15. April 2014

Pressemitteilung

Restauratoren bauen im Marstallmuseum einen Prunk-Lüster von Klenze zusammen

Klassizistischer Leuchter von Königin Caroline kehrt ins Tapetenzimmer zurück

Schauen Sie zu, wie ein Lüster entsteht: Tausende von Gläsern und fragile Glasketten werden am Dienstag (15. April) ab 9 Uhr im Marstallmuseum eingehängt und verdrahtet. Restauratoren und Spezialisten für Lüster ergänzen während der Öffnungszeiten vor Ort die kostbaren Behänge des zwei Meter hohen und 1,5 Meter breiten, prächtigen Lüsters. Zum Abschluss montieren sie die Arme und installieren die modernisierte Elektrik. Leo von Klenze entwarf den Prunkleuchter, der nach der aufwändigen Restaurierung ab sofort wieder im Tapetenzimmer im Obergeschoß des Marstallmuseums im Schloss Nymphenburg zu bewundern ist.

Die Restaurierung wurde von Ingrid Thom, der Fachrestauratorin für Kunsthandwerk der Bayerischen Schlösserverwaltung über viele Monate betreut. "Es war schwierig, das ursprüngliche Erscheinungsbild des Lüsters, der durch unsachgemäße Eingriffe im Laufe der Zeit verändert worden war, wieder herzustellen", betont die Spezialistin für historische Lüster, Ingrid Thom. So fehlten zahlreiche Glaskettchen, die zu einem dichten Glasbehang angeordnet waren.

Ursprünglich gehörte der große Lüster zur Ausstattung der Repräsentationsräume von König Max I. Joseph und Caroline. Als Pendant zu einem Lüster für König Max trägt dieser Prunkleuchter neben goldenen Metallkronen die Initiale "C" für die erste bayerische Königin Caroline. Nach Vorlieben des Königspaares für die Zeit des Klassizismus entwarf der Architekt Leo von Klenze die beiden Lüster. Aufgrund der Formen des Glasbehangs und der Färbung mit Manganoxid können die auf Hochglanz polierten Gläser nach Böhmen lokalisiert werden.

Seit der musealen Nutzung der Räume im Jahr 1984 hängt der Lüster im Tapetenzimmer. Dieser Raum wird aufgrund der illusionistisch bemalten Wandtapeten so bezeichnet. Der mit Papiertapeten beklebte Riemenboden aus dem 18. Jahrhundert muss während des Lüster-Aufbaus abgedeckt werden. Erst wenn der Lüster montiert ist, darf die Abdeckung vorsichtig entfernt werden. Dann beginnt die Arbeit der Papierrestauratoren.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. Thomas Rainer, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160 und -180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 15. April 2014

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