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1. Dezember 2025
Zum Namenstag der heiligen Barbara am 4. Dezember 2025 kehrt eine barocke Holzskulptur der Heiligen in die Marienkirche der Würzburger Festung Marienberg zurück. Die Skulptur war seit der frühen Nachkriegszeit nicht mehr öffentlich zu sehen und wurde nun durch die Bayerische Schlösserverwaltung restauriert.
Die geschnitzte Halbfigur entstand im 17. Jahrhundert und ist mehrfarbig, in Kombination mit Gold- und Silberauflagen, gefasst. Eine ovale Aussparung in ihrer Brust beinhaltete einst eine heute verlorene Reliquie. Die heilige Barbara – traditionell mit einem Turm dargestellt, hier jedoch mit Kelch, Palmzweig und Krone – gilt als Beschützerin der Türme und Festungen sowie als Patronin der Sterbenden, später auch des Bergbaus.
Der Altar, auf dem die Skulptur einst stand und auf dem sie nun wieder ihren Platz findet, ist den heiligen Märtyrern Aquilin und Paulinus geweiht. Nach Quellen des 19. Jahrhunderts wurde er jedoch im Volksmund „Barbara-Altar“ genannt. Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 brannte der Chor der Marienkirche aus. Auch die hölzerne Kanzel unmittelbar neben dem „Barbara-Altar“ fiel den Flammen zum Opfer. Die starke Hitzeentwicklung beschädigte die Skulptur und ihre Fassung erheblich.
Die kürzlich erfolgte Restaurierung brachte spannende Erkenntnisse zur ursprünglichen Gestaltung und Aufstellung der Figur: Demnach war die Skulptur bei ihrer Entstehung vollständig versilbert – auch Gesicht und Hände –, während allein der Palmzweig grün gefasst war. Die farbige Fassung stammt vermutlich erst aus dem 18. Jahrhundert, auch Krone und Kelch sind eine spätere Zutat. Diese Beobachtungen liefern auch Hinweise auf den ursprünglichen Aufstellungsort: Noch im 17. Jahrhundert gab es in der Marienkirche neben dem Hauptaltar im Chor nur zwei Nebenaltäre seitlich des Chorzugangs. Der Altar rechts neben der Kanzel war damals schwarz und mit silbernen, die Passion Christi darstellenden Tafeln geschmückt. In Quellen des 17. Jahrhunderts wird er „schwarzer Altar“ aber auch „silberner Altar“ genannt. Die Beschützerin der Festungen und Sterbenden mag damals schon – silbern gefasst – auf diesem Altar gestanden haben. Johann Philipp von Greiffenclau ließ die Altäre schließlich durch Kilian Stauffer erneuern und fügte zwei weitere hinzu; alle Altäre wurden 1702 geweiht. Es ist anzunehmen, dass die heilige Barbara in diesem Zusammenhang erstmals eine neue, farbige Fassung erhielt.
Aufgrund der laufenden Baumaßnahmen kann die Kernburg der Festung Marienberg derzeit nur im Rahmen von Führungen der Bayerischen Schlösserverwaltung besichtigt werden. Am Samstag, den 6. Dezember 2025 besteht um 14 Uhr im Rahmen der Führung „Mitra, Märtyrer, Marienkult“ erstmals die Möglichkeit, die restaurierte Skulptur der heiligen Barbara in der Marienkirche zu sehen.
Auf einen Blick
Was? Führung „Mitra, Märtyrer, Marienkult“ mit Möglichkeit zur Besichtigung der zurückgekehrten Skulptur
Wann? Samstag, 6. Dezember 2025, 14 Uhr; Dauer ca. 1 Stunde
Wo? Festung Marienberg, Würzburg; Treffpunkt: Museumsladen im Echtertor
Kosten? 4,- Euro regulär; 3,- Euro ermäßigt
Anmeldung? erforderlich unter festung.marienberg@bsv.bayern.de oder per Telefon unter 0931 35517-50
Hinweis: Die Führung ist leider nicht barrierefrei; es sind einige Treppen und Höhenunterschiede zu überwinden. Bitte achten Sie außerdem auf feste Schuhe.
Presse-Informationen:
Ines Holzmüller, Florian Schröter und Franziska Wimberger
Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de
Pressemitteilung 1. Dezember 2025
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