8. April 2009

Pressemitteilung

"Schönste Herbstbirne" und "Lederapfel": Neue historische Obstsorten im Schloss Schleißheim

Sie tragen wohlklingende Namen wie "Bellissime d’automne" oder "Damasonrenette": Historische Obstsorten, die in den Gärten der Schleißheimer Schlösser kultiviert werden. Jetzt pflanzt die Bayerische Schlösserverwaltung zum Auftakt der Sommersaison 60 neue Obstbäume im Hofgarten des Neuen Schlosses.

Obstkultur hat in Schleißheim eine lange Tradition: Bereits zur Zeit des Kurfürsten Max Emanuels gab es Obstgehölze im "Boskett" des Barockgartens und auf den Ökonomieflächen. Die Schloss- und Gartenverwaltung Schleißheim pflanzt seit einigen Jahren historische und seltene Obstsorten wieder an.

Bei der Sortenauswahl orientierte man sich an historischen Bestandslisten aus den Jahren 1800 und 1861. Darunter befinden sich so klangvolle Namen wie "Bellissime d’automne" – die "Schönste Herbstbirne" aus dem 15. Jahrhundert. Die "Damasonrenette" ist ein sehr wohlschmeckender "Lederapfel" mit rauer Schale, der 1628 erstmalig schriftlich erwähnt wurde. Die neuen Bäume werden sowohl als Hochstamm als auch als Spalierbäume an der nördlichen Parkmauer gepflanzt.

Die historischen Sorten, die in Schleißheim kultiviert werden, stammen unter anderem aus Hohenheim bei Stuttgart: "Schon im 19. Jahrhundert lieferte der berühmte Pomologe Eduard Lucas von dort wertvolle Sorten nach Schleißheim", berichtet Michael Degle von der Gärtenabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung. Heute bürgt Eckhart Fritz für die Echtheit der historischen Sorten, die dann am Bayerischen Obstzentrum in Hallbergmoos von Dr. Michael Neumüller veredelt und aufgeschult werden.

Brennrechte, Biber, Biotop, Barock: Der Schleissheimer Schlosspark ist einzigartig

"Falls uns der Biber, der in unserem Park zur Zeit selbst vor hundertjährigen Buchen nicht zurück schreckt, keinen Strich durch die Rechnung macht, kann man schon in drei bis vier Jahren mit den ersten Erträgen rechnen", schätzt Alexander Bauer, der Leiter des Hofgartens Schleißheim.

Insgesamt stehen in der Anlage des Neuen Schlosses mehr als 600 Obstbäume. Große Teile davon weisen schon ein fortgeschrittenes Alter auf und erhalten gewissermaßen das "Gnadenbrot". Gefällt wird ein Obstbaum in Schleißheim nämlich erst, wenn er endgültig abgestorben ist, denn gerade die alten Veteranen bieten Lebensraum für viele seltene Vogel- und Insektenarten.

Da man in Schleißheim über alte Brennrechte verfügt, kann ein Teil der Obsternte zu Schnaps veredelt werden: Die Schlossverwaltung bietet einen Zwetschgenbrand mit dem Namen "Blauer Kurfürst" sowie das "Renatuswasser", einen Obstler, an.

Weitere Informationen unter: www.schloesser-schleissheim.de

 

Presse-Informationen:
Dr. Jan Björn Potthast, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 8. April 2009

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