16. Oktober 2007

Pressemitteilung

Ausstellung "KaiserRäume – KaiserTräume" mit großem Erfolg beendet

Am vergangenen Sonntag ist die Ausstellung "Kaiserräume – Kaiserträume" in der Neuen Residenz in Bamberg mit einem Besucheransturm zu Ende gegangen. Insgesamt besuchten mehr als 25.000 Besucher die Sonderschau. Während der Ausstellungszeit restaurierte die Bayerische Schlösserverwaltung die Kaiserzimmer und präsentierte neueste Forschungsergebnisse.

In "Offenen Werkstätten" erlebten die Besucher drei Monate lang live die Arbeiten an der Innenausstattung des Schlosses. Zudem konnten sie sich über die Forschungsergebnisse zum Verhältnis der Bamberger Fürstbischöfe der Barockzeit zum Kaiser informieren. Die Forschungen gaben Aufschluss über das höfische Zeremoniell im 17. und 18. Jahrhundert und zur Notwenigkeit, eine bestimmte Raumfolge für den eventuellen Besuch des Reichsoberhauptes vorzuhalten.

"Die Besucherzufriedenheit war eines unserer wichtigsten Ziele"

"Die Besucherzufriedenheit war bei dieser Ausstellung eines unserer wichtigsten Ziele", resümierte der Vizepräsident der Bayerischen Schlösserverwaltung Dr. Johannes Erichsen am Mittwoch in Bamberg. Er fügte hinzu: "Dieses Ziel haben wir erreicht, wie die überaus positiven Rückmeldungen sowie Gästebucheinträgen beweisen. Wir konnten einer breiten Öffentlichkeit zeigen, dass und auch wie in der Neuen Residenz restauriert wird." Die Kompliziertheit solcher Maßnahmen den Besuchern nahe zu bringen habe den Ausstellungsmachern besonders am Herzen gelegen.

Katharina Heinemann von der Ausstellungsleitung zeigte sich sehr erfreut darüber, dass das Restaurierungskonzept bei den Besuchern ankam: "In den Kaiserzimmern wird der Zustand ihrer letzten Nutzung als Wohn- und Repräsentationsräume für das bayerische Thronfolgerpaar Rupprecht und Marie Gabriele erhalten". Sie betonte: "Wir konnten den Besuchern erfolgreich vermitteln, dass damit die wenigsten Substanzveränderungen verbunden sind und auch die barocke Pracht der Raumfolge nicht verloren gehen wird." Wichtig war den Ausstellungsmachern auch, ein Verständnis bei den Besuchern für eine Neuinterpretation der prachtvollen und umfangreichen Bilderwelt in Kaisersaal und den Kaiserzimmern zu wecken, was mit zahlreichen Sonderführungen und Vorträgen geglückt ist.

Erleichtert stellte Dr. Katrin Janis , die Leiterin des Restaurierungszentrums der Bayerischen Schlösserverwaltung fest, dass es zudem gelungen ist, höchst komplexe Zusammenhänge in einer konzentrierten Ausstellung zusammenzufassen und dem Publikum verständlich zu präsentieren. Sie lobte die hohe Qualität der Vermittlung der Forschungs- und Restaurierungsarbeiten während der Ausstellung. "Wir haben bei den Bambergern die Neugierde auf die endgültige Wiedereröffnung des Kaiserappartements geweckt", sagte Janis.

Die Eröffnung ist nach weiteren Restaurierungsarbeiten für 2009 geplant.

Bilanz der Restaurierung während der Ausstellung

Die Besucher konnten während der Ausstellung "KaiserRäume – KaiserTräume" die Fortschritte und einige Endergebnisse der Restaurierungsmaßnahmen in den Kaiserzimmern der Neuen Residenz erleben. Das Kaiserappartement mit dem Kaisersaal, den beiden Vorzimmern, dem Audienzzimmer, der "Retirade" und einem Kabinett, das Teil des ehemaligen Schlafzimmers war, ist die bedeutendste Raumfolge innerhalb der Bamberger Residenz. Hier spiegelt sich nicht nur die Herrlichkeit des Alten Reichs wieder, auch eindeutige Mahnungen an den Kaiser finden sich in den Malereien, vor allem des Kaisersaals.

Die im Rahmen der Ausstellung durchgeführte Restaurierung des wertvollen Parkettbodens in der "Retirade" ist nunmehr abgeschlossen, dem unmittelbar an das Audienzzimmer grenzenden Rückzugsgemach des Kaisers. Das hier verlegte Marketerieparkett war und ist Luxus für höchste Ansprüche. Einem Puzzle vergleichbar setzt es sich aus unterschiedlichen Teilen und Materialien zusammen, die auf einem nicht sichtbaren Träger, dem Blindholz, aufleimt werden. Diese Böden sind selten und stellen einen gestalterischen Höhepunkt der Parkettkunst dar.

Bis zum letzten Ausstellungstag wurde noch fieberhaft am Deckengemälde "Sturz der Giganten" aus dem zweiten kaiserlichen Vorzimmer gearbeitet, das nun ebenfalls fertig restauriert ist. Die Fehlstellen des Gemäldes wurden gekittet und anschließend farblich retuschiert.

Die Restaurierung der vier Lüster des Kaiserappartements wurde abgeschlossen, einer der Prunkleuchter hängt bereits wieder an seinem angestammten Platz in einem Kabinett. Zwei weitere sind gereinigt, restauriert und warten in der Werkstatt noch darauf, das ein paar wenige Fehlteile ergänzt werden.

Die Bildhauer der Schlösserverwaltung haben einige fehlende Partien an den Supraporten, den über den Türen befindlichen Teilen der hölzernen Wandvertäfelung, aus Lindenholz nachgefertigt und wieder an den richtigen Stellen angebracht. Sie wurden vor den Augen der Besucher mit Goldpigmenten neu überzogen. Die Wandvertäfelung im ehemaligen kaiserlichen Audienzzimmer wurde gereinigt und die Farbfassung restauriert. Die schadhaften Stellen und Risse der höchst wertvollen Wandbespannung dieses Raums aus rotem Halbseidendamast wurden in mühevoller Kleinarbeit unterlegt und vernäht.

Mit Hingabe widmeten sich in diesen letzten Ausstellungstagen die Restauratoren den Arbeiten an einem Schreibsekretär aus dem 18. Jahrhundert, dessen Oberfläche in Rosenholz, Palisander und Nussbaum aufwändig gestaltet ist.

Im historischen Teil der Ausstellung wurde das weltliche Regiment im ehemaligen Fürstbistum Bamberg thematisiert. Dabei wurde auf die politische Bedeutung des Bamberger Bischofs Lothar Franz von Schönborn eingegangen, der als Mainzer Kurfürst maßgeblich die Wahl Kaiser Karls VI. bestimmte. Es wurde den Besucher auch vor Augen geführt, wozu eine ganz bestimmte Raumfolge als Gastwohnung für den Kaiser diente und warum zahlreiche Fürsten eine solche in ihren eigenen Schlössern einbauen ließen. Einen letzten königlichen Glanz erlebte die Residenz um 1900 als Kronprinz Rupprecht von Bayern mit seiner Gemahlin Marie Gabriele hier wohnte und deren Sohn Luitpold als zukünftiger Thronfolger in Bamberg zur Welt kam.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 16. Oktober 2007

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