9. Oktober 2019

Pressemitteilung

Wieder ein kranfreier Blick auf das Schloss

Großer Fortschritt bei der Sanierung des Schlossparks Linderhof

Die Sanierung der Freianlage Linderhof macht große Fortschritte. Nach zwei Jahren kann die Bayerische Schlösserverwaltung den Besuchern ab Samstag, 19. Oktober wieder einen kranfreien Blick auf das Schloss bieten. Der knapp 41 Meter hohe Kran mit einem Ausleger von 50 Metern hinter dem Schoss wird am Donnerstag zuvor (17. Oktober) abgebaut. Eine Spezialfirma hebt den Kran mit Hilfe eines Autokrans über das Schloss und transportiert ihn wieder ab. Der sehr viel kleinere Kran am oberen Ende der Kaskade soll wenige Tage später (am 22. Oktober) ebenfalls abtransportiert werden, sofern die Witterung ausreichend trocken ist. Im Frühjahr kommenden Jahres wird die Kaskade dann wieder in Betrieb genommen – allerdings noch ohne die Zinkgussfiguren des Neptunbrunnens, die weiterhin noch restauriert werden.

Die Sanierung der Freianlagen im Schlosspark Linderhof

Die Bayerische Schlösserverwaltung arbeitet seit dem Frühsommer 2015 an der Sanierung der Freianlagen im Schlosspark Linderhof.

Aufgrund der alpinen Lage des Schlossparks auf rund 1000 Metern sind die Freianlagen dem dortigen rauen Bergklima mit starken Witterungseinflüssen ausgesetzt. Hangwasser und undichte Stellen an der Kaskade haben die Freianlagen durchfeuchtet, verschmutzt und geschädigt. Eine grundlegende Instandsetzung war somit unumgänglich.

Die momentan laufende Baumaßnahme umfasst insbesondere Freianlagen im Umgriff des Schlosses: Die Kaskadenanlage mit Neptunbrunnen und Laubengängen, den Schlossvorplatz mit südlicher Stützmauer und Balustraden, die Treppenanlagen westlich und östlich des Schlosses, die Treppenanlage zum Wasserparterre und das östliche Spaliergitter im Wasserparterre, Teilbereiche der Terrassenanlage südlich des Wasserparterres, den Venustempel, die Zinkgussfiguren am Fuß der Kaskade, die steinernen Parkfiguren sowie die Vasen aus Naturstein und Zinkguss. Unter anderem arbeitet das Bauamt Weilheim im Auftrag der Schlösserverwaltung mit Hilfe zahlreicher Firmen an der Sanierung und Abdichtung der Kaskade, an der Sanierung des Neptunbrunnens mit Figurengruppe, an der Instandsetzung der Treppenanlagen westlich und östlich des Schlosses sowie an der Erneuerung des Belags des Schlossvorplatzes und der Restaurierung von Natursteinfiguren, Natursteinvasen und Zinkgussvasen.

Der Schlosspark Linderhof

Der Schlosspark Linderhof sollte nach Willen König Ludwigs II. zu einer der bedeutendsten Gartenanlangen des 19. Jahrhunderts werden. Hofgärtendirektor Carl von Effner (1831–1884) plante und vollendete ihn bis 1880. Die um das Schloss geometrisch streng gegliederte Anlage liegt in einem weiträumigen Landschaftsgarten, der kaum merklich in die freie Berglandschaft übergeht. Vor dem Schloss führen einige Stufen hinab zu einem großen Wasserbecken mit der vergoldeten Springbrunnengruppe, der Flora, im Zentrum und einer bis zu 25 Meter hohen Fontäne. Die großen Geländesprünge überwand Effner nach italienischen Renaissancevorbildern mit Hilfe meisterlich gestalteter Terrassen und Kaskaden. Am Ende des Wasserbassins führt eine gewaltige, 1875 erbaute Terrassenanlage zum Venustempel. Auf der Gegenseite, vor dem Schlafzimmer im Nordtrakt, nutzte Effner das ansteigende Gelände zum Bau einer Kaskade: Über 30 Marmorstufen fließt das Wasser den Hang herab. Zusammen mit dem „Neptunbrunnen“ als unterer und dem sogenannten „Musikpavillon“ als oberer Abschluss schirmt die Kaskade das Schloss nach Norden hin zur Landschaft ab.

Mit den barockisierenden Parterres, der renaissancehaften Terrassenanlage, dem landschaftlichen Park, dessen gestalterische Ursprünge in England zu suchen sind, mit Anleihen aus historischen Gärten wie Marly le Roi in Frankreich oder La Granja in Spanien zählt die Garten- und Parkanlage in Linderhof zu den Musterbeispielen der Gartenkunst des Historismus.

Wintersaison im Schloss und im Park Linderhof

Am 15. Oktober endet der Besichtigungsbetrieb in der Hundinghütte und den weiteren Parkbauten. Die Öffnungszeiten im Schloss werden auf 10 bis 16.30 Uhr verkürzt. Der Besuch der Ausstellung „Vom Lynder-Hof zum Schloss“ im Königshäuschen ist dann sonn- und feiertags sowie in den bayerischen Schulferien täglich von 12 bis 16.30 Uhr (außer 24., 25., 31. Dezember 2019, 1. Januar und 25. Februar 2020) möglich.

Weitere Informationen zur Schlossanlage Linderhof finden Sie unter www.linderhof.de.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Franziska Wimberger
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 9. Oktober 2019

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