Informationen zu den Auerochsen auf der Insel Wörth im Starnberger See:

Urige Rindviecher im Dienst der Schlösserverwaltung: Auerochsen auf der Insel Wörth

 

 

Bild: Auerochsen auf der Insel Wörth

 

Viele außergewöhnliche Tiere leben rund um die Schlösser, Gärten und Seen der Bayerischen Schlösserverwaltung; zum Beispiel eine Herde Auerochsen auf der Insel Wörth im Staffelsee bei Murnau.

Sieben Inseln gibt es im interner Link Staffelsee. Die größte und einzig bewohnte davon ist die Insel Wörth. Dort leben nur wenige Menschen, aber eine Herde Auerochsen. Die Tiere wurden im Jahr 2005 zur Landschaftspflege als "natürliche Rasenmäher" ausgewildert. Sie bewahren die Wiesenflächen vor der Verbuschung und sorgen dafür, dass die artenreiche Flora und Fauna erhalten bleibt.

Bild: Kälbchen

Auerochsen-Kälbchen

Zunächst wurden neun Tiere mit der Fähre auf die Insel gebracht. Bereits ein halbes Jahr nach der Auswilderung hatten die Auerochsen den ersten Nachwuchs; seitdem erblicken jedes Jahr mehrere Kälbchen das Licht der Welt.

Die heutigen externer Link Auerochsen sind eine Rückzüchtung der Urform der Auerochsen. Diese waren einst über weite Teile von Europa, Asien und Nordamerika verbreitet, starben aber schon vor über 300 Jahren aus. In den 1930er Jahren züchteten die Gebrüder Heck – beide waren Tierforscher und Leiter großer deutscher Zoos – aus mehreren Rinderrassen die heutige Auerochsenform zurück. Schon nach wenigen Generationen entstand so eine Rasse, die wesentliche Eigenschaften der ursprünglichen Auerochsen aufweist.

Die Tiere wiegen im Durchschnitt zwischen 500 und 800 Kilo und sind sehr robust. Die Insel bietet ihnen einen idealen Lebensraum: Von den 35 Hektar sind rund 16 Hektar Weidefläche und 6 Hektar Wald.

Die Tiere verbringen das ganze Jahr auf der Insel. Auch Temperaturen von -25 °C machen ihnen nichts aus. Ihr Winterfell ist so dicht und isoliert so gut, dass sogar Neuschnee darauf nicht schmilzt. Im Sommer liegen sie selbst bei 30 °C in der prallen Sonne. Obwohl sie mit Ihren beeindruckenden Hörnern gefährlich aussehen, sind Auerochsen eher scheu und nicht aggressiv. Ihr Lebensraum ist durch Elektrozäune abgegrenzt; innerhalb dieser Grenzen können sich die Tiere jedoch frei bewegen.

Bild: Auerochse am Staffelsee

 

 

Außer den Auerochsen hat die Insel auch einen archäologischen Park zu bieten. Dieser dokumentiert die Siedlungsgeschichte auf der Insel und zeigt die Grundrisse des ehemaligen Klosters und der früheren Kirchenbauten auf.

In der neoromanischen Kapelle St. Simpert finden in regelmäßigen Abständen Gottesdienste statt. Auch für Hochzeiten ist die Kapelle beliebt. Besuchergruppen können nach Voranmeldung mit dem externer Link Schiff zur Insel übersetzen.

 

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