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2. Juni 2020

Pressemitteilung

Die Residenz Ellingen in historischen Aufnahmen

Anlässlich des 300-jährigen Jubiläums des barocken Neubaus der Residenz Ellingen hat die Bayerische Schlösserverwaltung historische Aufnahmen des Schlosses aus den Bildarchiven geholt. Die zuständige Museumsreferentin, Dr. Cordula Mauß, durchforstete die verschiedenen Archive und wurde fündig. Ursprünglich sollten die ausgegrabenen Fotoschätze in einer kleinen Ausstellung im Mai gezeigt werden. Die Schlösserverwaltung plant nun, diese den Besuchern zu einem späteren Zeitpunkt zu präsentieren. Eine Auswahl der Fotos können Sie bereits jetzt bequem von zuhause aus in unserem Blog sehen unter https://schloesserblog.bayern.de.

Fotos erzählen Geschichte

Seit dem Aufkommen der Fotografie im 19. Jahrhundert war die Residenz Ellingen im Fokus von Fotografen. 1815 übergab König Max I. von Bayern seinem berühmten Feldmarschall Carl Philipp Fürst von Wrede (1767–1838) Ellingen. Von der ehemaligen Deutschordensresidenz als Familiensitz berichten Aufnahmen aus dem Fotoalbum der Fürsten von Wrede.

Neuankauf ergänzt die Fotosammlung

Eine weitere frühe Aufnahme ist ein Albuminabzug aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. „Dieses Foto von der Residenz konnten wir von einem Sammler neu ankaufen, es ergänzt die Bilder aus den Archiven sehr gut“, betont Dr. Cordula Mauß.

Eine der berühmtesten Aufnahmen Ellingens: Die Schlosskirche als Lagerstätte

Die Schlosskirche als Lagerstätte 1945 dürfte eine der berühmtesten Aufnahmen Ellingens sein. Es wurde tausendfach im Zusammenhang mit Berichterstattungen über NS-Raubkunst gedruckt, etwa im Zuge des Gurlitt-Falles. Ob es Raubkunst zeigt, ist jedoch keineswegs klar. Deutlich zu erkennen sind Stoffballen, die laut Archivalien der U.S. Army und der Schlösserverwaltung aus dem „Hilfszug Herman Göring“ stammen sollen, der wohl seitens des NS-Regimes Hilfsgüter in zerbombte Gebiete brachte. Ob diese Stoffe Raubgut aus von deutschen Truppen besetzten Gebieten waren und was die Kisten beinhalteten, ist bisher nicht geklärt.

Vermittlung unserer Geschichte – Die Residenz Ellingen als Museum

1939 erwarb der bayerische Staat das Schloss zusammen mit der Reithalle und dem Park von den Fürsten von Wrede und übergab es der Obhut der Bayerischen Schlösserverwaltung. Die fürstliche Familie verfügte noch bis 2010 über ein Wohnrecht im Ostflügel des Schlosses. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten und der Erarbeitung eines Museumskonzepts wurde das Schloss ab 1954 nach und nach für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit der Museumseröffnung 1954 waren zuerst das Treppenhaus, ein Großteil der Prunkräume des 1. Obergeschosses sowie im 2. Obergeschoss der Festsaal mit den beiden angrenzenden Räumen zu sehen. Ausstellungsobjekte zur Deutschordensgeschichte wurden im sogenannten Landkomturzimmer präsentiert.

Da große Teile des Schlosses durch Plünderungen in der Nachkriegszeit ihrer mobilen Ausstattung beraubt wurden, musste das Mobiliar einiger Räume mit Stücken aus dem Besitz der Fürsten von Wrede und der Bayerischen Schlösserverwaltung ergänzt werden.

Bis heute stellt die Residenz Ellingen eines der bedeutendsten Schlösser und Zeugnisse des Deutschen Ordens und eine besondere Perle der Barockarchitektur sowie der klassizistischen Ausstattungskunst dar. Die Bayerische Schlösserverwaltung und besonders die Kolleginnen und Kollegen der Residenz Ellingen freuen sich auf alle Besucher nach der Corona-bedingten Schließzeit. 

Die Schloss- und Gartenverwaltung Ansbach

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Außenverwaltung Ansbach kümmern sich mit viel Sorgfalt und Mühe nicht nur um die Ansbacher Residenz und den Hofgarten, sie sind zudem für die Residenz Ellingen mit Park und die Willibaldsburg in Eichstätt mit ihrem Bastionsgarten zuständig. Über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und rund 10 Saisonkräfte arbeiten für die Schloss- und Gartenverwaltung Ansbach. Für ein einmaliges Residenzerlebnis und einen angenehmen Besuch im Hofgarten sorgen – teilweise hinter den Kulissen – Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, eine Auszubildende, Gärtnerinnen und Gärtner, ein Forstwirt, Haustechniker und Kastellane sowie Kassen- und Putzkräfte. 

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Franziska Wimberger
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 2. Juni 2020


 
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