30. März 2011

Pressemitteilung

 

Sommersaison im Gasteiger-Haus eröffnet mit neuer Sonderausstellung "Landschaften und Blumenstillleben von Anna Sophie Gasteiger"

Am Ammersee erwacht das Künstlerhaus Gasteiger aus dem Winterschlaf: Ab Sonntag (3. April) ist der ehemalige Künstlersitz in Holzhausen wieder für Besucher geöffnet. Zum Start in die Saison stellt die Bayerische Schlösserverwaltung die neue Sonderausstellung "Landschaften und Blumenstillleben von Anna Sophie Gasteiger" vor.

Gezeigt werden bislang unbekannte Gemälde der Künstlerin mit Motiven aus dem Voralpenland, den Bergen und vom Künstlerhaus selbst. Es sind Arbeiten, die das künstlerische Spektrum der Malerin zwischen 1910 und 1935 wiedergeben. Neben den 20 Gemälden werden großformatige Fotografien vorgestellt, die Anna Gasteiger (1877–1954) von ihrer privaten Seite zeigen. Die Gemälde und die Fotografien stammen aus dem Nachlass der Künstlerin, den die Bayerische Schlösserverwaltung der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Für die diesjährige Sonderausstellung wurden sechs Gemälde im Wert von 5.000 Euro restauriert. Museumsreferent Dr. Thorsten Marr freut sich: "Die Reinigung der Werke hat sich gelohnt. Die Farben haben ihre Leuchtkraft zurück."

Das Künstlerhaus ist bis Oktober jeweils sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. 2010 zählte die Schlösserverwaltung über 1600 Besucher im Gasteiger-Haus.

 

Künstlerhaus Gasteiger – einzigartiges Ensemble des Münchner Jugendstils

Der Bildhauer Mathias Gasteiger (1871-1934) gehört zu den namhaften Münchner Künstlern um 1900. Der von 1902 bis 1913 am Ammerseeufer entstandene Künstlersitz mit Landschaftspark, Wohnhaus und umgebendem Bauerngarten sowie Wirtschaftsgebäuden ist ein einzigartiges Ensemble des Münchner Jugendstils. Das Museum im Wohnhaus beinhaltet die Jugendstilausstattung der Räume, historische Fotografien, eine Auswahl von Skulpturen Mathias Gasteigers und eine Sammlung mit Gemälden von Anna Sophie Gasteiger.

 

Die Blumenmalerin Anna Sophie Gasteiger

Die Malerin fand ihre Bildmotive vor allem im Garten des am Westufer des Ammersees liegenden Landhauses sowie in der umliegenden Landschaft. Zahlreiche Stillleben mit Blumensträußen sind in dieser Zeit entstanden. Als Bildträger verwendete sie verschiedene Malpappen mit eingeprägter Leinwandstruktur. Die Farbe trug sie ohne Grundierung und ohne Vorzeichnung "alla prima" auf. Die einzelnen Pinselstriche sind dünnflüssig auf die Pappe aufgetragen. Oft verwendet sie breite Pinsel, mit denen sie ihre Formen entwickelt. Sie malte mit Ölfarben und Tempera, mit denen sie unterschiedliche Glanzstufen erzielen konnte. Der Firnis wurde überall dort eingesetzt, wo einzelne Farbflächen glänzend erscheinen sollten. Mit dieser Technik versuchte sie Farbwerte zu differenzieren und Räumlichkeit zu erzeugen.

 

Mathias Gasteiger: Künstler, Unternehmer und Marmorliebhaber

Das Badezimmer mit seiner luxuriösen Ausstattung erinnert daran, dass der Hausherr Gasteiger nicht nur Bildhauer, sondern auch Unternehmer war. Als Sohn des Münchner Steinmetzen und Baumeisters Joseph Gasteiger war er seit seiner Kindheit mit dem Werkstoff Stein vertraut und an der Marmorgewinnung interessiert. Die von Mathias Gasteiger gegründeten Marmorbrüche im Fränkischen Jura – unter anderem Möhren-Gundelsheim – waren bis zum Zweiten Weltkrieg Deutschlands größte Marmorproduzenten. 1912 stieg Mathias Gasteiger in die Marmorproduktion der Gemeinde Laas in Südtirol ein. Hier wurde weißer Marmor von hervorragender feiner Qualität gewonnen, der auch für die Herstellung von Bildwerken taugte.


Informationen zum Künstlerhaus Gasteiger:
Bayerische Schlösserverwaltung / Außenstelle Ammersee
Landsbergerstraße 81, 82266 Inning / Stegen
Telefon (08 43) 93 04-0, seeverwaltung.ammersee@bsv.bayern.de

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. Jan Björn Potthast, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160 und -180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 30. März 2011

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