20. November 2015

Pressemitteilung

28. November: 225. Geburtstag von Georg Heinrich May

Vor 225 Jahren, am 28. November 1790, kam der Aschaffenburger Straßenbauingenieur Georg Heinrich May (1790–1853) zur Welt. Gemeinsam mit seinem Vater, dem Hofkonditor Carl Joseph May (1747–1822), schuf er die faszinierenden Korkmodelle antiker römischer Bauten, die heute im Schloss Johannisburg in Aschaffenburg zu sehen sind.

Die weltweit größte Sammlung von Korkmodellen mit 45 Nachbildungen der berühmtesten antiken Architekturen der ewigen Stadt zeigt unter anderem das Kolosseum im Maßstab 1:60 (348,5 x 294 cm).

Der verwendete Werkstoff Kork erwies sich als hervorragend geeignet, die verwitterten Steinoberflächen der alten Bauwerke zu imitieren. Im Gegensatz zu seinem Vater kopierte Georg Heinrich May nicht andere Korkmodelle, sondern schuf seine detailgetreuen Plastiken auf Grundlage von eigenen Architekturstudien in Rom.

An den Korkmodellen kann man sehen, dass einige antike Bauten Mitte des 19. Jahrhunderts anders aussahen als heute. So trug das Pantheon damals noch zwei in der Barockzeit aufgesetzte Glockentürmchen. Georg May bildete diese und auch die großen Eisengitter zwischen den Säulen der Vorhalle, die inzwischen ebenfalls wieder abgebaut wurden, exakt nach. Sogar das Innere des Pantheons mit den damaligen Altareinbauten ist naturgetreu wiedergegeben.

Die Korkmodellsammlung, der Bereich zur Schlossgeschichte, die Schlosskapelle sowie das gesamte städtische Schlossmuseum bleiben trotz der voranschreitenden Generalsanierung von Schloss Johannisburg geöffnet.

Öffnungszeiten
Oktober-März: 10-16 Uhr · April-September: 9-18 Uhr · Montags geschlossen

 

Schloss Johannisburg

Schloss Johannisburg, 1605 bis 1614 unter Kurerzbischof Johann Schweikard von Kronberg errichtet, gehört zu den bedeutendsten Schlossbauten der deutschen Renaissance. Der Straßburger Baumeister Georg Ridinger errichtete eine gewaltige Vierflügelanlage, in die er den mittelalterlichen Bergfried der Vorgängerburg integrierte. Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Innere des Schlosses nach Plänen des Architekten Emanuel Joseph von Herigoyen klassizistisch umgestaltet. Bis 1803 war Schloss Johannisburg die zweite Residenz der Mainzer Kurerzbischöfe. Nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg musste zunächst das Äußere des Schlosses wiederhergestellt werden, bevor 1964 die ersten Schauräume und Sammlungen mit den geretteten Ausstattungsstücken neu eröffnet werden konnten. Nun steht die erste große Sanierung nach dem Wiederaufbau an.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. des. Cordula Mauß
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 20. November 2015

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