15. März 2007

Pressemitteilung

Wie zu Zeiten der bayerischen Kurfürsten

Große Galerie im Neuen Schloss Schleißheim wieder authentisch eingerichtet

Nach aufwendigen Restaurierungsmaßnahmen präsentiert die Bayerische Schlösserverwaltung die Große Galerie im Neuen Schloss Schleißheim wieder wie zu kurfürstlichen Zeiten. Das Herzstück des Schlosses zeigt sich ab sofort wieder in der authentischen Ausstattung des 18. Jahrhunderts. "Nun ist in der Großen Galerie die fürstliche Pracht dieses Festsaales erlebbar", sagt die zuständige Museumsreferentin, Dr. Brigitte Langer. Die Große Galerie ist der Höhepunkt der beeindruckenden Raumfolge von großen Sälen und Festräumen.

Glaslüster des Rokoko und kurfürstliche Konsoltische

Fünf kostbare böhmische Glaslüster des Rokoko und sechs geschnitzte Konsoltische aus der Epoche des Kurfürsten Max Emanuel sind nach vielen Jahren der Abwesenheit wieder an ihrem Bestimmungsort. Sorgfältig restauriert vervollkommnen sie den prächtigen Gesamteindruck der berühmten Bildergalerie Max Emanuels.

Die Ernst von Siemens Kunststiftung ermöglichte durch ihre großzügige finanzielle Förderung im vergangenen Jahr die Restaurierung dieser bedeutenden Kunstwerke.

Glaslüster aus fast 2.500 Glasteilen verbreiten festlichen Glanz

Die fünf rund 1,70 Meter hohen monumentalen Glaslüster gehören seit der Mitte des 18. Jahrhunderts als Kurfürst Max III. Joseph sie in Wien erwarb zur Ausstattung der Großen Galerie. Damals galten Kronleuchter mit reichem Glasbehang als größter Luxus. Sie waren ausschließlich den Festsälen vorbehalten und wurden nur bei besonderen Anlässen entzündet. Die um 1750 entstandenen Schleißheimer Lüster sind besonders frühe und besonders prächtige Beispiele ihrer Art.

Restaurierung mit kriminalistischem Spürsinn

Die Restaurierung der Lüster erforderte ganz besondere Aufmerksamkeit. Mit höchster Geduld und Akribie musste das ursprüngliche Programm des Glasbehangs rekonstruiert werden. Jeder Lüster umfasst nicht weniger als 2.450 einzelne Glasteile.

Durch frühere Reinigungs- und Reparaturmaßnahmen war dieser Behang verändert und zudem auch dezimiert worden. Die versilberten Gestelle wurden restauriert, die Glasteile gereinigt, neu verdrahtet und in die richtige Ordnung gebracht. Besonders aufwendig war die Nachfertigung verlorener Glasteile, die in kleinen Handwerksbetrieben im traditionsreichen böhmischen Lüsterzentrum Kamenicky Senov (Tschechien) nach den Originalmustern in Handarbeit hergestellt wurden.

Tonnenschwere Meisterwerke der Hofkunst in Bayern

Die vergoldeten Konsoltische sind Meisterwerke der Münchner Hofkunst der Barockzeit. Sie wurden im Auftrag Kurfürst Max Emanuels 1722-25 vom Hofbildhauer Johann Adam Pichler nach Entwürfen des Schleißheimer Schlossarchitekten Joseph Effner für die Große Galerie geschnitzt und 1761 um ein weiteres Tischpaar ergänzt. Aufwendig restauriert wurden nicht nur die Tischgestelle. Die mehrfach gebrochenen, besonders dicken und enorm schweren Tischplatten aus Tegernseer Marmor – eine Rarität – stellten ein besonderes Problem dar.

Nach der Wiederaufstellung der prachtvollen "Bildhauermöbel" zählt die Schleißheimer Galerie – zusammen mit den Reichen Zimmern in der Münchner Residenz und der Amalienburg im Nymphenburger Schlosspark – zu den glanzvollen Orten, an denen sich diese besondere Eigenart der bayerischen Hofkunst am eindrucksvollsten präsentiert.

Das Neue Schloss Schleißheim – ein Juwel europäischer Barockkunst

Die Schlossanlage Schleißheim gehört zu den größten und eindrucksvollsten Residenzen der Wittelsbacher in Bayern. Kurfürst Max Emanuel ließ seit 1701 das Neue Schloss errichten, dessen von bayerischen, italienischen und französischen Künstlern ausgestattete Festsäle und Prunkappartements zu den bedeutendsten Leistungen europäischer Barockkunst zählen. Charakteristisch hierfür ist die Große Galerie, in der sich Deckenmalereien des Venezianers Jacopo Amigoni und französische Stuckarbeiten, flämische und italienische Barockgemälde, böhmische Glaslüster und bayerische Möbelkunst zu einem eindrucksvollen Ensemble verbinden.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 15. März 2007

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