3. April 2009

Pressemitteilung

Abschluss des Wiederaufbaus des Pompejanums in Aschaffenburg. Fahrenschon: Fantastische Einblicke in antikes Leben und antike Kultur

"Der Wiederaufbau des historischen Pompejanums in Aschaffenburg ist abgeschlossen. Besucher des Pompejanums können sich nun auf fantastische Einblicke in antikes Leben und antike Kultur freuen – ganz im Sinne seines Bauherrn Ludwig I.", stellte Finanzminister Georg Fahrenschon anlässlich der Beendigung der Restaurierungsarbeiten der Schlösserverwaltung im "Zimmer der Hausfrau" und der Eröffnung der Sonderausstellung "Herakles – Herkules" der Staatlichen Antikensammlungen am Freitag (3.4.) im Pompejanum in Aschaffenburg fest.

Das Pompejanum ist der Nachbau des sogenannten "Hauses des Castor und Pollux" in Pompeji. Dieser Ort und damit auch dieses Haus wurden vor 1.930 Jahren, am 24. August 79 n. Chr., Opfer einer gewaltigen Naturkatastrophe, als der Vesuv ausbrach. Erst im Jahr 1748 wurde mit systematischen Ausgrabungen begonnen. Zu den von der Antike begeisterten Reisenden, die dorthin pilgerten, gehörte neben Goethe auch der bayerische Kronprinz und spätere König Ludwig I. Der kunstsinnige Herrscher begann eine bedeutende Sammlung antiker Skulpturen und Vasen zusammenzutragen, für die er später in München die Glyptothek erbauen ließ. Seine Idee, ein pompejanisches Haus in Bayern nachzubauen, wurde nach den Worten von Fahrenschon vermutlich 1839 geboren, als der König in Begleitung seines Architekten Friedrich von Gärtner über Rom und Pompeji nach Sizilien reiste. Den idealen Bauplatz fand er dann in Aschaffenburg. Dabei entwarf Gärtner für das Pompejanum eine Art Idealtypus eines römischen Stadthauses. Dieser sollte nicht zum Wohnen dienen, sondern als Besichtigungsobjekt zeigen, wie die Innenräume eines römischen Wohnhauses angeordnet waren, welche farbenprächtigen Wandmalereien und Ausstattungsstücke sie schmückten.

Bereits seit 1960 wurden nach den Angaben von Fahrenschon Sicherungs- und Wiederaufbaumaßnahmen im kriegszerstörten Pompejanum durchgeführt. 1994 wurden die Erdgeschossräume als erster Abschnitt des neuen Museums der Bayerischen Schlösserverwaltung und der Staatlichen Antikensammlungen eröffnet. Nunmehr ist der Ausbau nach den Zerstörungen im Krieg abgeschlossen. Insgesamt sind bisher rund 12,7 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Pompejanums verausgabt worden, davon knapp 70.000 Euro für das "Zimmer der Hausfrau".

Heute werden dem Besucher neben Handmalereien und Mosaiken über 200 originale Bildwerke und Ausstattungsgegenstände der Antike aus Beständen der Staatlichen Antikensammlungen und Glyptothek gezeigt. Gemeinsam mit den Staatlichen Antikensammlungen hat die Bayerische Schlösserverwaltung ein Konzept für Wechselausstellungen im "Zimmer der Hausfrau" entwickelt, das sich bestens in den musealen Kontext und in die bisherige didaktische Linie des Wiederaufbaus des Pompejanums einfügt. Den Anfang macht die Ausstellung "Herakles – Herkules". Die Staatlichen Antikensammlungen stellen den größten Helden der antiken Mythologie in all seinen Facetten vor. Die gezeigten Vasen, Bronzen, Terrakotten und Münzen sind auserlesene Meisterwerke aus den Beständen der berühmten Münchner Sammlungen. Die Staatlichen Antikensammlungen besitzen eine der qualitätvollsten Sammlungen griechischer Vasen in der Welt. Noch nie wurden so viele herausragende Werke aus ihren Beständen außerhalb Münchens gezeigt.

Für das Jahr 2010 kündigte Fahrenschon an, den Jahreskalender 2010 des Staatsministeriums der Finanzen Aschaffenburg zu widmen. "Nicht zuletzt durch das Pompejanum, das Schloss und den prachtvollen Garten Schönbusch ist Aschaffenburg ein Augenstern aller Bayern", betonte Fahrenschon.

 

Pressemitteilung 97/2009
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Pressemitteilung 3. April 2009

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