24. April 2012

Pressemitteilung

Dank privater Spende: Restaurierung der gefährdeten Grottenhalle der Residenz München kann fortgesetzt werden

Raumkunstwerk der Renaissance leidet an Spätfolgen der Kriegszerstörung und Umwelteinflüssen

Die Grottenhalle gehört zu den ältesten und bedeutendsten Teilen der Münchner Residenz – aber auch zu den am meisten gefährdeten. Sie vermittelt einen einmaligen Eindruck der Pracht und künstlerischen Raffinesse, mit der sich Bayerns Herrscher im Zeitalter der Renaissance umgaben. Heute ist das Raumkunstwerk leider in sehr restaurierungsbedürftigem Zustand.

Die Bayerische Schlösserverwaltung kann nun dank einer überaus großzügigen Spende des Ehepaars Dres. Kurt und Helga Kappelmaier die Restaurierung entscheidend vorantreiben. "Der Grottenhof kann als das historische Herzstück der Residenz angesehen werden", sagte Bernd Schreiber, Präsident der Schlösserverwaltung am Dienstag (24. April). "Bis ins 20. Jahrhundert hinein ist dieser Ort immer eng mit der Geschichte des Landes Bayern und der Stadt München verbunden gewesen. Daher sind wir Kurt und Helga Kappelmaier für ihr außergewöhnliches Engagement und ihre großherzige Unterstützung bei der Restaurierung dieses faszinierenden und fragilen Kunstwerks unendlich dankbar".

Kriegszerstörungen mit Langzeitfolgen

In den Jahren 1586-89 wurde die Grottenhalle mit Motiven aus den "Metamorphosen" des Ovid ausgemalt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie (wie die gesamte Residenz) schwer beschädigt: Die Säulen waren weggebrochen und die Gewölbe der Halle eingestürzt. Nach Kriegsende setzte hier der damals neu gegründete Verein der "Freunde der Residenz e.V." ein erstes Zeichen der Hoffnung auf den Wiederaufbau, indem er zwischen den provisorisch gesicherten Trümmern Konzerte veranstaltete.

Ende der fünfziger Jahre baute man die Grottenhalle wieder auf. Das fragile Kunstwerk ist aber seit einigen Jahren in seinem Bestand hoch gefährdet. Die Spätfolgen der Kriegschäden, Umwelteinflüsse, das wechselnde Klima sowie Luftschadstoffe haben die empfindlichen Wandmalereien stark geschädigt: Die Malschicht ist großflächig vergipst und löst sich stellenweise vom Grund. Ausblühende Salzkristalle sprengen den Putz und die darauf haftende Farbe ab.

Musterachse für die "Metamorphosen"

Bereits seit zwei Jahren arbeitet die Bayerische Schlösserverwaltung daran, ein Konzept für die erforderliche Restaurierung des Grottenhofs in der Münchner Residenz zu erstellen. Dazu gehört die Anlage von sogenannten Musterflächen zur umfassenden Reinigung und Konservierung der Malerei.

Dank der großzügigen Spende von Kurt und Helga Kappelmaier in Höhe von 50.000 Euro können nun in den kommenden Monaten die bestehende Musterfläche fertig gestellt und weitere, nicht minder dringliche Ergänzungsarbeiten durchgeführt werden.

Förderer treiben Projekt voran

In kleinerem Umfang, mehrfach durch Förderer unterstützt, konnten bereits in den letzten Jahren Fortschritte auf dem Weg zu einem umfassenden Restaurierungskonzept für das Raumkunstwerk der Renaissance erreicht werden. Zuletzt hat es eine Initiative der "Freunde der Residenz" möglich gemacht, im Wand- und Deckenbereich unmittelbar südlich der Grottenarchitektur eine Musterachse zu erstellen.

Die verfügbaren Gelder reichten aber nicht für eine abschließende Bearbeitung dieser Teilfläche aus. Die Münchner Kappelmaier-Stiftung, die unter dem Dach der Messerschmitt-Stiftung im Bereich der Denkmalpflege agiert, hat jetzt 50.000 Euro zur Verfügung gestellt, um die Restaurierung entscheidend voranzutreiben.

Mehr zur Residenz München finden Sie unter www.residenz-muenchen.de.

 

Presse-Informationen:
Dr. Jan Björn Potthast, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160 und -180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 24. April 2012

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