10. Februar 2017

Pressemitteilung

12. Februar: 275 Jahre Krönung des Kurfürsten Karl Albrecht zum Kaiser Karl VII.

„Meine Krönung ist gestern vor sich gegangen mit einer Pracht und einem Jubel ohne gleichen…“ – so notiert es der frisch gekrönte Kaiser Karl VII., kurz zuvor noch „schlichter“ Kurfürst von Bayern, am Abend des 12. Februar 1742 in sein Tagebuch.
Das Ziel, auf das er seit seiner Kindheit von seinem ehrgeizigen Vater Max Emanuel vorbereitet worden war, schien erreicht. Das rivalisierende Haus Habsburg, das zwei Jahrhunderte lang die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gestellt und damit aus einer Wahlmonarchie praktisch ein Erbkaisertum gemacht hat, war endlich überwunden worden.

Schon die Vermählung mit der Kaisertochter Maria Amalia 1722 war Teil der Strategie, den Kurfürsten Karl Albrecht zum Kaiser zu machen. Auch die Einrichtung der „Reichen Zimmer“ in der Residenz München durch François Cuvilliés unterstrich seine politischen Ambitionen.

Die Krönung des Kurfürsten Karl Albrecht zum Kaiser am 12. Februar 1742 in Frankfurt war die größte des 18. Jahrhunderts. In einer eigens in Frankreich gekauften Prunkkarosse fuhr Karl zur Krönung. Heute ist der originale Krönungswagen, einer der schönsten Staatswagen des französischen Rokokos, im Nymphenburger Marstallmuseum der Bayerischen Schlösserverwaltung ausgestellt.

Wie der Krönungszug des Kaisers ausgesehen hat, ist anhand eines 21 Meter langen, hinterleuchteten Repros einer zeitgenössischen Graphik dargestellt, die das bedeutende Ereignis festhielt. Im Museum wird zudem ein Film über die von Karl Albrecht unternommenen Anstrengungen, Kaiser zu werden, gezeigt.

Bereits am Tag nach der prunkvollen Krönung wartete die Realität auf den neuen Kaiser. Das empörte Haus Habsburg besetzte Bayern und München und läutete damit den Österreichischen Erbfolgekrieg ein. Karl VII. – ein Kaiser ohne Land – sollte München für lange Zeit nicht mehr sehen. Mit seinem Tod 1745 beendete er das Wittelsbacher Kaisertum, das von da an wieder an das Haus Habsburg fiel.

Das Marstallmuseum

Die weltweit einzigartige Sammlung von Kutschen König Ludwigs II. sowie der gesamte Bestand von Staats- und Galawagen der Wittelsbacher – insgesamt über 40 Fahrzeuge aus über 300 Jahren – war bis zum Zweiten Weltkrieg im alten Marstall am Marstallplatz nahe der Münchner Residenz untergebracht. 1952 wurde das Marstallmuseum in den ehemaligen Stallungen des Nymphenburger Schlosses eingerichtet. Das Marstallmuseum zählt zu den bedeutendsten seiner Art weltweit.


Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Dr. des. Cordula Mauß
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190
presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 10. Februar 2017

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