10. Oktober 2017

Pressemitteilung

Söder erteilt Planungsauftrag für Burg Trausnitz

1. Bauabschnitt der Instandsetzung sieht Sicherung der Burghänge vor

Die Burg Trausnitz soll in mehreren Bauabschnitten instandgesetzt werden. „Die einstige Stammburg der Wittelsbacher ist das Wahrzeichen der Stadt Landshut und wesentlicher Bestandteil unserer Heimat Bayern. Die Trausnitz war jahrhundertelang die bedeutende Residenz und Herrschaftszentrum der Herzöge von Niederbayern. Die stattliche Burganlage bedarf einer grundlegenden Instandsetzung. Nach der Sicherung der Burghänge sollen in weiteren Bauabschnitten Dächer und Fassaden instandgesetzt und die ehemaligen Räume des Staatsarchivs im Fürstenbau museal ausgebaut werden“, teilte Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder aus Anlass der Erteilung des Planungsauftrags für einen 1. Bauabschnitt an die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen mit. Dieser sieht die Sicherung der Burghänge mit geschätzten Kosten von rund 1,9 Millionen Euro vor. Nach dem Vorliegen der Planung wird das Bauvorhaben dem Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des Bayerischen Landtags zur Genehmigung vorgelegt.

Im Jahre 1204 wurde die Burg Trausnitz unter Herzog Ludwig I., dem Kelheimer, gegründet. In den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts wurde sie zu einer stattlichen Burganlage ausgebaut. Ein Vierteljahrtausend, von 1255 bis 1503, genoss die Burg Trausnitz als Residenz und Herrschaftszentrum der Herzöge von Niederbayern herausragende Bedeutung. Besonders unter den „Reichen Herzögen“ von Bayern-Landshut erfuhr sie im 15. Jahrhundert zahlreiche Um- und Erweiterungsbauten. So entstanden Fürstenbau und Neue Dürnitz, die Ringmauern wurden erhöht und erweitert sowie die markanten Wehrtürme errichtet. Noch heute wird im Vierjahresturnus die „Landshuter Hochzeit“ gefeiert, die Ludwig der Reiche zur Vermählung seines Sohnes Georg mit der polnischen Königstochter Hedwig 1475 ausrichtete.

Erbprinz Wilhelm, der 1568 mit seiner Gemahlin Renata von Lothringen in Landshut Wohnsitz nahm, bevor er vor 1579 als Herzog Wilhelm V. nach München zog, gestaltete die Burg zu einem Musenhof der Renaissance um. Der Burghof erhielt seine reizvollen Laubengänge und der italienische Anbau mit der berühmten Narrentreppe entstand. Lustgärten wurden angelegt und auch der Grundstock zu einer Kunstsammlung wurde gelegt, die als Kunst- und Wunderkammer nicht nur Kunstvolles, sondern auch Exotisches und Wunder der Natur vereinte. Prinz Wilhelm ließ die berühmte Landshuter Narrentreppe mit Szenen aus der italienischen Commedia dell'arte in Lebensgröße ausmalen. Die Ausmalung ist das früheste malerische und einzige monumentale Denkmal für die Kunstform der Commedia dell`arte. Der in Florenz geschulte Friedrich Sustris entwarf die Malereien, die Alessandro Padovano um 1578-1579 ausführte. Im Damenstock der Burg Trausnitz erinnert ein Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums an die große Sammeltradition der Wittelsbacher Herzöge. Burgführung und Besuch der Kunst- und Wunderkammer vermitteln ein sehr eindrucksvolles und vielschichtiges Bild vom Leben der bayerischen Herrscher und dem Zeitgeist der Renaissance.

Weitere Informationen im Internet: www.burg-trausnitz.de

 

Pressemitteilung Nr. 435/17
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Pressemitteilung 10. Oktober 2017

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