2. Dezember 2016

Pressemitteilung

Tannhäuser verlässt Venus: Monumentalgemälde für Restaurierung aus der Venusgrotte in Linderhof ausgebaut

Die Restauratoren der Bayerischen Schlösserverwaltung wurden im November vor eine große Herausforderung gestellt: Wegen der derzeitigen Sanierungsarbeiten an der Venusgrotte musste das Monumentalgemälde „Tannhäuser“ (1876/77) von August von Heckel die Grotte verlassen. Bei einer Gemäldefläche von etwa 42 m² eine nicht allzu leichte Aufgabe.

Aufgrund der Größe des Gemäldes konnte das Bild nicht einfach abgehängt werden. Zuvor mussten vom Staatlichen Bauamt Weilheim, das mit der Ausführung der Maßnahme betraut ist, in enger Abstimmung mit dem Restaurierungszentrum der Schlösserverwaltung einige Vorkehrungen getroffen werden. So wurden bereits ergänzte Teilstücke der Grottenarchitektur wieder demontiert und das Mauerwerk hinter dem Gemälde durchbrochen. Auch das Wasser im Grottensee wurde abgelassen, um eine Arbeitsplattform in das Becken stellen zu können. Bereits hier war Maßarbeit gefragt. Wegen Felsbrocken, die dem in der Grotte befindlichen Wasserfall vorgelagert sind, musste diese Plattform mit einer leichten Schräge montiert werden, um eine ausreichende Fläche für die weiteren Arbeitsschritte zur Verfügung zu haben.

Danach stellte eine Gerüstbaufirma an der Vorder- und Rückseite des Gemäldes jeweils zwei hohe Gerüsttürme auf und befestigte darauf, über die gesamte Breite des Gemäldes, einen Querbalken. Mit Hilfe von am Gerüst hinter dem Gemälde fixierten Flaschenzügen wurde das Gemälde zunächst gesichert und anschließend aus seinen Verankerungen gelöst. Dann wurde es, mit der Bildseite nach oben, behutsam auf ein Meter hohe Böcke herabgelassen, vom Keilrahmen gelöst und mit einer Zwischenpolsterung aus Polyamidgewebe Stück für Stück auf eine Rolle aufgerollt. Denn nur im aufgerollten Zustand war es Mitarbeitern der Verwaltung überhaupt möglich, das monumentale Gemälde ohne Beschädigung durch den Mauerdurchbruch aus der Grotte zu bringen und der Transportfirma zu übergeben.

Das Gemälde befindet sich jetzt zur Restaurierung in der Werkstatt eines Gemälderestaurators.

Weitere Informationen zur Restaurierung der Venusgrotte unter www.linderhof.de

 

Über die Venusgrotte

Die Venusgrotte im Schlosspark Linderhof ist ein einzigartiges Bauwerk in Form einer künstlichen Tropfsteinhöhle und der Höhepunkt der Illusionsarchitektur König Ludwigs II. Er ließ in der Grotte einerseits den 1. Akt der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner in Szene setzen, andererseits das Motiv der blauen Grotte von Capri. Dafür konnte die Grotte in verschiedenen Farben künstlich beleuchtet werden, wofür eines der ersten Elektrizitätskraftwerke der Welt geschaffen wurde. Der Hofbaudirektor Georg Dollmann und der Landschaftsplastiker August Dirigl errichteten die Grotte 1876-77 in nur zwei Jahren Bauzeit. Im 19. Jahrhundert war sie das wohl größte Bauwerk ihrer Art, obwohl sie nur für die Nutzung durch den König zu dessen Lebzeiten konzipiert war. 

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. des. Cordula Mauß
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 2. Dezember 2016

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