27. April 2012

Pressemitteilung

Neupflanzungen im Geiste Effners: Wieder mehr Artenvielfalt in den Maximiliansanlagen

Die Bayerische Schlösserverwaltung hat in den vergangenen Tagen damit begonnen, in den Maximiliansanlagen zahlreiche neue Pflanzen zu setzen. Bestehende Gehölzgruppen werden mit zusätzlichen Bäumen und Sträuchern ergänzt, verschwundene Gruppen gänzlich neu gepflanzt, um die ursprüngliche Artenvielfalt und Dichte wiederherzustellen. Außerdem wollen die Gärtner historische Sichtbeziehungen zur Isar oder zu markanten Punkten in der Stadtsilhouette Münchens wieder freilegen.

Ziel dieser ersten Versuchspflanzungen ist es, das Erscheinungsbild der Maximiliansanlagen den Gestaltungsideen Carl von Effners wieder anzunähern. Der bayerische Hofgärtendirektor hatte die Anlagen ab 1856 im Auftrag König Maximilians II. geplant und angelegt. Die Idee des Königs war es einerseits, das geplante Maximilianeum in eine attraktive Parkanlage zu betten und dem stattlichen Gebäude einen würdigen Rahmen zu geben. Andererseits sollten die Maximiliansanlagen auf sanft geschwungenen Wegen das Bürgertum zu angenehmen Spaziergängen durch eine vielfältige Ansammlung edler Bäume und Sträucher einladen.

 

Feuerwerk an botanischer Vielfalt

Bei der Auswahl der Gehölzarten durfte Carl von Effner aus dem Vollen schöpfen. Bei einer Inspektionsreise durch alle wichtigen Hofbaumschulen in Bayern trug er ein Sortiment von rund 350 verschiedenen Strauch- und Baumarten zusammen. Natürlich verwendete der Gartenkünstler alle gängigen heimischen Arten wie die Rotbuche, die Stieleiche, Winter- und Sommerlinden, den Spitzahorn oder die Birke. Sie bildeten als Kern der Pflanzungen den Hintergrund der Landschaftsszenen. An den Rändern der Gehölzgruppen oder in kleinen, einzeln stehenden Pflanzentuffs entfachte Effner aber ein wahres Feuerwerk an botanischer Vielfalt: Amerikanische Roteichen, Platanen oder Tulpenbäume fanden sich im Sortiment ebenso wie der Persische Flieder, Spiersträucher, Weigelien und Strauchrosen.

 

Sichtachsen wieder freilegen

Die Gartenexperten der Schlösserverwaltung gewannen diese Erkenntnisse aus dem Studium alter Pflanzenlisten und des amtlichen Schriftverkehrs aus der Entstehungszeit der Maximiliansanlagen. Zudem wurden verschiedene historische Pläne, die im Archiv der Gärtenabteilung aufbewahrt werden, analysiert und mit dem heutigen Zustand der Anlage verglichen. Die daraus abgeleitete gartendenkmalpflegerische Zielkonzeption soll nun schrittweise umgesetzt werden.

Ein Ziel wird sein, durch das Entfernen von Jungwuchsbeständen ursprüngliche Sichtbeziehungen zur Isar oder auf markante Punkte in der Stadtsilhouette Münchens wieder herzustellen. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt aber auf dem Nachpflanzen von Bäumen und Sträuchern, um in den Gehölzgruppen annähernd die ursprüngliche Artenvielfalt und Dichte zu erreichen.

 

Im mächtigen Schatten

In den Maximiliansanlagen sind die Standortbedingungen für die neuen Pflanzungen nicht immer optimal. Die mächtigen, mittlerweile gut 150 Jahre alten Bäume aus der Entstehungszeit der Anlage werfen große Schatten und haben den Boden mancherorts dicht durchwurzelt. Aus diesem Grund werden bei den Neupflanzungen relativ kleine Pflanzen verwendet, da diese besser anwachsen und wenig Wurzelraum benötigen. Auch soll die historische Pflanzweise angewandt werden. Das bedeutet, dass die Jungpflanzen zunächst sehr dicht gesetzt werden. Im Laufe der Jahre bringen die Gärtner dann die Gehölzgruppen durch fortwährendes Auslichten, Verpflanzen, Beschneiden oder Herausnehmen einzelner Bäume und Sträucher in die gewünschte Form – genauso, wie es seinerzeit unter dem Gartenkünstler Carl von Effner praktiziert wurde.

 

Presse-Informationen:
Dr. Jan Björn Potthast, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 27. April 2012

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