5. Mai 2008

Pressemitteilung

Restaurierung der Nördlichen Galerie im Nymphenburger Schloss abgeschlossen

Nach umfangreicher Restaurierung der Nördlichen Galerie ist dieses beeindruckende Raumkunstwerk in Schloss Nymphenburg wieder zu besichtigen. Knapp zwei Jahre haben Restauratoren im Auftrag der Bayerischen Schlösserverwaltung die sommerliche Galerie des bayerischen Hofarchitekten Joseph Effner gereinigt, Fehlstellen der Holzvertäfelung ergänzt, Vergoldungen konserviert und die Bilder restauriert. Die Gesamtkosten der Restaurierung belaufen sich auf rund 400.000 Euro. Die Hälfte des Betrages ist eine private Spende.

Die Galerie und der Vorraum (Salettl genannt) sind die einzigen Räume, die der Besucher aus der Zeit Max Emanuels (1679-1726) noch besichtigen kann. Max Emanuel hat – neben Kurfürst Ferdinand Maria – als zweiter großer Bauherr die Sommerresidenz der bayerischen Kurfürsten geprägt. Die elegante Wandvertäfelung der Nördlichen Galerie wie die des Salettls ist nach Entwürfen des bayerischen Hofarchitekten Joseph Effner ausgeführt worden. Große detailfreudige Gemälde von Franz Joachim Beich zeigen zudem Ansichten von Schloss Nymphenburg und seinen Parkburgen sowie von weiteren Sommerschlössern wie etwa Schloss Fürstenried oder Schloss Berg.

Luftige Atmosphäre der Nördlichen Galerie wiederhergestellt

"Die Restaurierung der Nördlichen Galerie ist nur ein wichtiger Schritt. Die Bayerische Schlösserverwaltung arbeitet in Nymphenburg noch an weiteren Baustellen und im Juni kann auch der Mittelbau des Schlosses wiedereröffnet werden. Dies alles trägt dazu bei, dass die Sommerresidenz und der Schlosspark für Besucher noch attraktiver werden", betonte der Vizepräsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, Johannes Erichsen, bei der Eröffnung am Montag (5. Mai 2008) in Nymphenburg. Ab Dienstag (6. Mai 2008) ist die Galerie wieder für Besucher zugänglich.

Bereits Mitte 2006 begann die Schlösserverwaltung, die Restaurierung der Nördlichen Galerie zu planen und erste Untersuchungen anzustellen. Anlass dafür war eine großzügige private Spende in Höhe von 200.000 Euro. Die fehlenden weiteren 200.000 Euro übernahm der Freistaat Bayern.

Restauratoren haben in den knapp zwei Jahren unter anderem den Parkettfußboden mit Trockeneis gereinigt und konserviert, die Fenster wieder instand gesetzt und abgedichtet. An den Wandvertäfelungen mussten Holzverbindungen repariert, der Deckenputz und die Stuckprofile gesichert werden. Um die Vergoldungen und weiß gehaltenen Flächen zu festigen, mussten die Mitarbeiter die Fassungsoberfläche sorgfältig reinigen. Gemälderestauratoren nahmen die durch Alterung gedunkelten Firnisse und verfärbten Retuschen an den Bildern ab. Nur wenige Oberflächen waren so stark beschädigt, dass sie erneuert werden mussten. Im Wesentlichen konnte somit der Alterswert der Raumschale mit seinem lebendigen Charakter und der historischen Patina erhalten werden. Neue weiße Taftvorhänge geben der sommerlichen Galerie ihre ursprüngliche luftige Atmosphäre wieder. Die letzte aufwendige Restaurierung liegt über 40 Jahre zurück. 1965 konnte sich die englische Königin Elizabeth II. bei ihrem Staatsbesuch über das frisch restaurierte Schloss Nymphenburg freuen.

Die Nördliche Galerie sollte den Kunstsinn Kurfürst Max Emanuels zeigen

Die Nördliche Galerie war zu Zeiten Max Emanuels der Verbindungsgang zum Appartement des Kurfürsten im Nördlichen Pavillon. Sie diente als Warte- und Bewegungsraum für die Gäste am Hof. Mit der Dekoration wurde sowohl der Kunstsinn Bayerns gefeiert als auch dem wartenden Besucher Gesprächsstoff geboten. Kurfürst Karl Theodor ließ die Galerie 1795 um drei Räume verbreitern. Dabei sollten die eingefügten Spiegelflächen die nicht mehr vorhandenen westseitigen Fenster ersetzen.

Der Hofarchitekt Joseph Effner hat – wie im davor liegenden Salettl – die in Weiß und Gold gefasste Wandvertäfelung entworfen. Die kostbaren Schnitzarbeiten der Innenausstattung schuf der Münchner Bildhauer und "Kistler" Johann Adam Pichler in Anknüpfung an die damals hochmodernen Dekorationsformen der französischen Régence (im Bayerischen "Bandelwerk-Stil" genannt).

Zehn große Vedutengemälde von Franz Joachim Beich aus den Jahren 1722/23 zeigen, wie Schloss Nymphenburg sowie die Sommerschlösser Fürstenried, Berg und Starnberg ursprünglich geplant waren.

Weitere Baumaßnahmen in Nymphenburg stehen kurz vor dem Abschluss

Seit Februar 2007 arbeitet die Schlösserverwaltung an der Sanierung und dem Ausbau des Mittelbaus von Schloss Nymphenburg. Im Rahmen des Umbaus wird der Museumsladen neu gestaltet und vergrößert sowie ein Durchgang in den Park geschaffen. Zudem werden Service und Infrastruktur für die Besucher verbessert. Hierzu gehört beispielsweise ein Aufzug für Gäste im Rollstuhl. Bisher fehlte ein behindertengerechter Zugang zu den Museumsräumen. Darüber hinaus werden im Erdgeschoss Besuchergarderoben mit Schließfächern eingebaut. Auch die Toilettenanlagen werden erneuert. In einem extra Raum können sich Besucher nach dem Umbau über das Schloss, die Parkburgen und die Parkanlage informieren. Die monumentale historische Freitreppenanlage wird ebenfalls saniert und die haustechnische Installation erneuert. Staatsminister Erwin Huber eröffnet den Schlossmittelbau am 4. Juni feierlich.

 

Presse-Informationen:
Kathrin Jung, Bayerische Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 5. Mai 2008

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