23. Oktober 2006

Pressemitteilung

Meyer: "Nach der Restaurierung ist vor der Restaurierung!"
Größtes einteilig gemaltes Fresko der Welt wieder zu besichtigen

Nach Jahren von Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen ist das größte jemals gemalte einteilige Deckenfresko der Welt wieder zu besichtigen. Das von Giovanni Battista Tiepolo in den Jahren 1752/53 mit den "vier Kontinenten" ausgemalte Treppenhausgewölbe in der Residenz in Würzburg zeigt sich nach der aufwändigen Restaurierung in seinem ursprünglichen Glanz – gerade rechtzeitig zum Ehrenfest, stellte Finanzstaatssekretär Franz Meyer in Vertretung von Finanzminister Kurt Faltlhauser bei einem Staatsempfang zum Jubiläum "25-Jahre UNESCO-Weltkulturerbe" am Montag (23.10.) fest.

"Nach der Restaurierung ist vor der Restaurierung", betonte Meyer. Im Anschluss an die Restaurierung des Deckenfreskos im Treppenhaus mit einer Gewölbefläche von 677 Quadratmetern wird nun mit der Restaurierung des Kaisersaales der Residenz begonnen. Die Gerüste stehen bereits und die ersten Restauratoren haben ihre Arbeit aufgenommen. In diese Restaurierung könnten die Erfahrungen aus den Arbeiten im Treppenhaus einfließen. Meyer rechnet mit dem Abschluss der Restaurierung des Kaisersaales bis zum Frühjahr 2009. Insgesamt stünden der Bayerischen Schlösserverwaltung und somit dem Staatlichen Hochbauamt in Würzburg für die Restaurierung von Kaisersaal und Treppenhaus 5,9 Millionen Euro zur Verfügung, wovon für das Treppenhaus 3,3 Millionen Euro verwendet wurden. Angesichts der überragenden Bedeutung der Residenz Würzburg als UNESCO-Weltkulturerbe seien die angefallenen Kosten eine hervorragende Investition in den Kulturstaat Bayern, hob Meyer hervor.

1720 wurde im Auftrag von Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn der Grundstein für die neue Residenz der Würzburger Fürstbischöfe gelegt. Diesem einzigartigen Bauwerk werde weltweit ein hoher kultureller Wert beigemessen, was genau vor 25 Jahren, im Jahr 1981, mit der Aufnahme der Residenz Würzburg in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes bestätigt worden sei. Die Residenz Würzburg ist damals erst das dritte Bauwerk in Deutschland nach den Domen in Aachen und in Speyer gewesen, dem diese Ehre zuteil wurde. Mittlerweile tragen 32 deutsche Kulturschätze das begehrte UNESCO-Siegel.

In dem von Balthasar Neumann errichteten Gewölbe des Kaisersaals gab 1751/52 der berühmteste Freskomaler des 18. Jahrhunderts, der Venezianer Giovanni Battista Tiepolo, mit der Ausmalung sein Debüt nördlich der Alpen. Dabei fand sein Werk so großen Anklang, dass ihm der Fürstbischof anschließend auch die Ausgestaltung der Wölbung des Treppenhauses anvertraute.

Die Residenz in Würzburg zählt zu den bedeutendsten architektonischen Schöpfungen des Barocks und darf im gleichen Atemzug mit Versailles bei Paris oder Schönbrunn bei Wien genannt werden, merkte Meyer an.

 

Pressemitteilung 295/2006
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Pressemitteilung 23. Oktober 2006

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