23. August 2007

Pressemitteilung

Trockene Füße für Gartenbesucher und Obstbäume – Bayerische Schlösserverwaltung saniert historische Entwässerungskanäle im Hofgarten Veitshöchheim

Im Hofgarten Veitshöchheim werden momentan die unterirdischen Entwässerungskanäle im südlichen Teil des Gartens in Stand gesetzt. Mit dieser aufwändigen Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahme wird verhindert, dass die Wege aufweichen und die Obstbaumquartiere versumpfen.

Viele der aus Sandstein gemauerten Kanäle, die den ganzen Hofgarten unterhalb der Erdoberfläche durchziehen, stammen noch aus dem 18. Jahrhundert und stellen ein bedeutendes Zeugnis der wasserbaulichen und technischen Ingenieurleistung vergangener Tage dar. Der Bau von Entwässerungskanälen war bei der Anlage des Hofgartens notwendig geworden, da große Mengen Wasser an der Hangseite aus dem Untergrund traten. Bereits vor 1720 wurden deshalb diese Quellen gefasst und das Wasser gezielt in Seen geleitet, um ein Versumpfen des Geländes zu vermeiden und das Absterben der jungen Obstbäume zu verhindern. Die aus Natursteinen gemauerten und mit Steinplatten abgedeckten Entwässerungskanäle waren also die Voraussetzung, dass Bäume, Sträucher und Hecken bei dem hohen Grundwasserstand überhaupt gedeihen konnten. Außerdem wird das gesammelte Wasser für die Wasserkünste im Veitshöchheimer Hofgarten genutzt.

Im Laufe der Zeit mussten die Entwässerungskanäle immer wieder gereinigt und repariert werden. Die letzte große Sanierung des gesamten Kanalnetzes fand in den 1880er Jahren statt. Mittlerweile sind größere Teile des Kanalnetzes im südlichen Teil des Gartens erneut durch Sandablagerungen und eingewachsene Wurzeln verstopft. Das Wasser kann nicht mehr richtig ablaufen, so dass der Boden der Obstbaumquartiere immer mehr durchnässte und ein Absterben der Hecken und Obstbäume drohte.

Die derzeitigen Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten zielen darauf ab, die Funktionsfähigkeit der Kanäle wieder herzustellen. Hierzu werden die Entwässerungskanäle freigelegt und die Abdeckplatten abgenommen. Eingewachsene Gehölzwurzeln werden beseitigt, Sedimente auf der Kanalsohle entfernt und das Mauerwerk in Stand gesetzt.

Diese Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten werden voraussichtlich noch bis Oktober andauern. Nach dem Abschluss der Arbeiten wird das jahrhundertealte Drainagesystem im südlichen Teil des Gartens wieder voll funktionsfähig sein.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 23. August 2007

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