24. Juli 2009

Pressemitteilung

"Herrenwörth" sticht in See: Neue Fähre der Schlösserverwaltung am Chiemsee getauft

"Ich taufe dich auf den Namen ‚Herrenwörth’. Ich wünsche der Besatzung allzeit gute Fahrt und der Fähre immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!"

Mit diesen Worten taufte Marlies Pschierer die neue Chiemsee-Fähre der Bayerischen Schlösserverwaltung am Freitag bei ihrem Stapellauf. Die neue Motorfähre wurde am Werftgelände der Fessler Chiemseeschifffahrt in Prien-Stock ins Wasser gesetzt. Marlies Pschierer, die Gattin des Staatssekretärs im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen Franz-Josef Pschierer, nahm auf Bitten der Schlösserverwaltung die Schiffstaufe vor. Der Präsident der Schlösserverwaltung, Dr. Johannes Erichsen, wünschte sich bei der Taufe, dass die neue Fähre stets unfallfrei bleibe und sich als genauso zuverlässig erweisen möge wie ihre Vorgängerin.

Die "Herrenwörth" dient den Bewohnern der Herreninsel und den dort tätigen Mitarbeitern der Gaststätten und der Schlösserverwaltung. Im Notfall kann sie von Feuerwehr, Wasserwacht und Polizei genutzt werden. Somit steht die Fähre also auch im Dienste der Sicherheit der "Insulaner", der Besucher des Neuen Schlosses und des Augustiner-Chorherrenstiftes und der unersetzbaren Kulturgüter. Und nicht zuletzt ermöglicht sie die Baumaßnahmen auf der Insel, da sie das entscheidende Transportmittel für alle Baufahrzeuge und sonstiges "schweres Gerät" darstellt.

Die alte Fähre, die nun nach 30 Jahren guter Dienste ersetzt wird, fuhr seit 1979 unfallfrei täglich bis zu 40 Mal zwischen Breitbrunn-Mühlen und der Herreninsel hin und her. Mittlerweile ist sie jedoch etwas "altersschwach" geworden und muss daher durch die leistungsfähigere und zugleich sparsamere sowie umweltschonendere "Herrenwörth"  ersetzt werden.

Die Anschaffung einer größeren Fähre wurde auch für die zeitgerechte und sichere Abwicklung der kommenden Baustellen auf der Herreninsel dringend erforderlich. Das alte Schiff konnte nur eine Einzellast von maximal 22 Tonnen befördern. Das hohe Leergewicht vieler LKWs erlaubte dann nur noch den Transport einer geringen zusätzlichen Nutzlast; die Ladung musste oft auf mehrere Fuhren verteilt werden. Die neue Fähre wird dank ihrer größeren Tragfähigkeit entscheidend dazu beitragen, die Restaurierung des Schlosshotels und den Ausbau der Rohbauräume im Neuen Schloss für die Ludwig II.-Ausstellung 2011 voran zu bringen.

Die neue "Herrenwörth", gebaut von der Firma SBS Andernach, hat eine Gesamttragkraft von 80 Tonnen bei einer größten Einzellast von 55 Tonnen. Somit können zukünftig auch die größten Sattelzüge und Autokrane auf die Herreninsel übergesetzt werden. Die Fähre kostet rund 1,5 Millionen Euro.

Die effizienten Motoren der neuen Fähre sollen durch niedrigen Spritverbrauch, Abgas- und Lärmausstoß glänzen. "Dies war uns für die Anlieger und den Chiemsee sehr wichtig",  freute sich Josef Austermayer, der Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee, bei der Taufe.

Bis 1963 wurden alle Lasten und Fahrzeuge mit Lastkähnen von Prien aus zur Herreninsel gebracht, die ein Motorschiff zog. Dann wurde erstmals eine Fähre gekauft, die 1979 wegen Durchrostung des Schiffsrumpfes ersetzt werden musste.

Eckdaten der neuen Lastenfähre für die Herreninsel

Grundforderungen / Hauptabmessungen

Länge über Klappen: ca. 45 m
Länge des Schiffskörpers: 330 m
Breite des Schiffskörpers: 9 m
Breite über alles: 9,50 m
Seitenhöhe: 1,50 m
Tiefgang beladen: 1 m
Schwerstes Einzelfahrzeug: 55 to
Achslast (maximal): 20 to
Lichte Fahrbahnbreite: 6,30 mm
Tragfähigkeit: 80 to (Größtes Einzelfahrzeug 55 to)
Geschwindigkeit (bei 6 m Wassertiefe): 13 km/h
Antrieb: 2 Flachwasserantriebe (Kugelantriebe)
Motoren: 2 IVECO-Motoren (2x 130 kW, 2300 U/min)

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. Jan Björn Potthast, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160 und -180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 24. Juli 2009

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