9. Mai 2014

Pressemitteilung

Jubiläumsausstellung in Schloss Johannisburg in Aschaffenburg eröffnet

Altar der Schlosskapelle im Rampenlicht der Ausstellung »Wunderkind. Der Bildhauer Hans Juncker«

Vor 400 Jahren wurde der spektakuläre Neubau von Schloss Johannisburg geweiht. Aus Anlass des Schlossjubiläums präsentieren die Bayerische Schlösserverwaltung und die Museen der Stadt Aschaffenburg vom 10. Mai bis 7. September 2014 die erste umfassende Werkschau des Bildhauers Hans Juncker. Mit Altar und Kanzel der Schlosskapelle schuf dieses "Wunderkind" der Bildhauerkunst Hauptwerke der Skulptur am Übergang von der Renaissance zum Barock in Süddeutschland.

Ein Höhepunkt der Sonderausstellung ist die Neuinszenierung des monumentalen Alabasteraltars der Schlosskapelle, den Juncker von 1609 bis 1613 im Auftrag des Mainzer Erzbischofs Johann Schweikard von Kronberg schuf. "Ein überragendes Meisterwerk der Renaissance, das bisher leider viel zu wenig bekannt war, wird ins Rampenlicht gestellt. Die Bayerische Schlösserverwaltung geht mit der multimedialen Präsentation des wichtigsten Werks von Juncker völlig neue Wege der Vermittlung" erklärte Bernd Schreiber, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung in Aschaffenburg.

Eine Licht-Ton-Installation bringt die 31 Vollplastiken und fast 150 Relieffiguren des überreichen Skulpturenensembles zum Sprechen. Die raffinierte Lichtchoreographie macht in der Fülle der Details die großen inhaltlichen Zusammenhänge des Altarprogramms sichtbar. Durch das Anstrahlen einzelner Figurengruppen wird der Blick des Besuchers auf besonders interessante Aspekte des Altars gelenkt, etwa auf das Porträt des Stifters, der ein Modell von Schloss Johannisburg hält.

Zukünftig wird die Kapelle mit dem Altar zentraler Bestandteil des Rundgangs durch Schloss Johannisburg. Neben dem Altar zeichnen sie mit Kanzel und Portal zwei weitere Werke Junckers aus. Besonderes Augenmerk legt die Sonderausstellung auf  das exquisite Material der Skulpturen. Sowohl für den Altar wie auch für die Kanzel wurde Alabaster verwendet, der wegen seiner Lichtdurchlässigkeit von den Zeitgenossen Junckers besonders geschätzt wurde. Anhand von Proben können sich auch die Ausstellungsbesucher mit eigenen Händen von der Qualität des Materials überzeugen.

Ausführlich erklärt wird außerdem die Restaurierung des Altars. Nach seiner schweren Beschädigung im Zweiten Weltkrieg wurden tausende aus dem Schutt geborgene Bruchstücke über mehrere Jahrzehnte in mühevoller Puzzlearbeit wieder zusammengesetzt. Für die Ausstellung erfolgte eine neuerliche Reinigung des Altars. "Seine zentrale Stellung im Oeuvre Junckers lässt sich nun im Kontext der Werkschau eindrucksvoll am originalen Standort erleben", erläutert Dr. Werner Helmberger, Kurator der Bayerischen Schlösserverwaltung der gemeinsam mit den Museen der Stadt Aschaffenburg veranstalteten Ausstellung.

Zum Thema "Hans Juncker und die Aschaffenburger Schlosskapelle" hat die Schlösserverwaltung zudem eine neue Monographie herausgegeben:
Werner Helmberger, Cordula Mauß, Matthias Staschull: Hans Juncker und die Aschaffenburger Schlosskapelle. München 2014. 180 Seiten und 170 Abbildungen, 14,90 Euro

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. Thomas Rainer, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160 und -180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 9. Mai 2014

| nach oben |