14. März 2016

Pressemitteilung

800 Jahre Bistum Chiemsee: Bayerische Geschichte erleben im Museum im Augustiner-Chorherrenstift

Noch bis zum 30. April 2016 ist das König Ludwig II.-Museum der Bayerischen Schlösserverwaltung auf Herrenchiemsee geschlossen. Das ist aber kein Grund, nicht nach Herrenchiemsee zu fahren.

1200 Jahre bayerische Geschichte gibt es im Augustiner-Chorherrenstift auf Herrenchiemsee zu entdecken, vom Anbeginn des ältesten Klosters Bayerns über die Wohnräume Ludwigs II. bis hin zu den historischen Räumen des Verfassungskonvents von 1948.

In diesem Jahr feiert das Bistum Chiemsee, dessen Herzstück das Augustiner-Chorherrenstift ist, sein 800jähriges Bestehen.

 

800 Jahre Bistum Chiemsee

Das Bistum Chiemsee wurde 1216 durch den Salzburger Erzbischof Eberhard von Regensberg als Suffraganbistum begründet. Zur Bistumsgründung erteilte Kaiser Friedrich II. 1213 zunächst die Erlaubnis für Frauenchiemsee und 1215 für Herrenchiemsee. Noch im selben Jahr stimmte auch Papst Innozenz III. dem Vorhaben des Erzbischofs zu.

Zur Kathedrale wurde die Kirche des Klosters Herrenchiemsee bestimmt. Im Winter 1216, vor recht genau 800 Jahren, erhielt Erzbischof Eberhard II. von Regensberg das päpstliche Privileg der selbstständigen Besetzung des Eigenbistums Chiemsee. Er berief als ersten Bischof Rüdiger von Bergheim-Radeck (im Amt 1216-1233).

Der Bischof von Chiemsee war Lehensmann des Erzbischofs von Salzburg und wurde von diesem nominiert, konfirmiert, konsekriert und investiert. Dadurch fungierte der Chiemseer Bischof als persönlicher Weihbischof des Erzbischofs, von dem er auch weitere Aufgaben auferlegt bekam.

Obwohl Bischöfe einer eigenen Diözese, residierten die Chiemseer Bischöfe seit dem 13. Jahrhundert stets in Salzburg, wo sie ab dem 14. Jahrhundert den Chiemseehof (heute Salzburger Landesregierung) bewohnten. Die Augustiner-Chorherren des Klosters Herrenchiemsee bildeten das Domkapitel. An seiner Spitze stand ein Dompropst, der zugleich Archidiakon der Diözese war.

Als Folge der Säkularisation wurde das Bistum Chiemsee1808 aufgelöst. Das Bistumsgebiet ging mit dem Konkordat von 1817 in den Erzbistümern München-Freising und Salzburg auf.

Im Januar 2009 wurde das ehemalige Bistum von Papst Benedikt XVI. als Titularbistum wiedererrichtet. Der Titularsitz ist derzeit vakant.

 

Das Augustiner-Chorherrenstift (Altes Schloss)

Die heutigen Klostergebäude auf Herrenchiemsee wurden im Barock errichtet. Vier Flügel umschließen einen großen, annähernd rechteckigen Hof mit einem idyllischen Rosengarten.

Der Konventstock (Ostflügel) mit Sälen und Wohnzellen entstand 1645-1649, der Bräuhausstock (Westflügel) 1661-1665. Im repräsentativen Fürstenstock (Südflügel, 1700-1716) befanden sich die Klosterküche, Prunksäle sowie Wohnräume für fürstliche Gäste. Mit dem Prälaturstock (Nordflügel, 1727-1730) wurde der Klosterhof geschlossen.

Im Konventstock und im Fürstenstock des Augustiner-Chorherrenstifts erleben Sie im Museum der Bayerischen Schlösserverwaltung 1200 Jahre Bayerische Geschichte: Eine spannende Dokumentation der langen und reichen Geschichte dieses ältesten Klosters Bayerns und des Domstifts ist hier ebenso zu sehen wie die ehemaligen Wohnräume Ludwigs II. in ihrer vollständigen historischen Einrichtung sowie die prachtvollen barocken Prunkräume im Fürstenstock (Südtrakt):  Kaisersaal und Gartenzimmer mit ihrer komplett erhaltenen Ausmalung und Ausstattung  zählen zu den qualitätvollsten barocken Profanräumen Deutschlands.

Das Verfassungsmuseum veranschaulicht in den historischen Räumen des Verfassungskonvents von 1948 die Entstehung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, eines der wichtigsten und hoffnungsvollsten Kapitel in der Geschichte der modernen Demokratie.

Im Prälaturstock ist die Gemäldegalerie Julius Exter mit rund 100 Bildern aus allen Schaffensperioden des Künstlers zu sehen.

 

König Ludwig II.-Museum auf Herrenchiemsee vom 1. März bis zum 30. April 2016 wegen Bauarbeiten geschlossen – Prunkräume weiter geöffnet

Wie die Bayerische Schlösserverwaltung bekannt gibt bleibt das König Ludwig II.-Museum auf Herrenchiemsee noch bis zum 30. April wegen Bauarbeiten geschlossen. Im Museum müssen Arbeiten an der Klimaanlage und zur Verbesserung des Brandschutzes durchgeführt werden. Die Maßnahmen werden auch zu einem deutlich geringeren Energieverbrauch beitragen. Die Baukosten liegen bei ca. 800.000 Euro.

Ab dem 1. Mai ist das König Ludwig II.-Museum wieder geöffnet.

Die Prunkräume des Neuen Schlosses und das Augustiner-Chorherrenstift können wie gewohnt besichtigt werden.

 

 

Das König Ludwig II.-Museum

Das 1987 eröffnete König Ludwig II.-Museum im Südflügel des Neuen Schlosses widmet sich den Lebensstationen Ludwigs II. von der Geburt bis zum frühen tragischen Tod anhand von gemalten Portraits, Büsten, historischen Fotografien und originalen Prunkgewändern.

Als Mäzen des Komponisten Richard Wagner ging der König in die Musikgeschichte ein. Zu diesem Thema sind Portraits, schriftliche Dokumente sowie Theater- und Bühnenbildmodelle ausgestellt.

Die "Königsschlösser" Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee sind ebenso dokumentiert wie die anderen Bauprojekte Ludwigs II..

Originale Prunkmöbel aus dem zerstörten königlichen Appartement der Münchner Residenz oder aus dem ersten Schlafzimmer von Schloss Linderhof sind Höhepunkte des Museums.

Schau- und Prunkstücke des Kunsthandwerks, vom König in Auftrag gegeben, dokumentieren den europäischen Rang der höfischen Münchner Kunst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. des. Cordula Mauß
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160 und -180, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 14. März 2016

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