28. Juni 2012

Pressemitteilung

"Julius Exter (1863-1939) – Sonne, Berge, See"

Sonderausstellung im Künstlerhaus Exter in Übersee am Chiemsee vom 1. Juli bis 9. September 2012

Das Künstlerhaus Exter in Übersee-Feldwies am Chiemsee eröffnet am 1. Juli die Sonderausstellung "Julius Exter (1863-1939) – Sonne, Berge, See". Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Landschaftsbilder, auf denen Exter seinen Garten, den Chiemsee und das Voralpenland in kräftigen Farbakkorden auf Leinwand und Malkartons bannt: Badende am Seeufer, Segler bei Wind, Felder und Wiesen in gleißendem Sommerlicht. Immer wieder versucht Exter, seinen Landschaften Tages- und Jahreszeiten einzuschreiben und Stimmungen festzuhalten. Mal ist die Gebirgskette in warmes Nachmittagslicht getaucht, mal ist sie Teil einer ‚kalten’ Winterlandschaft. Mit Farbigkeit ist nicht unreflektierte Buntheit gemeint. Auch geht es Exter nicht nur um die Wiedergabe dinglicher Natur. Vielmehr setzt er die Farbe als Stimmungsträger ein, versucht damit, beim Betrachter Empfindungen auszulösen und erweitert so die Vorstellung von der Natur um den Bereich der Stimmung.

Die Mehrzahl der ausgestellten Werke ist nach 1902 entstanden, nachdem Exter das Grundstück und das Bauernhaus in Übersee-Feldwies erworben hatte. Einige Jahre ist Exter zwischen dem Chiemsee und München hin und her gependelt, bis er sich 1917 in Übersee-Feldwies endgültig niedergelassen hat. Neben späten Werken zeigt die Ausstellung auch frühe Arbeiten. So steht der 1888 datierte Hinterhofgarten noch ganz im Zeichen des Naturalismus. Das Gemälde zeigt bereits Exters Interesse für Farben und Formen. Das gilt auch für die Arbeiten, die in den 1890er-Jahren entstanden sind. Insgesamt umfasst die Werkschau 73 Landschaftsbilder aus dem Gemäldebestand der Bayerischen Schlösserverwaltung. 20 Werke sind jetzt erstmals öffentlich zu sehen. 11 Gemälde wurden für die Ausstellung extra gereinigt, restauriert und gerahmt.

Der Maler Julius Exter

Julius Exter (1863-1939) zählt zu jenen modern gesinnten Künstlern, die 1892 aus der Münchener Künstlergenossenschaft aus- und der Künstlervereinigung der "Münchener Secession" beitreten. Exter stellt in München, Berlin, Düsseldorf und anderen deutschsprachigen Kunstmetropolen aus. Seine Werke finden ein kaufkräftiges Publikum. Aber noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges geht der wirtschaftliche Erfolg des Künstlers zurück. Julius Exter stirbt am 16. Oktober 1939. Judith Exter, die Tochter des Künstlers, erbt Haus und Grundstück.

Das Künstlerhaus Exter

Judith Exter (1900-1975) hat das Exter-Anwesen dem Freistaat Bayern vermacht. An das Erbe ist die Auflage geknüpft, das Künstlerhaus zur Erinnerung an das Werk des Künstlers öffentlich zugänglich zu machen. Seit der Eröffnung am 1. Juni 1980 wird der Ausstellungsbetrieb vom eigens gegründeten Trägerverein Kunsthaus Übersee-Feldwies e.V. finanziert und organisiert. Die Bayerische Schlösserverwaltung hat das Anwesen originalgetreu restauriert und widmet sich der Sicherung des künstlerischen Nachlasses.
Inzwischen besuchen etwa 12 000 Kunstinteressierte pro Jahr das von Exter umgebaute rund 500 Jahre alte Bauernanwesen, in dem über den Exter-Nachlass hinaus auch andere Ausstellungen gezeigt werden. Besonderer Anziehungspunkt ist der nach Vorbild Monets und anderer berühmter Vertreter der Plein-Air-Malerei von Exter geschaffene und vor einigen Jahren nach Gemälden, Fotos und anderen Dokumenten restaurierte Staudengarten mit dem markanten Blumenweg.


Öffnungszeiten der Ausstellung:
Dienstag bis Sonntag jeweils 17 bis 19 Uhr oder für Gruppen nach telefonischer Vereinbarung. Am "Tag des offenen Denkmals" (Sonntag, 9. September 2012) ist das Exter-Haus von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Künstlerhaus Exter mit Garten
Blumenweg 5, 83236 Übersee-Feldwies
Telefon (0 86 42) 89 50 83, Fax (0 86 42) 89 50 85

Informationen:
Dr. Thorsten Marr, Telefon (0 89) 1 79 08-142, thorsten.marr@bsv.bayern.de

 

Presse-Informationen:
Dr. Jan Björn Potthast, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 28. Juni 2012

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