14. April 2005

Pressemitteilung

"Museum deutscher Fayencen" in Schloss Höchstädt geplant

LfA Förderbank Bayern unterstützt neues Museum mit wertvoller Dauerleihgabe

Die Bayerische Schlösserverwaltung will ein "Museum deutscher Fayencen" einrichten. Das neue Museum soll in den ehemaligen pfalzgräflichen Wohnräumen von Schloss Höchstädt an der Donau entstehen.

Da die Restaurierung des ersten Obergeschosses jedoch noch einige Jahre andauern wird, sind bereits jetzt als Vorschau auf die künftige Schau in drei Räumen eine Auswahl südwestdeutscher Fayence-Manufakturen und einzelne prominente Stücke zu sehen. Gezeigt werden etwa 200 von insgesamt rund 1.000 Fayencen.

Das Museum soll einen lebendigen Überblick über Geschichte und Technik der Fayence geben sowie über Produktionsweise und Produkte der Manufakturen informieren und die Bedeutung der Fayence für die Tafel- und Wohnkultur der Zeit anschaulich machen.

Den Grundstock der bedeutenden Sammlung deutscher Fayencen bilden die 1989 bis 1991 erworbene Sammlung Nottbohm sowie die Bestände der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.

Als besonderes Highlight wird eine gedeckte Tafel mit Straßburger Fayencen des 18. Jahrhunderts (ca. 1725-1740) präsentiert. Neben auch heute gebräuchlichen Tellern, Platten, Schalen und Terrinen wurden damals große Tafelaufsätze verwendet, die ihrerseits als Untersatz von Terrinen oder Schalen dienten. Eine festliches Mahl bestand im 18. Jahrhundert aus mehreren Gängen mit verschiedenen Suppen, Fleisch- und Fischgerichten sowie Süßspeisen, Konfekt und Obst. Letztere wurden oft auf hohen Tafelaufsätzen, so genannten Pyramiden, angeboten.

Ähnliche Inszenierungen mit Fayencen wie etwa in Wohnräumen oder in einer Küche sind auch für das kommende Fayencenmuseum geplant.

Neu in Höchstädt zu bewundern: Restaurierter Fassadenschrank im Ohrmuschelstil

Neben den Fayencen zeigt die Schlösserverwaltung auch ein wertvolles Möbel, das später ebenfalls im Fayencenmuseum seinen Platz finden wird: ein Augsburger Fassadenschrank aus der Zeit um 1660. Der fast drei Meter hohe Nussbaumschrank ist eine Dauerleihgabe der LfA Förderbank Bayern. Die Schlösserverwaltung hat die umfangreiche Restaurierung übernommen. Zu diesem überreich im Ohrmuschelstil geschnitzten Möbel existiert nur ein gleichrangiges Gegenstück, das im Königsschloss auf dem Wawel in Krakau steht.

Aufwändig geschnitzte Fassadenschränke mit ihrer typischen, an Architekturfassaden angelehnten Dekoration gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen barocker Möbelkunst. Solche Schränke standen in großen, repräsentativen Räumen und dienten der Aufbewahrung von kostbarem Geschirr, Silber und anderen Preziosen.

 

Presseinformationen:
Ines Treffler, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 14. April 2005

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