6. Dezember 2016

Pressemitteilung

Söder erteilt Bauauftrag für Restaurierung in den Prunkräumen in Schloss Neuschwanstein

Haushaltsausschuss billigt 1. Teilbaumaßnahme mit Kosten von 20,14 Millionen Euro

Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen im Bereich der Prunkräume stehen in Schloss Neuschwanstein an. „Die Bauarbeiten an dem Märchenschloss gehen weiter. Jährlich kommen rund 1,5 Millionen Besucher in das Schloss von König Ludwig II. Im Sommer drängen sich im Durchschnitt täglich mehr als 6.000 Besucher durch Räume, die für einen einzigen Bewohner bestimmt waren. Das führt – in Verbindung mit dem alpinen Klima und Licht – zu erheblichen Belastungen für die wertvollen originalerhaltenen Möbel und Textilien. Die Baumaßnahme umfasst die erstmalige, vollumfängliche Restaurierung der Prunkräume von Schloss Neuschwanstein seit 1886“, teilte Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder aus Anlass der Erteilung des Bauauftrags für die 1. Teilbaumaßnahme der Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen im Bereich der Prunkräume von Schloss Neuschwanstein mit. Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hat zuvor das Sanierungsvorhaben mit Kosten von 20,14 Millionen Euro gebilligt. „Das Schloss des Märchenkönigs ist weltweit eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und steht nicht nur für Bayern, sondern für ganz Deutschland“, betonte Söder.

Die arbeitsintensiven Restaurierungen an den einzigartigen Kunstwerken umfasst alle für Besucher zugänglichen Schau-, Neben- und Funktionsräume sowie die ehemalige Königswohnung im Torbau. Insgesamt 2329 Positionen werden restauriert, darunter 93 Räume mit 184 Wand- und Deckenfassungen, 65 Gemälden, 355 Möbeln, 228 Textilien und Lederobjekten, 322 kunsthandwerklichen Objekten, 315 Holzbauteilen, 196 Natur- und Kunststeinobjekten sowie 664 Fenstern und Außentüren. Restaurierungsziel ist neben der Wiederherstellung eines gepflegten, gealterten Erscheinungsbilds eine dauerhafte Konservierung der historischen Ausstattung und Bausubstanz.

Ergänzt werden die Restaurierungsmaßnahmen durch den Einbau einer Lüftungsanlage zur Verbesserung der Raumluftsituation in Verbindung mit der Herstellung von Klimaschleusen im Zu- und Ausgangsbereich. Ziel ist die Verbesserung der Klimastabilität in den Innenräumen für Besucher und Ausstattung. Vorgesehen ist ferner eine Tragwerkssicherung im Dachwerk über dem Thronsaal sowie der Einbau eines Textil- und Möbeldepots im Dachraum des Ritterbaus. Die LED-Beleuchtung wird ergänzt.

Die Bauarbeiten werden abschnittsweise bei laufendem Besichtigungsbetrieb umgesetzt. Das hohe Besucheraufkommen und die beengten räumlichen Verhältnisse können dabei zu Beeinträchtigungen bei der Bauausführung führen. Eine komplette Schließung von Schloss Neuschwanstein für den Besucher soll vermieden werden. Dies bedingt Nachtarbeit und Restaurierungen parallel zum Führungsbetrieb. Allerdings sind zeitlich begrenzte Teilschließungen einzelner Räume unumgänglich. Diese werden, soweit möglich, in besucherärmere Zeiten gelegt. Söder bittet um Verständnis: „Dafür erstrahlen die kostbar ausgestatteten Prunkräume anschließend wieder in ihrem ursprünglichen Glanz.“ In den besucherstärksten Wochen im Sommer sollen keine Arbeiten in den Hauptschauräumen stattfinden.

Die ab 1869 errichtete und nie vollendete „Neue Burg“ war für König Ludwig II. Denkmal der Kultur und des Königtums des Mittelalters, die er verehrte und nachvollziehen wollte. Errichtet und ausgestattet in mittelalterlichen Formen, aber mit damals modernster Technik, ist es das berühmteste Bauwerk des Historismus und ein Hauptsymbol des deutschen Idealismus. Die Haupträume Neuschwansteins sind großenteils mit szenischen Wandbildern der germanischen und nordischen Sagen ausgestattet, die auch Richard Wagner interpretiert hatte. Von Beginn an wollte Ludwig II. als Denkmal der ritterlichen Kultur des Mittelalters den „Sängersaal“ der Wartburg in seiner „Neuen Burg“ einrichten. Daraus wurde eine Kombination aus den Motiven zweier Wartburgsäle, „Sängersaal“ und „Festsaal“. Der Thronsaal kam erst ab 1881 hinzu. Mit ihm wollte Ludwig II. die sagenhafte Gralshalle verwirklichen, wie sie von mittelalterlichen Dichtern beschrieben wurde, um das christliche Königtum zu verherrlichen.

 

Pressemitteilung Nr. 632/16
Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat
Postfach 22 00 03, 80535 München
Pressesprecher: Tina Dangl, Carolin Mayr, Tanja Sterian
Telefon 089 2306 -2460 und -2367, Telefax 089 2809327
presse@stmflh.bayern.de, www.stmflh.bayern.de


Pressemitteilung 6. Dezember 2016

| nach oben |