4. Mai 2006

Pressemitteilung

Restaurierte Wandteppiche hängen wieder auf der Burg Prunn

Prunner Tapisserien werden neu auf der mittelalterlichen Burg bei Riedenburg präsentiert

Zwei Prunner Tapisserien kehren nach einem Jahr auf die Burg bei Riedenburg zurück. Die Bayerische Schlösserverwaltung präsentierte am Donnerstag (4. Mai) die beiden gereinigten und restaurierten Prunner Bildteppiche. Die zwei Tapisserien mit alttestamentlichen Szenen des 17. Jahrhunderts sind für die Besucher ab Samstag (6. Mai) im so genannten Schwurzimmer (Raum 8) auf Burg Prunn wieder zu sehen. Sie waren im vergangenen Jahr abgenommen, gereinigt und restauriert worden. Über 40 Winter mit Temperaturschwankungen, Frost und Feuchtigkeit hatten den beiden über 300 Jahre alten Tapisserien stark zugesetzt.

Um die Prunner Tapisserien, wie gewirkte Bild- und Wandteppiche im Fachjargon heißen, auf Dauer vor weiteren Alterungsschäden zu bewahren, hängen sie nun nicht mehr senkrecht, sondern leicht schräg und plan. Dadurch wird nicht nur verhindert, dass die Teppiche an Form verlieren, sondern es wird auch der schädliche Luftdurchzug vermieden, der Staub aus der Luft in die Teppiche zieht. Darüber hinaus werden die Tapisserien künftig – wie bereits die Gemälde der Burg Prunn – über die Wintersaison in einem klimatisch stabileren Raum deponiert, um Schäden durch zu große Klimaschwankungen und Frost fern zu halten.

Zur Reinigung zu einer Spezialfirma nach Belgien

Eine Spezialfirma im belgischen Mechelen übernahm die Reinigung der Wandteppiche. Dies ist der einzige Ort in Europa, wo Tapisserien fachgerecht und schonend mit einem speziellen Verfahren gereinigt werden können. Gereinigt wird mit Aerosolnebel auf einem Unterdrucktisch, so dass die Tapisserie nicht durchfeuchtet wird. Staub und Verunreinigungen lösen sich schonend aus den Fasern.

Nach der Reinigung wurden die über 300 Jahre alten Tapisserien restauriert. Alte, unsachgemäß ausgeführte Stopfungen wurden getrennt und erneuert, fragile Partien wurden mit Hilfe von Unterlegstoff gesichert. Der äußere, gewebte Rahmen der Tapisserien, der so genannte Galon (frz.), wurde an Fehlstellen je nach noch vorhandenen Fasern mit farblich eingestimmter Seide ergänzt.

Die Geschichte der Prunner Tapisserien – von München nach Riedenburg

Die Tapisserien aus Wolle und Seide stammen vermutlich aus Säkularisationsgut, das heißt aus ehemaligem Kirchenbesitz, das 1803 während des Reichsdeputationshauptschlusses enteignet wurde. Die beiden rund 2 Meter langen und 1,30 Meter breiten Tapisserien waren seither in Münchner Hofbesitz.

In den 1960er-Jahren wurden die Tapisserien zur Wiedereinrichtung der Burg Prunn aus der Residenz München nach Prunn gebracht, da sie sich mit ihrem für Tapisserien kleinen Format und ihrem vergleichsweise "rustikalen" Erscheinungsbild in das Ambiente der spätmittelalterlichen Burg harmonisch einfügen.

 

Presse-Informationen:
Ines Treffler, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 4. Mai 2006

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