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11. August 2026

Pressemitteilung

Bedeutende Bereicherung für Schloss Ehrenburg: Bayerische Schlösserverwaltung erwirbt Kunstwerke aus der ursprünglichen Ausstattung des Coburger Thronsaals

Im Jubiläumsjahr „200 Jahre Sachsen-Coburg und Gotha“ präsentiert die Bayerische Schlösserverwaltung einen bedeutenden Ankauf für Schloss Ehrenburg. Vergangenes Jahr erwarb sie bei einer Auktion zwei prachtvolle Kandelaber. Diese herrschaftlichen Leuchter stammen aus der ursprünglichen Ausstattung des Thronsaals der Ehrenburg. Nach ihrer Restaurierung stehen sie nun wieder im Thronsaal, vereint mit weiteren Kandelabern, wie zu Zeiten der Coburger Herzöge. „Wir freuen uns, den Thronsaal von Schloss Ehrenburg wieder in seiner authentischen Raumwirkung des 19. Jahrhunderts erlebbar zu machen“, sagt Hermann Auer, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Die Kandelaber, verziert mit geflügelten Viktorien – Engelsgestalten, die nach der römischen Siegesgöttin benannt sind –, entstanden im frühen 19. Jahrhundert in Paris und bestehen aus vergoldeter sowie patinierter Bronze auf hohen, verzierten Holzsockeln. Diese rund zweieinhalb Meter großen Standleuchter sind ein äußerst seltener Typus. Qualität und Ausführung erfüllen höchste Ansprüche. „Es kehren Meisterwerke ihrer Zeit in das Coburger Residenzschloss zurück“, erklärt Dr. Brigitte Langer, Leiterin der Museumsabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha (reg. 1806–1844) erwarb acht dieser majestätischen Kandelaber für den Thronsaal der Ehrenburg. Nach 1918 erhielt das Haus Sachsen-Coburg und Gotha im Rahmen der Abfindung des Herzogshauses zwei der acht Kandelaber, die nun nach Schloss Ehrenburg zurückgekehrt sind. Der Ankauf ermöglichte es der Bayerischen Schlösserverwaltung, den vollständigen Satz an Kandelabern im Thronsaal so zu positionieren, wie es aus dem 19. Jahrhundert überliefert ist. Aufnahmen des Coburger Hoffotografen Hermann Schwegerle und frühere Befestigungsspuren im Fußboden dienten als Orientierung. Die Spitzenstücke europäischer Bronzekunst stehen nun wieder vor den Wandpilastern (flachen, leicht hervortretenden Pfeilern an der Wand) des Thronsaals.

Im Thronsaal, dem ranghöchsten Raum nach höfischem Zeremoniell, erreicht die klassizistische Neueinrichtung des Coburger Schlosses durch Herzog Ernst I. ihren Höhepunkt. Unter einem Deckenfeld, das Motiven aus dem Pariser Tuilerien-Palast nachempfunden ist, reihen sich auf einem kunstvoll eingelegten Boden neben den monumentalen Pariser Kandelabern goldgefasste und samtbezogene Jacob-Desmalter-Möbel. Die Wände zieren Felder aus rotem Samt mit Goldstickerei. An der Längsseite überspannt ein Baldachin, flankiert von Säulen, die Position des Herrschers. Die Raummitte markiert ein kostbarer Kristalllüster.

Dieser sowie die Draperien – also der kunstvoll in Falten gelegte Stoffbehang – entlang der Fensterwand des Thronsaals wurden kürzlich von der Bayerischen Schlösserverwaltung aufwendig restauriert. Der Rückerwerb der beiden Kandelaber und die Neuaufstellung des vollständigen Ensembles verleihen dem größten und anspruchsvollsten Raum der klassizistischen Ausstattungsphase der Ehrenburg nun neuen, lange nicht gesehenen Glanz.

Sonderführung „Glänzende Neuigkeiten“ am 23. August

Am Sonntag, den 23. August, beginnt um 14.30 Uhr die Sonderführung „Glänzende Neuigkeiten“ in der Coburger Ehrenburg. Museumsreferent Dr. Matthias Memmel erzählt die glanzvolle Geschichte der herzoglichen Residenz und erklärt im prächtigen Thronsaal die Rückkehr der wertvollen Pariser Kandelaber.
Weitere Informationen, unter anderem zur Anmeldung, unter

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Angelika Urbach
Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190,


Pressemitteilung 11. August 2026