14. April 2015

Pressemitteilung

Stahlträger im Dachstuhl sichern das Gewölbe im Schloss Lustheim

Mit einer außergewöhnlichen Aktion sichert die Bayerische Schlösserverwaltung das große Deckengemälde im Festsaal von Schloss Lustheim. Am Dienstag und Mittwoch (14. und 15. April) arbeiten acht Experten daran, zwei tonnenschwere Stahlträgerpaare behutsam im Holzdachstuhl einzufügen. Diese sichern dann das elf Meter weit gespannte und über 320 Jahre alte Ziegelgewölbe.

Während über dem Gewölbe die bis zu zwölf Meter langen Träger auf Rollbahnen in den Dachstuhl geschoben werden, überwacht darunter ein Fachrestaurator das Deckenfresko auf der Unterseite der Gewölbeschale. Er kann bei kleinsten Veränderungen in der kritischen Bauphase die Arbeiten stoppen.

Die Gewölbesicherung dauert einschließlich Feinjustierung der Stahlteile insgesamt etwa drei Wochen. Voraussichtlich wird Ende Mai das Außengerüst wieder abgebaut. Das Innengerüst muss eventuell noch einige Wochen länger stehen bleiben. Vorausgegangen war eine mehrmonatige aufwändige Grundlagenermittlung und statisch-konstruktive Planungsphase. Die Kosten für die Maßnahme (Zimmerer, Stahl und Gerüstbau) betragen – ohne restauratorische Arbeiten – voraussichtlich rund 60.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für das Innengerüst, die Sicherung des Freskos und die Baunebenkosten wie beispielsweise Planung.

Das Festsaalgewölbe von Schloss Lustheim

Das Deckengemälde wurde um 1689 durch Francesco Rosa und Antonio Bernardi in Freskotechnik angefertigt. Außergewöhnlich ist, dass der mittlere Teil des Gewölbes keine Krümmung aufweist, sondern nahezu horizontal, ähnlich wie eine Hängedecke, verläuft. Dies ist auch der Grund, warum die gemauerte Gewölbeschale so empfindlich ist und einer statischen Sicherung durch die Stahlträger bedarf.

Trotz partieller Rissbildungen und Farbablösungen hat das Fresko sich in einem vergleichsweise sehr guten Zustand erhalten. Die unmittelbar auf dünnen Putzlagen aufgetragenen Malschichten reagieren empfindlich auf Erschütterungen, so dass vor jedweder Arbeit im darüber liegenden Gewölbe- und Dachbereich eine entsprechende Sicherung erforderlich war. Über Lagen von Japanpapier wurde temporär eine leichte Unterstützung (Stempelplatten auf einem Alugerüst) vor allem im Bereich des sehr flach gemauerten Ziegelgewölbes (mit den Putzlagen des Freskos) installiert.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. des. Cordula Mauß
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 14. April 2015

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