11. Juni 2018

Pressemitteilung

Einzigartige Zwergobstbäume. Sonderausstellung „Obstorangerie in Scherben“ im Würzburger Hofgarten

Anlässlich der Bayerischen Landesgartenschau zeigt die Bayerische Schlösserverwaltung in der eigens konzipierten Sonderausstellung „Obstorangerie in Scherben“ bis zum 3. Oktober 2018 erstmals die schönsten Zwergobstbäume der Würzburger Obstorangerie im Würzburger Hofgarten.

Die einzigartigen Zwergobstbäume stehen in speziell dafür hergestellten grün glasierten Keramiktöpfen, die im 18. und 19. Jahrhundert auch als „Scherben“ bezeichnet wurden. Noch heute finden die Gärtner bei der Bodenbearbeitung und beim Graben im Hofgarten immer wieder Bruchstücke alter gärtnerischer Gebrauchskeramik, die zumeist grün- seltener braun-glasiert sind. Auf der Grundlage dieser Scherbenfunde, darunter Bruchstücke alter Henkel oder einfach verzierter Topfränder, wurden Rekonstruktionszeichnungen für die neuen, grün glasierten „Scherben“ bzw. Töpfe erstellt. Die Keramiktöpfe selbst wurden dann im Laufe der letzten Jahre in der Landshuter Keramikschule in Handarbeit hergestellt – jeder „Scherben“ ist also ein Unikat.

Die „Obstorangerie in Scherben“ ist eine alte Form der Obstkultur, heute jedoch nur noch sehr selten zu sehen. Ausschlaggebend für den Aufbau einer Obstorangerie im Würzburger Hofgarten war die Tatsache, dass der Hofgarten noch bis ins 19. Jahrhundert hinein eine große Fülle an Obstbäumen aufwies. Dies geht auf Johann Prokop Mayer zurück, der von 1770 bis 1804 im Würzburger Hofgarten als Hofgärtner tätig war. Er pflanzte im gesamten Garten mehrere Hundert Obstbäume und erzog sie in kunstvollen Formen. Sie waren wesentlicher Bestandteil der Gartengestaltung. Die neue Obstorangerie ermöglicht es der Bayerischen Schlösserverwaltung, einen Teil der alten Obstsorten des 18. Jahrhundert zusammen zu tragen und auf kleinem Raum zu kultivieren. Über die Obstorangerie können die heutigen Besucher wieder einen Teil der alten Sortenvielfalt des Hofgartens bewundern. Mit dem Aufbau der Sammlung hat die Schloss- und Gartenverwaltung Würzburg im Jahr 2007 begonnen, die ältesten der Bäumchen der Sammlung sind also bereits über 10 Jahre alt.  Die gesamte Zwergobst-Sammlung besteht derzeit aus knapp 100 Bäumen, davon 32 Apfel-, 52 Birn- und sechs Pflaumenbäume und stellt ein eindrucksvolles Zeugnis historischer Gartenkunst dar.

Die Obstorangerie kann während der Öffnungszeiten des Würzburger Hofgartens in einem Sonderbereich gegenüber dem Küchengarten besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zum Würzburger Hofgarten finden Sie unter www.residenz-wuerzburg.de.

 

Presse-Informationen:
Dr. Cordula Mauß und Franziska Hölzle
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 11. Juni 2018

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