28. Oktober 2008

Pressemitteilung

Huber bestellte neuen Leiter der Bayerischen Schlösserverwaltung

"Herzlichen Glückwunsch! Alles Gute für die neue, verantwortungsvolle Aufgabe." Mit diesen Worten händigte Finanzminister Erwin Huber das Schreiben zur Bestellung zum neuen Leiter der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen an Dr. Johannes Erichsen mit Wirkung vom 1. November 2008 aus. Der bisherige Vizepräsident der Schlösserverwaltung wird Nachfolger von Egfried Hanfstaengl, der mit Ablauf des Monats Oktober in den Ruhestand tritt. "Die Kenntnisse und Fähigkeiten von Dr. Erichsen sowie seine Vertrautheit mit der Schlösserverwaltung befähigen ihn in hohem Maße für diese verantwortungsvolle Aufgabe im Interesse des Kulturstaats Bayern", stellte Huber fest.

Dr. Erichsen habe sich, so Huber, bereits in vielen herausragenden Funktionen bestens bewährt. Der in Langenberg/Thüringen geborene Konservator – Jahrgang 1946 – studierte an den Universitäten Bonn, Köln, Freiburg i. B., Würzburg, München, Berlin und Rom Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte. Nach einem Volontariat bei der Schlösserverwaltung in 1975/1976 war er als wissenschaftlicher Angestellter bzw. Konservator beim Haus der Bayerischen Geschichte tätig. Von 1994 bis 1998 war er dann an das Kultusministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Vorbereitung der dortigen Landesausstellung abgeordnet. Nach seiner Rückkehr war er als Referent für Ausstellungskonzepte und das Bildarchiv wieder beim Haus der Bayerischen Geschichte tätig ehe er zum August 2001 als Leiter der Museumsabteilung zur Bayerischen Schlösserverwaltung wechselte. Zum 1. April 2004 wurde er zum Vizepräsidenten ernannt.

Als Hofverwaltung der Kurfürsten und der Könige entstanden, ist die Bayerische Schlösserverwaltung heute mit 45 Schlössern, Burgen und Residenzen einer der größten Museumsträger der Bundesrepublik Deutschland. Die einzigartigen Ensembles europäischer Architektur gepaart mit reichhaltiger künstlerischer Ausstattung ziehen jährlich über fünf Millionen Besucher aus aller Welt an. Dazu kommt noch ein ganz besonderes geschichtliches Erbe: die vielen prachtvollen Hofgärten, Schlossparks, Gartenanlagen und Seen – insgesamt 27 historischen Gartenanlagen und 21 Seen bayernweit. Die Objekte sind als nationale sowie internationale Aushängeschilder bayerischer Kulturgeschichte die touristischen Anziehungspunkte und somit ein nicht wegzudenkender Motor für die bayerische Wirtschaft. Sie tragen wesentlich mit dazu bei, dass Bayern das Reiseland Nr. 1 in Deutschland ist!

Die Schlösserverwaltung geht in ihren Ursprüngen auf den Obersthofmeisterstab, einen der vier Stäbe der Kurfürstlichen Hofverwaltung, zurück. Dieser war schon Ende des 18. Jahrhunderts für die Betreuung der Residenzen und Schlösser in Bayern zuständig. Seit 1804 war der Obersthofmeisterstab unmittelbar dem Finanzministerium nachgeordnet. Unter Graf Montgelas wurden die Schlösser und Residenzen in der Konstitution von 1808 zum unveräußerlichen Staatsgut erklärt und in die so genannte "Zivilliste" aufgenommen. Zum Ausgleich dafür übernahm der Staat neben dem Unterhalt der Residenzen, Schlösser und Hofgärten den gesamten finanziellen Bedarf der königlichen Hofhaltung.

Seit 1908 befanden sich die großen bayerischen Seen und Fischwässer sowie die Hofgärten ebenfalls in der Zuständigkeit dieser Verwaltung. Nach dem Ende der Monarchie in Bayern am 8. November 1918 wurde die ehemalige Zivilliste zum Staatseigentum erklärt. Seit 1937 trägt die Verwaltung offiziell den Namen "Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen". Die Schlösserverwaltung beschäftigt heute rund 850 Mitarbeiter, darunter Spezialisten für die Restaurierung der wertvollen Innenausstattung, Kunsthistoriker für die fachliche Betreuung der Museen, Baufachleute, die unter Beachtung des Denkmalschutzes den Wiederaufbau, die Restaurierung und den Ausbau der Gebäude überwachen, sowie eine Gärtenabteilung, die nicht nur für die Pflege und Erhaltung der Gartenanlagen, sondern auch für deren geschichtliche Erforschung zuständig ist. In der Zentralabteilung werden die Personal- und Haushaltsangelegenheiten betreut, die Liegenschaften mit ihren zahlreichen verpachteten Gaststätten und Räumlichkeiten sowie die Seen verwaltet und die Öffentlichkeitsarbeit für die Schlösserverwaltung geleistet.

 

Pressemitteilung 289/2008
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Pressemitteilung vom 28. Oktober 2008

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