29. Mai 2017

Pressemitteilung

Söder: Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth wird 2018 wieder eröffnet

Freistaat investiert 27,5 Millionen Euro in die grundlegende Sanierung // Aufführung der Oper Artaserse von Johann Adolph Hasse zur Eröffnung des Opernhauses

Nach über fünf Jahren Sanierung wird im April 2018 das UNESCO-Welterbe Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth wiedereröffnet. Das Opernhaus ist ein einzigartiges Monument barocker Theaterkultur. Seit 2013 laufen umfangreiche Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten an dem fränkischen Kulturschatz. Der Freistaat investiert mit rund 27,5 Millionen Euro kräftig in die Sanierung des Kulturdenkmals. „Die Investition in das einzigartige Monument barocker Theaterkultur lohnt sich sichtbar. In wenigen Monaten wird das einzige vollständig erhaltene Beispiel der Hofopernarchitektur wieder in seiner ursprünglichen Farbigkeit und Pracht erstrahlen“, kündigte Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder an. Das bedeutendste und besterhaltene Beispiel höfischer Opernhausarchitektur wird künftig neben der musealen Nutzung auch in den Sommermonaten von Mai bis Oktober denkmalverträglich bespielbar.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle: „Das markgräfliche Opernhaus in Bayreuth ist ein wertvoller Juwel unter Bayerns Baudenkmälern. Bereits bei seiner Eröffnung 1748 war es nur vergleichbar mit den Opern in Wien, Dresden, Paris oder Venedig. Diesen Schatz auch für die nachfolgenden Generationen mit aller Sorgfalt zu bewahren, ist eine wesentliche Aufgabe unseres Kulturstaats Bayern. Ich freue mich sehr, dass dieses lebendige UNESCO-Welterbe bald wieder seine Pforten für Besucher aus nah und fern öffnet und als kulturelles Aushängeschild Bayerns international Beachtung findet.“

Anlässlich der feierlichen Wiedereröffnung bringt die Bayerische Theaterakademie August Everding mit der Bayerischen Schlösserverwaltung am 12. April 2018 die Oper Artaserse von Johann Adolph Hasse auf die Bühne des Markgräflichen Opernhauses. Hasse war einer der wichtigsten und bekanntesten Komponisten des 18. Jahrhunderts. Mit der Aufführung von Artaserse wird an die Eröffnung des Opernhauses in Bayreuth im Jahre 1748 durch Markgräfin Wilhelmine angeknüpft. Die Schwester Friedrichs des Großen wählte dieses Werk für die Einweihungsfeierlichkeiten des von ihr mit Nachdruck betriebenen Neubaus. Artaserse ist eine opera seria in drei Akten nach einem Libretto von Pietro Metastasio. Die gefeierte Uraufführung fand im Februar 1730 im Teatro San Giovanni Grisostomo in Venedig statt und begründete den Ruhm des Komponisten Hasse. Karten für weitere Aufführungen am 14. und 15. April 2018 sind ab Samstag, 10. Februar 2018, an der Theaterkasse Bayreuth erhältlich. Der Online- und Telefonvorverkauf beginnt am Montag, 12. Februar 2018.

Unter der musikalischen Leitung von Michael Hofstetter erweckt die Hofkapelle München, das bedeutendste Orchester für historische Aufführungspraxis im süddeutschen Raum, gemeinsam mit Studierenden des Master-Studiengangs Musiktheater/Operngesang der Theaterakademie August Everding, Hasses Werk zu neuem Leben. Regie führt der international renommierte Regisseur Balázs Kovalik, der den Studiengang Musiktheater/Operngesang an der Theaterakademie leitet. Realisiert werden kann die Hasse-Oper Artaserse durch die großzügige Unterstützung der Oberfrankenstiftung, der Bayernwerk AG, der BayWa AG, der Hasse-Gesellschaft München e.V. und der VR-Bank Bayreuth. Die Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses wird begleitet von einem umfassenden Rahmenprogramm mit Themenführungen und anderen Attraktionen rund um die Restaurierung, Kunst und Geschichte des Opernhauses. Das genaue Festprogramm wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

Das Markgräfliche Opernhaus der damaligen Residenzstadt Bayreuth entstand ab 1744 in nur vier Jahren Bauzeit nach Plänen von Joseph St. Pierre. Es gehört zu den wenigen in Europa erhaltenen Theaterbauten des 18. Jahrhunderts und wurde 2012 in den Rang des UNESCO-Welterbes erhoben. Den Innenraum gestaltete Giuseppe Galli Bibiena, der wohl berühmteste Theaterarchitekt seiner Zeit. Der heute noch unversehrt erhaltene Theaterraum strahlt eine Atmosphäre von unvergleichlichem Reiz aus.

Im Jahr 1993 gründete der Freistaat Bayern durch die Initiative August Everdings die Bayerische Theaterakademie, um die künstlerische Ausbildung in Theorie und Praxis für eine Vielzahl von Theaterberufen unter einem Dach zu ermöglichen. Sitz dieses studiengangübergreifenden Lehr- und Lerntheaters wurde das Prinzregententheater in München. Seit der Spielzeit 2014/2015 wird die Theaterakademie von Prof. Hans-Jürgen Drescher geleitet. Mit acht Studiengängen und drei professionell ausgestatteten Theatern (Prinzregententheater, Akademietheater, Akademiestudio) ist die Theaterakademie August Everding die größte Ausbildungsstätte für Bühnenberufe im deutschsprachigen Raum.


Pressemitteilung Nr. 229/17
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Pressemitteilung 29. Mai 2017

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