18. September 2007

Pressemitteilung

Schlösserverwaltung kauft seltenen Holzschnitt für Schloss Neuburg

Neuerwerbung zeigt Ottheinrich in der Sänfte / Bild ist ab Mittwoch dauerhaft im Ottheinrich-Saal ausgestellt

Ein seltener Holzschnitt erweitert ab sofort die Ottheinrich-Sammlung im Schloss Neuburg an der Donau . Die wichtige Neuerwerbung ist ab Mittwoch (19. September) dauerhaft im Ottheinrich-Saal des Schlosses ausgestellt. Das sehr qualitätsvolle Original tritt an die Stelle einer bisher im Museum gezeigten Reproduktion. Der rund 30 Zentimeter hohe und fast 70 Zentimeter breite Holzschnitt aus dem Jahr 1556 zeigt den Einzug des Kurfürsten Ottheinrich in der Sänfte.

Die Bayerische Schlösserverwaltung konnte das großformatige Bild bereits im Frühjahr ankaufen, vor der Präsentation wurde es jedoch noch restauriert. Die für Schloss Neuburg zuständige Museumsreferentin Dr. Brigitte Langer freut sich, das neue Ausstellungsstück nun zeigen zu können: "Die plastische Präsenz und Ausdruckskraft des Originals ist besonders eindrucksvoll."

Prachtvoller Einzug im Zeremoniengefährt

Auf dem Holzschnitt ist Ottheinrich von Pfalz-Neuburg (1522-1559) in einer herrschaftlichen, mit kostbaren Textilien ausstaffierten Sänfte zu sehen. Sie wird von zwei reich geschmückten Pferden getragen und von einem Hauptmann und sechs modisch gekleideten Landsknechten mit Hellebarden begleitet. Vermutlich entstand die Darstellung im Zusammenhang mit Ottheinrichs Einzug als Kurfürst von der Pfalz in Heidelberg 1556. Darauf verweist nicht nur das Datum des Holzschnitts, sondern auch der Reichsapfel am Kopfschmuck der Pferde. Vollbart und die sprichwörtliche Leibesfülle seiner späten Jahre charakterisieren den mit Barett und pelzverbrämtem Mantel prächtig gekleideten Fürsten. Die Leibesfülle hinderte ihn wohl auch daran, selbst zu Pferde einzuziehen, und veranlasste ihn, auf das Zeremoniengefährt der Sänfte zurückzugreifen. Bezeichnet ist das Bild mit dem Monogramm des Meisters Michael Ostendorfer (um 1490-1559).

Ottheinrich – ein typischer Renaissancefürst

Der Wittelsbacher Pfalzgraf Ottheinrich, erster Landesherr des kleinen Fürstentums Pfalz-Neuburg und Bauherr des mächtigen Neuburger Residenzschlosses, ist bis heute eine faszinierende Figur der Geschichte. Prächtige Hofhaltung und bedeutende Kunstsammlungen weisen ihn als typischen Renaissancefürsten aus, sein Bekenntnis zum Luthertum und die Einführung der Reformation verweisen auf die konfliktreichen Themen seiner Zeit. Später Triumph war ihm sein lang ersehntes, zwar kurzes, aber produktives Wirken als Kurfürst von der Pfalz, an das noch der berühmte Ottheinrichbau des Heidelberger Schlosses erinnert.

Das Museum "Fürstentum Pfalz-Neuburg"

Das Museum "Fürstentum Pfalz-Neuburg" in Schloss Neuburg an der Donau wurde im Juni 2006 in neuer Konzeption und Gestaltung eröffnet. Das eindrucksvolle Panorama über vier Jahrhunderte fürstlicher Kunst und Geschichte entfaltet sich in den einstigen Wohn- und Staatsräumen der Pfalz-Neuburger Fürsten. Rund 550 Kunstwerke – Porträts und wertvolle Bildteppiche, Waffen, Möbel und kostbares Kunsthandwerk – veranschaulichen ein spannendes Kapitel pfalz-bayerischer Geschichte mit europäischen Bezügen.

Zur Besichtigung im prachtvoll renovierten Schloss lädt auch die 2005 eröffnete Staatsgalerie Flämische Barockmalerei ein, mit Meisterwerken von Peter Paul Rubens, Jan Brueghel d. Ä., Anthonis van Dyck und vielen anderen Meistern.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 18. September 2007

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