31. Mai 2005

Pressemitteilung

Eröffnung der Miniaturenausstellung der Stiftung Nottbohm

Faltlhauser: Miniaturensammlung auf Weltniveau bereichert Residenz München

"Die Residenz München glänzt mit einem neuen Juwel: Die einzigartige Miniaturenausstellung der Stiftung Nottbohm bereichert die weltberühmten Exponate und Sammlungen der ehemaligen Residenz der Wittelsbacher. Hierfür ist dem unermüdlichen Sammeleifer und der Großzügigkeit der Familie Nottbohm herzlich zu danken", erklärte Finanzminister Kurt Faltlhauser bei der Eröffnung der neuen Dauerausstellung "Europäische Miniaturen: Sammlung Nottbohm" der Bayerischen Schlösserverwaltung in der Residenz München am Dienstag (31.5.).

Wenn der neue Schauraum auch nicht zu den größten Räumen zählt, die man in der Residenz besichtigen kann, handelt es sich doch um einen der kostbarsten: Er beherbergt annähernd 80 Miniaturen aus der Sammlung Nottbohm, die nun die bereits bestehende Miniaturensammlung der Residenz erheblich bereichern. "Für die Residenz bedeutet die Eröffnung einen besonderen Augenblick: Erstmals ist wieder ein Sammlungsbestand hier vertreten, der in keinem fürstlichen Haus fehlen sollte: die Porträtminiatur", betonte Faltlhauser.

Die Geschichte der Porträtminiatur, wie sie in der Sammlung Nottbohm umfassend ausgestellt wird, beginnt im 16. Jahrhundert. Faltlhauser erinnerte an die eindrücklichen Bildnisse Lucas Cranachs, die dieser mit Ölfarben als kleinformatige Medaillons etwa von Erasmus von Rotterdam angefertigt hatte. Ausgehend von diesem ersten künstlerischen Höhepunkt nahm die Bildnismalerei im Miniaturformat in allen Ländern Europas eine an Glanzpunkten reiche Entwicklung. In der Blütezeit der Miniaturmalerei im 18. Jahrhundert, als elegante Virtuosität alles galt, war eine Perfektion erreicht worden, die den Betrachter heute nur in Staunen versetzen kann.

Das Kunsthandwerk der Miniaturenmalerei begann schon bei der Wahl des Malgrunds. Feinst geschliffene Elfenbeinplättchen waren gerade gut genug, um zu einer makellosen Oberflächenwirkung zu gelangen. Hauchdünnes Pergament oder glänzende Silberplättchen mussten verarbeitet werden, um mit ihrem metallischen Ton durch die Farbschicht hindurchzuschimmern und den Kunstwerken so eine ungewohnte Leuchtkraft zu geben. Für die Pinsel wurden Marderhaare bevorzugt, da sie genau die richtige Elastizität hatten, um die haarfeinen Striche auszuführen. Realisierbar war solche Malerei bei den oft nur wenige Zentimeter großen Formaten in der Regel nur mit Hilfe von Lupen.

"Die Sammlung hat das Potenzial, einmal ein großes, internationales Miniaturenmuseum zu werden", stellte Faltlhauser fest und erinnerte anlässlich der Ausstellungseröffnung an die großen Verdienste des Ehepaars Helga und Klaus Nottbohm: Die beiden passionierten Sammler hatten zunächst eine museale Kollektion deutscher Fayencen zusammengetragen. In einer großzügigen Geste konnte die Sammlung zu moderaten Bedingungen von der Schlösserverwaltung angekauft werden. Der Ertrag aus diesem Verkauf war der Grundstock der folgenden Sammeltätigkeit. Vor allem der Energie, den Fachkenntnissen und dem enormen finanziellen Aufwand von Herrn Nottbohm ist es zu verdanken, dass inzwischen eine Sammlung von Porträtdarstellungen und anderen Themen zusammengetragen wurde, die einen Vergleich auf Weltniveau nicht zu scheuen braucht. Ein kleinerer Teil der Sammlung wurde von der Schlösserverwaltung käuflich erworben. Eine große Gruppe seiner Sammlung hat Herr Nottbohm dem Residenzmuseum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt beziehungsweise der Schlösserverwaltung in Form einer Schenkung übereignet. Frau und Herr Nottbohm werden schließlich eine bedeutende Gruppe wertvoller Miniaturen in die neu errichtete Nottbohmstiftung als Leihgaben einbringen. Die Stiftung ist bei der Schlösserverwaltung angesiedelt und dient allein dem Zweck, Leihgaben dauerhaft zu Ausstellungszwecken in der Residenz zur Verfügung zu stellen; sie wurde von Herrn Nottbohm mit einem Grundkapital von 50.000 Euro ausgestattet.

Auch die von der Schlösserverwaltung von Herrn Nottbohm erworbene Sammlung deutscher Fayencen wurde von ihm mit einer großzügigen Schenkung von weiteren 25 Fayencen, einer Leihgabe von zwölf bedeutenden Fayencen sowie einer Spende von 15.000 Euro bedacht. Vor wenigen Wochen durfte die Schlösserverwaltung vier weiteren Fayencen als Leihgaben in Empfang nehmen, die die Sammlung vortrefflich bereichern.

Als Zeichen des Dankes händigte Faltlhauser den Eheleuten die "Ludwig I.-Medaille" aus. Die Medaille wird für Verdienste um die bayerischen Schlösser, Gärten und Seen und damit um den Kulturstaat Bayern verliehen. Die "Ludwig I.-Medaille" besteht aus Silber und hat einen Durchmesser von 40 mm. Auf der Vorderseite ist ein Portrait Ludwig I., König von Bayern, und auf der Rückseite die Glyptothek am Königsplatz in München abgebildet.

Die Residenz ist in den Sommermonaten täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. In einer Sonderaktion zur Eröffnung ist die neue Dauerausstellung "Europäische Miniaturen: Sammlung Nottbohm" bis Sonntag, 12. Juni 2005, ganztägig zu besichtigen; ab 13. Juni 2005 kann sie im Vormittagsrundgang besucht werden.

Am Freitag, 3. Juni 2005, 15 Uhr und Sonntag, 5. Juni 2005, 11 Uhr, bietet die Schlösserverwaltung Sonderführungen durch die Sammlung Nottbohm an.

 

Pressemitteilung 131/2005
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Pressemitteilung 31. Mai 2005

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