18. Juni 2015

Pressemitteilung

»Julius Exter (1863-1939) – Magie der Farben«

Ausstellung im Künstlerhaus Exter in Übersee am Chiemsee vom 21. Juni bis 13. September 2015

Höhepunkt der Sommersaison im Künstlerhaus Exter der Bayerischen Schlösserverwaltung  ist die Ausstellung „Julius Exter (1863-1939) – Magie der Farben“, die am 21. Juni in Übersee-Feldwies eröffnet wird. Bis zum 13. September werden im ehemaligen Atelier und in den Ausstellungsräumen über 90 Werke des Künstlers gezeigt. Aus dem Nachlass des Malers können 17 Gemälde der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt werden. Außerdem sind die Eltern des Künstlers durch zwei Porträts in der Ausstellung vertreten. Beide Bildnisse sind der Bayerischen Schlösserverwaltung in diesem Jahr aus Privatbesitz geschenkt worden.

 

Bild: Gemälde "Lesende Frau mit Booten am Chiemseeufer"

"Lesende Frau mit Booten am Chiemseeufer",
1920/30

Die Ausstellung steht ganz im Zeichen der Farbe. Auf Exters Landschaften, Stillleben, Akte und Alltagsszenen finden sich oft kräftige Farbakkorde. Immer wieder versucht der Künstler seinen Landschaften Tages- und Jahreszeiten einzuschreiben und Stimmungen festzuhalten. Mal ist die Gebirgskette in warmes Nachmittagslicht getaucht, mal erscheint sie im Licht eines verregneten Herbsttages. Exter findet seine Motive in seiner unmittelbaren Umgebung am Chiemsee. Neben großräumigen Landschaftspanoramen widmet er sich intimen Ausschnitten aus der Natur. Er interessiert sich für Bäche, Uferszenen und Waldlichtungen und macht sie bildwürdig. Exter geht es nicht nur um die Wiedergabe dinglicher Natur. Vielmehr setzt er die Farbe als Stimmungsträger ein, mit der er beim Betrachter Empfindungen auszulösen versucht und die Vorstellung von der Natur um den Bereich der Stimmung erweitert.

Mit dem Erwerb des Grundstücks und des Bauernhauses in Übersee-Feldwies im Jahre 1902 verändern sich Exters künstlerischen Interessen. Das Voralpenland mit seinen farbenfrohen Motiven öffnen ihm die Augen und verstärken sein Interesse an der Malerei in der freien Natur. Bis 1917 pendelt er noch regelmäßig zwischen seinem Münchener Atelier und seinem Haus am Chiemsee hin und her. Ab 1917 lässt er sich dauerhaft in Übersee-Feldwies nieder.

Der Maler Julius Exter

Julius Exter (1863-1939) steht den neuen Kunstströmungen  der Zeit aufgeschlossen gegenüber. In den 1880’er Jahren beeinflusst ihn die Malerei des Naturalismus. In den 1890’er Jahren ist es der Symbolismus und nach der Jahrhundertwende sind es die Künstler des Impressionismus und des Expressionismus, die sein künstlerisches Schaffen inspirieren.

1892 schließt sich Exter der im selben Jahr gegründeten Künstlervereinigung der "Münchener Secession“ an. Die Zusammenarbeit dauert aber nicht lange. Er trennt sich von den Kollegen, als er erkennt, dass die Secessions-Ausstellungen weniger darauf angelegt waren, Werkgruppen und damit die künstlerische Eigenart eines Malers oder Bildhauers zu zeigen. Die Künstlervereinigung war vielmehr darum bemüht, in ihren Jahresausstellungen eigenständige Raumkunstwerke zu schaffen, in denen das einzelne Werk hauptsächlich zur Verstärkung eines Farbklangs im Raum ausgewählt und ausgestellt wurde. Bei der Münchener Secession war es jahrelang üblich, Werke eines Künstlers auf verschiedene Ausstellungsäume zu verteilen, um im Zusammenspiel mit der Farbe der Wände ästhetisch anmutende Hängungen zu präsentieren und beim Betrachter harmonische Gesamteindrücke zu hinterlassen. Bei einer derartigen Präsentation tritt die Wahrnehmung des einzelnen Werks gegenüber dem Gesamteindruck des Raumes deutlich zurück.

Nach dem Bruch mit der „Münchener Secession“ stellt Exter weiter in München, Berlin, Düsseldorf und anderen deutschsprachigen Kunstmetropolen aus. Seine Werke finden ein kaufkräftiges Publikum. Aber noch vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges geht der wirtschaftliche Erfolg des Künstlers zurück. Julius Exter stirbt am 16. Oktober 1939. Judith Exter, die Tochter des Künstlers, erbt das Haus mit dem Grundstück.

Das Künstlerhaus Exter

Judith Exter (1900-1975) hat das Exter-Anwesen dem Freistaat Bayern vermacht, der es der Bayerischen Schlösserverwaltung übertragen hat. An das Erbe ist die Auflage geknüpft, das Künstlerhaus zur Erinnerung an das Werk des Künstlers öffentlich zugänglich zu machen.

Seit der Eröffnung am 1. Juni 1980 wird der Ausstellungsbetrieb vom eigens gegründeten Trägerverein Kunsthaus Übersee-Feldwies e.V.) finanziert und organisiert. Die Bayerische Schlösserverwaltung hat das Anwesen originalgetreu restauriert und widmet sich der Sicherung des künstlerischen Nachlasses und stellt die Werksammlungen für die Jahresausstellungen bereit. Inzwischen besuchen etwa 14.000 Kunstinteressierte pro Jahr das von Exter umgebaute, etwa 500 Jahre alte Bauernanwesen.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist der prachtvolle Staudengarten, den Exter nach dem Vorbild Monets und anderer Plein-Air-Maler angelegt hat und der vor einigen Jahren nach Gemälden, Fotos und anderen Dokumenten gartendenkmalpflegerisch wieder hergestellt worden ist.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Das Künstlerhaus Exter ist von Dienstag bis Sonntag jeweils 17 bis 19 Uhr und für Gruppen ab 15 Personen nach telefonischer Vereinbarung geöffnet. Am 13. September 2015 ("Tag des offenen Denkmals") kann das Künstlerhaus von 10 bis 19 Uhr besichtigt werden.

Künstlerhaus Julius Exter mit Garten
Blumenweg 5, 83236 Übersee-Feldwies
Telefon 08642 895083, Fax 08642 895085


Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. des. Cordula Mauß
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190
presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 18. Juni 2015

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