2. Oktober 2009

Pressemitteilung

Wertvolle Wandmalerei in der Blutenburger Schlosskapelle konserviert

Bürgervereinigung Obermenzing ermöglicht mit Spenden die erfolgreichen Arbeiten

Ein Teil der Wandgemälde in der Kapelle von Schloss Blutenburg ist für kommende Generationen gesichert. Es handelt sich um drei gerahmte Wandfelder unter der Empore, die Szenen aus der Leidensgeschichte Christi darstellen. Die nur in Fragmenten erhaltene Malerei an der Südwand wurde in den vergangenen Wochen aufwändig gereinigt und konserviert. Dieser erste Teilabschnitt der Arbeiten verbessert das Erscheinungsbild der spätmittelalterlichen Gemälde deutlich.

Die Bürgervereinigung Obermenzing hat dies durch Spenden in Höhe von 20.000 Euro ermöglicht. Die Bayerische Schlösserverwaltung dankte am Freitag (2. Oktober) dem Verein für sein jahrzehntelanges Engagement und die großzügigen Spenden.

Obwohl sich von den spätgotischen Fresken nur noch Fragmente erhalten haben, sind diese doch von großer Bedeutung. Es ist davon auszugehen, dass ursprünglich der gesamte Kirchenraum weitgehend ausgemalt war. Die verbliebenen Reste vermitteln also eine Vorstellung vom originalen Raumeindruck der Gotik.

In den vergangenen Wochen reinigten die Restauratoren die Gemäldeoberflächen mit feinen Pinseln, festigten lockere Malschichten des historischen Bestandes, nahmen unter anderem Tünchereste und Lasuren ab, sicherten Putzablösungen sowie Hohlstellen und ergänzten störende Putzfehlstellen. Im gereinigten Zustand erkennt man als Darstellung nun wieder vage einen Soldaten, der zwei nur rudimentär erhaltene, gebückte Gestalten (wohl die beiden Schächer, die gemeinsam mit Christus gekreuzigt wurden) vor sich hertreibt. An der Westwand folgt eine ebenfalls nur in Resten erhaltene Komposition, in der die Kreuztragung Christi zu erkennen ist. Der schlechte Erhaltungszustand des Bildfeldes an der Nordwand lässt keine Deutung seines Inhaltes mehr zu. Man darf aber mutmaßen, dass hier ebenfalls eine Handlung der Passion gezeigt war.

Über die Konservierung der Südwand hinaus erfassten die Fachleute als Grundlage für die weitere Bearbeitung bereits den Bestand und die Schäden an der West- und Nordwand.

 

Die Schlosskapelle Blutenburg

Die Schlosskapelle, die ab 1488 unter Herzog Sigismund entstand, ist ein kleines Schatzhaus spätgotischer Münchner Hofkunst. In ganz Deutschland gibt es wohl kein vergleichbar umfassend erhaltenes Beispiel einer Kirchenausstattung aus der bis zum Äußersten verfeinerten Welt der Spätgotik. Die Altäre zählen zu den Hauptwerken der Münchner Tafelmalerei.

Herzog Albrecht III. ließ in den 30er-Jahren des 15. Jahrhunderts die "Pluedenburg" an der Würm zu einem Landsitz ausgestalten. 1467 verzichtete sein Nachfolger, Herzog Sigismund, zugunsten seines Bruders Albrecht IV. auf die Regierung und zog sich in die Blutenburg zurück, die ab 1488 eine Kirche mit kostbarer spätgotischer Ausstattung erhielt. Die Wasserburg des 15. Jahrhunderts prägt noch heute die Struktur der Anlage mit einer türmebewehrten Hauptburg um ein Turmhaus, in dem Herzog Albrecht III. mit Agnes Bernauer zusammenlebte.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. Jan Björn Potthast, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160 und -180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 2. Oktober 2009

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