27. Juni 2014

Pressemitteilung

28. Juni 2014: 200 Jahre Würzburg bei Bayern

Sonderausstellung in der Residenz Würzburg erinnert an die Toskana-Zeit

Genau vor 200 Jahren, am 28. Juni 1814, ergriff der bayerische Feldmarschall Carl Philipp von Wrede feierlich Besitz von der Stadt Würzburg. Mit dieser stellvertretenden Regierungsübernahme für das Königreich Bayern endete eine kurze, aber die Stadt Würzburg prägende Ära: Die sogenannte "Toskana-Zeit". Ihrem Namensgeber, Großherzog Ferdinand III. von Toskana, der Würzburg von 1806-1814 regierte, widmet die Bayerische Schlösserverwaltung zurzeit eine spannende Ausstellung in der Residenz Würzburg. »So wohnte der Großherzog« zeigt die Spuren des letzten souveränen Regenten Würzburgs in seinem ehemaligen Wohn- und Regierungssitz und vermittelt einen faszinierenden Eindruck vom Leben am  Hof des Großherzogs. Eine seit 1945 fast vergessene Epoche der Würzburger Geschichte wird so wieder zum Leben erweckt.

Von den drei im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörten Raumfolgen, die Ferdinand III. für sich und seine Familie durch den Architekten Nicolas-Alexandre Salins de Montfort neu ausstatten ließ, haben sich rund 230 Möbelstücke, Leuchter, Bronzen und andere Gegenstände erhalten. Pünktlich zum Jubiläumsjahr 2014 wurden die schönsten Ensembles restauriert und der Öffentlichkeit nach fast 7 Jahrzehnten erstmals wieder präsentiert. Das Mobiliar gehört zu den bedeutendsten Empire-Ausstattungen Europas. Einen Höhepunkt der Ausstellung stellt das Karussell dar, mit dem die Kinder Ferdinands III., aber auch zahlreiche andere gekrönte Häupter gespielt haben.

Großherzog Ferdinand III. von Toskana (1769-1824), war Spross der Habsburger Dynastie und Bruder des damaligen österreichischen Kaisers Franz I. Nachdem Würzburg im Zuge der Niederlagen Napoleons seinen Status als souveräner Staat  verloren hatte, kehrte Ferdinand III. 1814 als Regent in das Großherzogtum Toskana zurück. Sein Sohn Leopold regierte als Leopold II. von 1824 bis 1859 in Florenz, seine jüngste Tochter Maria Theresia wurde 1831 Königin von Savoyen-Piemont, ihr 1820 geborener Sohn Viktor Emanuel stieg 1861 zum ersten König von Italien auf. Im 1814 bayerisch gewordenen Würzburg spielten nun statt der habsburgischen Kinder junge Wittelsbacher mit dem Karussell des Großherzogs, nämlich die Söhne und Töchter des Kronprinzen und späteren Königs von Bayern, Ludwigs I.

Die Sonderausstellung ist während der Öffnungszeiten der Residenz Würzburg zugänglich und im Eintrittspreis enthalten.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. Thomas Rainer, Pressesprecher der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160 und -180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 27. Juni 2014

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