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10. September 2021

Pressemitteilung

Ein Schatz zum Dante-Jubiläumsjahr

Zwei bisher kaum bekannte Gemälde bereichern die Burg Trausnitz

Zwei Gemälde aus der Mitte des 16. Jahrhunderts bereichern als neue Ausstellungsstücke die Burg Trausnitz. Sie zeigen Porträts der italienischen Dichtergrößen Dante Alighieri (1265–1321) und Giovanni Boccaccio (1313–1375). Die beiden Bilder stammen ursprünglich aus der berühmten Kunstkammer Herzog Albrechts V. von Bayern. Die kostbaren Zeugnisse früher bayerischer Sammelleidenschaft wurden aus dem Depot geholt, sorgfältig restauriert und zieren nun das Kabinett des Erbprinzen Wilhelm im Italienischen Anbau der Burg Trausnitz. Die Bayerische Schlösserverwaltung freut sich, die beiden bisher kaum bekannten Gemälde der Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich machen zu können.

Ein Schatz aus dem Depot zum Dante-Jubiläumsjahr

Zum 700. Todestag Dantes am 14. September 2021 zeigt die Bayerische Schlösserverwaltung das eindrucksvolle Porträt des bedeutendsten Dichters Italiens, der mit der „Göttlichen Komödie“ eines der berühmtesten Werke der Weltliteratur schuf und die italienische Sprache anstelle von Latein zur Literatursprache erhob. Das charakteristische Bildnis des Dichters mit den bekannten markanten Gesichtszügen und dem von Lorbeer umkränzten Haupt mit roter Leinenmütze und weißer Bundhaube ist sofort als Dante kenntlich, selbst wenn der Name des Porträtierten nicht unter seiner Büste stünde. Die Darstellung ist eine relativ getreue zeitgenössische Kopie nach dem bekannten Bildnis des Dichters von Sandro Botticelli von 1495. Daneben wird das Porträt von Giovanni Boccaccio gezeigt. Boccaccio, durch seinen berühmten Roman „Decamerone“ als Begründer der Erzähltradition in Prosa gefeiert, war ein großer Bewunderer Dantes und erhob dessen Hauptwerk, die „Commedia“, zur „Göttlichen“ Komödie. Bei beiden Gemälden sind die Künstler bisher nicht bekannt.

Die Kunstkammer als Urzelle bayerischer Kunstsammlungen

Die beiden Porträts hängen nun in dem Kabinettraum, den Erbprinz Wilhelm, der spätere Herzog Wilhelm V. (reg. 1579-1598), in seinem Renaissance-Anbau neben der mit Commedia dell’arte-Szenen ausgemalten Narrentreppe einrichten ließ. Mit den neuen Ausstellungsstücken wird der freskierte Gewölberaum als intimer Studien- und Sammlungsraum des Herzogs zum Leben erweckt.
Bildnisse berühmter Persönlichkeiten waren zur Zeit der Renaissance gesuchte Objekte für die fürstlichen Kunstkammern und häufig ließen die Fürsten Kopien nach bekannten Gemälden anfertigen. Auch Wilhelm, Albrechts Sohn, hatte auf der Trausnitz eine Kunstkammer, die er nach seinem Regierungsantritt mit der seines Vaters in München zusammenführte. Weitere Porträts berühmter Persönlichkeiten aus diesem Bestand sind in der Kunst- und Wunderkammer der Burg Trausnitz, einem Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, zu sehen.

Die Burg Trausnitz mit der Kunst- und Wunderkammer ist täglich von 9-18 Uhr zu besichtigen. Corona-bedingt ist die Burg derzeit ohne Führung zu besichtigen. Weitere Informationen rund um den Burgbesuch und zu den derzeit geltenden Regelungen finden Sie unter www.burg-trausnitz.de.

Die Burgverwaltung Landshut

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Außenverwaltung in Landshut kümmern sich mit viel Sorgfalt und Mühe nicht nur um die Burg Trausnitz und die Stadtresidenz in Landshut, sondern auch um die Burg Burghausen. Gut 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie sieben Saisonkräfte arbeiten vor und hinter den Kulissen in den drei Sehenswürdigkeiten. Für ein einmaliges Erlebnis und einen angenehmen Besuch in den Museen sind die Burg- und Schlossführerinnen, die Mitarbeitenden in der Verwaltung, die Haustechniker sowie die Kassen- und Reinigungskräfte verantwortlich.

 

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Franziska Wimberger
Pressesprecherinnen der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-160 und -180, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 10. September 2021


 
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