische Positionen vor: die Altstadt von Regensburg, den Limes und das "Markgräfliche Operhaus Bayreuth". Bayern hat bei der KMK die Neufassung beantragt. Der erweiterte Antrag soll dem Welterbezentrum der UNESCO im Lauf des Jahres 2007 zur Vorprüfung vorgelegt werden. Sowohl die Stadt Bayreuth als auch der Landkreis Kulmbach haben bereits ihre konstruktive Unterstützung bei der Erstellung des Antrags zugesichert.

"Das Markgräfliche Opernhaus und das Gesamtensemble in Bayreuth sind ein Juwel des Rokoko von Weltrang. Bayreuth ist ein würdiger Aspirant für die Aufnahme in die Liste des Welterbes", erklärte Faltlhauser, oberster Dienstherr der Schlösserverwaltung. Eine Auszeichnung als Weltkulturerbe brächte der Stadt Bayreuth und der Region sicher einen nachhaltigen Impuls, ergänzte Faltlhauser. Nach den derzeitigen Erfahrungen könne in diesen Fall mit einer spürbaren Zunahme der Besucherzahlen gerechnet werden. Goppel, der in der Staatsregierung für Fragen des Weltkulturerbes zuständig ist, erklärte, eine verlässliche Prognose, in welchem Jahr mit der Entscheidung über den Antrag gerechnet werden könne, sei derzeit nicht möglich. Die derzeit geltende Tentativliste solle jedoch voraussichtlich bis zum Jahr 2015 abgearbeitet werden.

Informationen zur Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth und ihren Bauten

Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth war eine der herausragendsten Frauenpersönlichkeiten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bekannt ist sie bis heute vor allem durch ihre Memoiren und den berührenden Briefwechsel mit ihrem Bruder König Friedrich den Großen. Hochgebildet und künstlerisch vielfältig begabt, begründete sie nach ihrer Heirat mit dem Erbprinzen Friedrich von Bayreuth in der fränkischen Residenzstadt einen in seiner Art einzigartigen "Musenhof". Er spiegelte in seiner Konzeption und Ausstattung weniger die verbreiteten Standesvorstellungen der Zeit wieder, sondern brachte auf vielfältige Weise das persönliche, von Kunst und Philosophie geprägte Weltbild der Markgräfin zwischen Absolutismus und Aufklärung zum Ausdruck. Im Laufe weniger Jahre entwickelte er sich zu einem Hof von europäischem Rang. Wilhelmine initiierte mit der Unterstützung ihres Gatten eine rege Bautätigkeit. Innerhalb von nur zwei Jahrzehnten erweiterte sie den Schlossbereich Eremitage vor den Toren der Stadt, schuf mit dem Neuen Schloss eine prachtvolle Residenz des Markgrafentums und legte den Felsengarten Sanspareil mit dem ersten Ruinentheater in der Architekturgeschichte an. Mit der Errichtung des Markgräflichen Opernhauses, der Krönung ihrer Bautätigkeit, hat sich bis zum heutigen Tag die weltweit bedeutendste historische Spielstätte des Barockzeitalters erhalten.

 

Pressemitteilung 999/2005
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Pressemitteilung 17. März 2005

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