9. August 2016

Pressemitteilung

Appell an Schwimmer, Segler und Freizeitkapitäne

Drei Bojen mit Hinweisschildern sollen Pfahlbauten vor der Roseninsel schützen

Drei rote Bojen mit Hinweisschildern informieren im Starnberger See über das einzigartige Bodendenkmal unter der Wasseroberfläche. Die Hinweisbojen mit einem Meter Durchmesser und 300 Kilogramm schweren Ankersteinen markieren die Ausdehnung der UNESCO-Welterbezone um die Roseninsel. Auf den runden Hinweisschildern steht „Schutzzone UNESCO-Welterbe Pfahlbauten“. Sie sollen Schwimmer, Segler, Freizeitkapitäne, Tretbootfahrer, SUP-Paddler und andere Wassersportler fernhalten und so das Bodendenkmal vor weiteren Zerstörungen schützen.

Im ufernahen Bereich um die Insel haben sich im Seeboden Pfahlbaureste aus dem ausgehenden Neolithikum, der Bronzezeit und der frühkeltischen Zeit erhalten: die aus dem Boden ragenden Pfahlköpfe und liegenden Bauhölzer sind bis zu 5000 Jahre alt. Die Kulturschichten sind nur durch eine wenige Zentimeter starke Schlick- und Sandschicht bedeckt und geschützt. Sie enthalten durch den Luftabschluss im Seeboden neben Steingeräten und Keramik auch noch organisches Material wie Netze und Körbe. Mechanische Einwirkung, ja bereits das Gehen im seichten Bereich um die Insel, kann diese Funde schädigen.

Zum Schutz dieses wertvollen Kulturguts bitten die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, die die Roseninsel verwaltet, und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege Besucher, ausschließlich mit der Fähre auf die Roseninsel überzusetzen.

Ganz entscheidend für den Schutz des Bodendenkmals ist:

  • die Insel keinesfalls anzufahren und dort nicht anzulanden

  • nicht vom See aus die Roseninsel zu betreten

  • nicht von der Roseninsel aus ins Wasser zu gehen

  • nicht innerhalb der UNESCO-Welterbezone zu ankern

  • keine Boote an den Markierungsbojen zu befestigen

Für den Fährverkehr werden flache Holzboote, sogenannte Zillen, eingesetzt, die nach Bedarf verkehren und das UNESCO-Welterbe nicht gefährden.

Das Bodendenkmal mit seinen jahrgenau datierbaren Bauhölzern und organischen Funden ermöglicht detaillierte Einblicke in die Lebenswelt unserer Vorfahren am Starnberger See. Darum hat die UNESCO 2011 die Roseninsel zusammen mit 110 weiteren Pfahlbau- und Feuchtbodensiedlungen in sechs Ländern rund um die Alpen in die Welterbeliste eingetragen.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. des. Cordula Mauß
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 9. August 2016

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