29. Juli 2013

Pressemitteilung

Söder stellt Museumskonzept "Cadolzburg Erlebnisraum" vor

"Die Cadolzburg soll ein 'Burgerlebnis für alle Sinne' bieten", versprach Dr. Markus Söder, Finanzminister bei der Vorstellung des Museumskonzepts "Erlebnisraum Cadolzburg" am Montag (29.7.). Mit dem Ausbau des Alten Schlosses und einem neuen musealen Nutzungskonzept soll die Cadolzburg zu einem Besuchermagneten in der Region werden. Eine der mächtigsten Burganlagen Bayerns wird künftig auf rund 1.500 m² Ausstellungsfläche eine Zeitreise ins Mittelalter bieten. Als erste Attraktion präsentierte Söder einen mittelalterlichen, voll funktionsfähigen hölzernen Tretradkran.

"Ich danke allen an dem Projekt Beteiligten, insbesondere Herrn Staatsminister Dr. Markus Söder, der das Projekt von der Seite des Freistaates Bayern stetig vorantreibt. Mit dem einzigartigen (Burg-) Erlebnismuseum wird ein wahrer Anziehungspunkt geschaffen, von dem der Landkreis Fürth und darüber hinaus auch die gesamte Europäische Metropolregion Nürnberg profitiert", so Landrat Matthias Dießl.

Museumskonzept und Sanierung der Cadolzburg werden aufeinander abgestimmt. Zwei neue Ausbauschritte für 6,5 Millionen Euro wurden kürzlich freigegeben. Damit steigen die Investitionen in die Burg seit 1982 auf rund 34 Millionen Euro. Die Baumaßnahme soll im Frühjahr 2014 starten. Zusammen mit der Einrichtung des Museums soll sie bis 2016 abgeschlossen sein. Die musealen Einrichtungen erfordern über die Baumaßnahme hinaus weitere Investitionen von rund drei Millionen Euro.

Das vorläufige Konzept sieht folgende museale Ausgestaltung der Burg vor: Auf vier Etagen des Alten Schlosses und in der gesamten Kernburg wird künftig über verschiedene Themenbereiche des Lebens im Mittelalter informiert. Die Besucher sollen das Leben auf der Burg im Spätmittelalter sehen, hören, riechen und ertasten können. Sie können so Geschichte hautnah nachvollziehen. Die Cadolzburg bietet sich hervorragend für ein derartiges Museum an, da die Burgherren, die fränkischen Hohenzollern, zu den wichtigsten und bekanntesten Herrscherfamilien Mitteleuropas zählen.

Im Erdgeschoss hat sich die Burgküche des Mittelalters teilweise erhalten. Hier beeindruckt bis heute der riesige, Ochsenschlot genannte Rauchabzug. Die Küche soll nicht nur museal ausgestattet werden, sondern im Rahmen von Sonderveranstaltungen auch als Mittelalterkochstudio nutzbar sein.

Der erste Museumsraum im Ersten Obergeschoss wird das Thema "Wie sah die Burg früher aus?" darstellen: Drei Tastmodelle der Cadolzburg illustrieren Aufstieg (13. Jahrhunderts), Glanz (15. Jahrhunderts) und Niedergang (Zerstörung 1945) der Burg. Interaktive Medienstationen informieren spielerisch zu Burgbau und zur Burgenforschung. Der nächste Museumsraum geht der Frage nach "Wer herrschte und lebte hier". Dafür wird z. B. der Stammbaum der Hohenzollern, die im 19. Jahrhundert zu deutschen Kaisern aufstiegen, raumgreifend in 3D dargestellt. Installationen beantworten die Fragen "Was ist eigentlich ein Burggraf und was hatten die Hohenzollern davon?" sowie "Was brachte den Zollern der Kurfürstentitel?".

Der "Folterturm" mit dem Blick auf den Gefängnisraum darunter veranschaulicht das Thema Recht und Rechtsausübung im Mittelalter.

Im Zweiten Obergeschoss werden zwei prunkvolle Repräsentationsräume wieder neu entstehen. Diese Räume dienen sowohl als Veranstaltungsräume als auch zu musealen Zwecken. So greifen die musealen Ergänzungen im Erkersaal das Thema "Repräsentation und (Ehe-)Netzwerke" auf – mit Informationen zu Wappen und Baukunst. Die Präsentation im Saal mit der Eichensäule wird sich mit Fragen der Hof-haltung beschäftigen. Im Fenster werden eine imposante Gästeliste mit wichtigen Staatsgästen – Kaiser und Fürsten – und eine mechanische "Filminszenierung" des nahenden Staatsgasts Maximilian I. gezeigt. Mittels Projektion und Medienstation kann man in diesem Raum beispielsweise auch das Thema "Fest und Tanz" anhand eines Tanzwettkampfes mit dem berühmten Kurfürsten Albrecht Achilles partizipativ erleben. Hier soll sich der Besucher unter Anleitung des Herrschers selbst im Moriskentanz üben.

Im Dritten Obergeschoss steht das Burgerlebnis im Vordergrund der musealen Präsentation. Alles richtet sich nach der Frage "Wie lebte und arbeitete man in einer Burg?" Ein Riechkabinett lässt "echten" Burggeruch erschnuppern. Das Thema "Essen" wird als interaktive Spielstation mit akustischen Elementen, Leuchtsignalen und Essensduft dargestellt. Die Musik bei festlichen Anlässen können die großen und kleinen Besucher der Ausstellung selbst in verschiedenen Varianten zu einem spätmittelalterlichen Klangerlebnis werden lassen. Als eines der Highlights des Burgerlebnisses wird die Spielstation zum Thema "Turnier" geplant. Vor einem Bluescreen sollen die Besucher das Ansbacher Ritterturnier des Jahres 1485 nachspielen. In einer Schlafkammer wird unter anderem die typische Kälte mittelalterlicher Burganlagen fühlbar. Dargestellt werden im Erlebnismuseum außerdem die Themen "Kleidung", "Vorratskammer", "Jagd", "Rüstkammer", "Alchemie" und "Regieren und Verwalten".

Ein eigens eingerichteter museumspädagogischer Raum dient der kreativen Nachbereitung des Burgbesuchs mit Gruppen oder Schulklassen.

Eine Plattform im Neuen Schloss behandelt mit einer mittelalterlichen Baustelle das Thema "Wer baute eine Burg und wie geschah das?". Gezeigt werden sollen beispielsweise die Methoden der Steinbearbeitung. Als erstes Ausstellungsstück ist schon jetzt im Innenhof der Nachbau eines voll funktionsfähigen mittelalterlichen Tretradkrans aus Holz aufgestellt. Die Radhöhe beträgt fünf Meter, die Gesamthöhe mit Ausleger ca. acht Meter. Ein beweglicher Ausleger ermöglicht ein Schwenken der Last um 90 Grad.

 

Pressemitteilung 259/2013
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Pressemitteilung 29. Juli 2013

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