13. September 2012

Pressemitteilung

Bühne frei! 8. Residenztage Bayreuth feiern das Markgräfliche Opernhaus als barockes Gesamtkunstwerk

Geheime Codes, grazile Gestik und Geisterbesuch: Außergewöhnliches Programm in Bayreuth und Umgebung am 15./16. und 22./23. September

An den kommenden zwei Wochenenden, dem 15./16. und 22./23. September, heißt es in Bayreuth wieder: Willkommen zu den Residenztagen! Zum achten Mal veranstaltet die Bayerische Schlösserverwaltung nunmehr das umfangreiche Kulturprogramm im Herbst, das heuer ganz im Zeichen des frisch gekürten Welterbes Markgräfliches Opernhaus steht. Es sei "nichts weniger als das architektonisch bedeutendste und in seinem Bestand am besten erhaltene historische Theatergebäude weltweit", so Präsident Bernd Schreiber bei der Eröffnung der Residenztage. Die Aufnahme des Opernhauses in das UNESCO-Welterbe sei ein "Jahrhundertereignis" für Bayreuth, so Schreiber. Die Stadt besitze so zusammen mit dem Festspielhaus "zwei der wichtigsten Opernhäuser überhaupt". In keiner anderen Stadt der Welt konzentriere sich Theatergeschichte so exemplarisch auf höchstem Niveau wie in Bayreuth. Die Residenztage 2012, sagte Schreiber weiter, stünden dank der Auszeichnung des Opernhauses heuer "unter einem besonders guten Stern". Gleichzeitig bieten sie die vorerst letzte Gelegenheit, das Markgräfliche Opernhaus noch einmal in seiner ganzen Pracht zu erleben, da es zum 1. Oktober für eine mehrjährige Restaurierung schließt.

Zahlreiche Führungen und Vorträge des umfangreichen Programms widmen sich diesem einzigartigen Denkmal. Dabei steht die Architektur und Ausstattung des Theaters ebenso im Zentrum des Interesses wie die höfische Musik- und Festkultur, die es mit Leben füllte.

Sprache der Hände, schöne Maske: Musik- und Kostümführungen im Neuen Schloss

Der Reigen der Themen-, Musik- und Kostümführungen des ersten Wochenendes eröffnet am Samstag, 15.9. mit einem Rundgang zum Opernhaus und seiner Lage in der Stadt. Musik und Vortrag verschmelzen zu einem barocken Gesamtkunstwerk, wenn die Gruppe TriFoglio den hohen Stellenwert der Gestik für das barocke Schauspiel am authentischen Ort im Opernhaus demonstriert. Die "Sprache der Hände" wird dann durch die "schöne Maske" des verführerisch geschminkten Gesichts ergänzt: Die Morgentoilette bei Hof, die solche Kunst öffentlich zelebrierte, zeigt die Gruppe "18tes-jahrhundert.de" in drei Kostümführungen im Neuen Schloss.

Nach der Vorführung, wie man ein barockes Gesicht schminkt, kann man am Samstag ab 16 Uhr im Hoheitengärtlein des Hofgartens Bayreuth der Inszenierung einer barocken Festgesellschaft beiwohnen. Aus Anlass dieses höfischen Spieleabends mit Blinder Kuh, Maille und Ballspielen hat nicht nur das Hoheitengärtlein, sondern auch das Neue Schloss am 15.9. bis 20.30 Uhr geöffnet. Wer es wagt, kann dort zu vorgerückter Stunde auf Napoleons Spuren der legendären "weißen Frau" begegnen.

Für zarter besaitete Gemüter bietet sich am Sonntag, den 16.9. im Neuen Schloss die Themenführung "Schmetterlinge auf Seide"! zur Wandbespannung im Italienischen Schlösschen an.

Friedrich dem Großen zum 300. Geburtstag: Matinee-Konzert in Schloss Fantaisie

Nicht nur in Bayreuth selbst, auch in Schloss Fantaisie ist am Sonntag viel geboten: Gartengeschichtliche Spaziergänge, eine Themenführung zum Spindlerkabinett und der Kinderworkshop "Durch Fächer, Pflästerchen und Blumen – Geheimcodes für Damen und Herren bei Hof".

Zum Auftakt des Tagesprogramms am Sonntag erklingt eine Konzert-Matinee der Bayreuther Hofmusique-Bande,  die im Weißen Saal des Schlosses an den 300. Geburtstag Friedrichs des Großen erinnert. Am Nachmittag ist dem berühmten Bruder der Markgräfin Wilhelmine zusätzlich ein Vortrag des Historikers Bernd A. Windsheimer mit dem Titel "Was vom Ruhme übrig blieb – Friedrich der Große und die Nachwelt" im Balkonsaal des Opernhauses gewidmet.

Hintergründe der Welterbeentscheidung und die kommende Restaurierung

Spannend bleibt es auch am zweiten Wochenende. Experten der Bayerischen Schlösserverwaltung erläutern am Samstag, 22.9. den langen Weg, der zum Eintrag des Markgräflichen Opernhauses in die UNESCO-Welterbeliste führte. In den Blick genommen werden auch die Konzepte der anstehenden Restaurierung, die anhand der freigelegten Flächen mit originaler Farbfassung entlang der Musterachse im Zuschauerraum erläutert werden. Dabei bietet sich eine letzte Gelegenheit zum geführten Gang durch die Ränge des Logenhauses, bevor das Opernhaus im Zuge der Restaurierung für rund vier Jahre schließen muss.

Ein Falkner auf der Burg Zwernitz

Neben dem Markgräflichen Opernhaus liegt am Sonntag, den 23.9. ein Schwerpunkt der Veranstaltungen im Felsengarten Sanspareil und auf der Burg Zwernitz. Hier wurde im letzten Jahr ein Jagdmuseum eingerichtet, bei dem die vornehme Falkenjagd eine tragende Rolle spielt. Jetzt tritt ein Falkner mit echtem Greifvogel auf. "Den Vogel abschießen – die Vogelstange und andere verschwundene Ausstattungsstücken des Felsengartens" lautet eine spannende Themenführung im Anschluss, die freilich dem echten Falken nicht zu nahe tritt.  Der folgende Vortrag lädt zur "Falkenjagd mit dem wilden Markgrafen" ein. Für Kinder lohnt sich nicht nur der Besuch beim Falkner auf der Burg Zwernitz: Auch im Neuen Schloss wird jugendliche und erwachsene Neugierde beim Kinder- und Erwachsenenworkshop  zum Thema Vergolden ("Vom rohen Holz zum schönen Glanz") geweckt.

Lesung aus dem Briefwechsel der Markgräfin Wilhelmine

Zum Abschluss der Residenztage erklingt die Stimme der Bauherrin des Opernhauses. Die musikalisch kommentierte Lesung "Dich entbehr ich allein" präsentiert am Sonntag, den 23.9. im Gartensaal des Neuen Schlosses eine Auswahl von Zitaten aus dem Briefwechsel Friedrichs des Großen mit der Bayreuther Markgräfin Wilhelmine, deren faszinierendes Hofleben durch die Residenztage Bayreuth wieder ein Stück weit lebendig wird.


Weitere Informationen

www.bayreuth-wilhelmine.de

Führungen
Die Eintrittskarte berechtigt zur Teilnahme an jeweils einer Themen-, Kostüm-, Musikführung oder einem Vortrag. Die Teilnahme an den Parkführungen und Außenführungen kostet jeweils 3,- Euro.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt, mit Ausnahme des Archäologischen Museums.

Markgräfliches Opernhaus
Opernstr. 14, 95444 Bayreuth
April–September: täglich 9–18 Uhr
ab 1. Oktober 2012 wegen Restaurierung geschlossen
Eintritt: 5,50 Euro (ermäßigt 4,50 Euro)

Neues Schloss und Hofgarten Bayreuth
Ludwigstr. 21, 95444 Bayreuth
April–September: täglich 9–18 Uhr
Oktober–März: 10–16 Uhr, montags geschlossen
Eintritt: 5,50 Euro (ermäßigt 4,50 Euro)

Kombikarte Neues Schloss / Markgräfliches Opernhaus
9,- Euro (ermäßigt 8,- Euro)

Hinweis: Im Italienischen Schlösschen des Neuen Schlosses Bayreuth finden täglich ab 9.00 Uhr Führungen statt. Während der Residenztage kann es unter Umständen zu Änderungen kommen.

Altes Schloss und Hofgarten Eremitage
Eremitage, 95448 Bayreuth
April–September: täglich 9–18 Uhr
1.–15. Oktober: täglich 10–16 Uhr
16. Oktober–März: geschlossen
Eintritt: 4,50 Euro (ermäßigt 3,50 Euro)

Hinweis: Im Alten Schloss Eremitage finden täglich ab 9 Uhr Führungen statt. Während der Residenztage kann es unter Umständen zu Änderungen kommen.

Gartenkunst-Museum Schloss und Park Fantaisie
Bayreuther Str. 2, 95488 Eckersdorf/Donndorf
April–September: 9–18 Uhr, montags geschlossen
1.–15. Oktober: 10–16 Uhr, montags geschlossen
16. Oktober–März: geschlossen
Eintritt: 3,50 Euro (ermäßigt 3,- Euro)

Felsengarten Sanspareil, Morgenländischer Bau und Burg Zwernitz
Sanspareil, 96197 Wonsees
April–September: 9–18 Uhr, montags geschlossen
1.–15. Oktober: 10–16 Uhr, montags geschlossen
16. Oktober–März: geschlossen
Eintritt: 3,50 Euro (ermäßigt 3,- Euro)

Kombikarte Bayreuth
3 Bayreuther Objekte Ihrer Wahl: 12,- Euro (ermäßigt 10,- Euro)

Archäologisches Museum des Historischen Vereins für Oberfranken e.V.
Mai bis Oktober: samstags 10.–15 Uhr, erster Sonntag im Monat 10–12 Uhr
Eintritt: 1,- Euro (Kinder 0,50 Euro)

 

Presse-Informationen:
Dr. Jan Björn Potthast, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 13. September 2012

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