25. Mai 2011

Pressemitteilung

 

Fahrenschon: Schloss Linderhof Wiege der Elektrizitätsnutzung in Bayern!

König Ludwig II. hat einzigartige Bauwerke als Tourismusmagnete hinterlassen. "Nur mit Hilfe modernster Technik konnte die märchenhafte und zur damaligen Zeit revolutionäre Farbenpracht seiner Vorstellungswelten richtig zur Geltung gebracht werden. Mit der Beleuchtung der Venusgrotte begann 1878 das Zeitalter der Elektrizität in Linderhof", stellte Finanzminister Georg Fahrenschon beim Festakt "125 Jahre Ludwig II. – Pioniere des Stromzeitalters" der Siemens AG in der Schlossanlage Linderhof am Mittwoch (25.5.) fest.

König Ludwig II. hat durch das Schaffen seiner Gegenwelten und die Verwirklichung seiner Traumwelten unzweifelhaft die Handwerkskunst zu höchster Blüte gebracht und dem Freistaat Bayern einzigartige Bauwerke hinterlassen. Zur vollen Verwirklichung seiner Träume setzte er konsequent auch auf modernste High-Tech-Produkte. Um seine Venusgrotte in Linderhof in revolutionärer Farbenpracht zur Geltung bringen zu können, wurde z.B. eine umfangreiche Stromerzeugungsanlage mit insgesamt 24 Dynamos gebaut, und dies vor über 130 Jahren im Jahr 1878. Die Anlage in Linderhof gelte daher als erstes ständiges Kraftwerk der Welt.

Die Anlage diente dem Dauerbetrieb der für die damaligen Verhältnisse gewünschten lichtstarken Beleuchtung. Angetrieben wurde das System von einer Dampfmaschine. So wurde die Beleuchtung der Oberlichte im Maurischen Kiosk durch 24 leistungsstarke Bogenlampen genauso ermöglicht wie eine zeitweise Beleuchtung der Springbrunnen im Park. Der Wunsch des Königs nach strahlenden Farben in der Venusgrotte wäre ohne elektrische Beleuchtung nicht zu erfüllen gewesen. Zudem hatte er mit dem elektrisch beleuchteten Puttenschlitten für nächtliche Ausfahrten wohl das erste elektrisch illuminierte Fahrzeug der Welt ersonnen.

Bereits 1860 besuchte Ludwig II. mit den Eltern das sogenannte Königshäuschen, die Jagdhütte seines Vaters. Als junger König schätzte er die Abgeschiedenheit und die landschaftliche Schönheit des Tals. 1869 erwarb er die Hofstelle und ließ sich im Königshäuschen drei Räume einrichten. Ab 1870 gab er einen rückwärtigen Anbau in Auftrag. Danach wurde an Stelle des Königshäuschens ein Südflügel mit einem Spiegelsaal errichtet. Damit erhielt das Schloss sein heute weltweit bekanntes Erscheinungsbild. Innerhalb weniger Jahre entstand dann ein ganzer Kosmos verschiedener Welten: Gebaute Bühnenbilder der Wagnerschen Musikdramen, wie die Venusgrotte, die Hundinghütte und eine Einsiedelei. Aber auch exotische Bauten, wie der Maurische Kiosk oder das Marokkanische Haus, bereicherten die Schlossanlage in Linderhof.

Derzeit untersuchen Restauratoren der Bayerischen Schlösserverwaltung die Venusgrotte, weil eine grundlegende und hochkomplizierte Sanierung anstehe. Fahrenschon dankte vor diesem Hintergrund der Siemens-Stiftung und auch der Siemens AG, die bereits in der Vergangenheit wichtige Beiträge zur Durchführung essentieller Sanierungsprojekte geleistet haben. "In Zeiten knapper Staatskassen sind hochherzige Spender besonders herzlich willkommen. Ich würde mich freuen, wenn die Partnerschaft noch ausgebaut werden könnte, um zur Erhaltung wichtiger Kulturdenkmäler beizutragen."

 

Pressemitteilung 179/2011
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Pressemitteilung 25. Mai 2011

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