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30. April 2026
Mit der Ausstellung „Fürstliche Hochzeiten – Netzwerke für die Zukunft“ eröffnet die Bayerische Schlösserverwaltung die vierte und letzte Station ihres großen Forschungs- und Ausstellungsprojekts „WIRKSAM. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter“. Die Sonderschau auf der Burg Trausnitz in Landshut ist ab dem 30. April 2026 zu sehen. Sie widmet sich den Fürstenhochzeiten des Spätmittelalters von diplomatischen Verhandlungen über Heiratsvorbereitungen bis zu prunkvollen Festen. Dabei steht die Rolle der Frauen im Mittelpunkt.
„In der Sonderausstellung „Fürstliche Hochzeiten – Netzwerke für die Zukunft“ auf der Burg Trausnitz erleben unsere Besucherinnen und Besucher die Pracht der Fürstenhochzeiten und können dabei entdecken, wie aktuell das Spätmittelalter noch heute ist. Gleichzeitig bildet die Ausstellung den Abschluss unseres Verbundprojekts ‚WIRKSAM‘, das die bislang wenig beachteten Frauennetzwerke der Hohenzollern ins Licht rückt. Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bayerischen Schlösserverwaltung für ihr außerordentliches Engagement im gesamten Projekt sowie für die Umsetzung der aktuellen Ausstellung in Landshut und damit am Ort der berühmten Landshuter Hochzeit“, sagt der Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung Hermann Auer.
Die Ausstellung zeigt anhand großer Fürstenhochzeiten des 15. Jahrhunderts, welch hoher Aufwand für solche Feste im Mittelalter betrieben wurde – weit mehr als die romantisierten Vorstellungen unserer Gegenwart vermuten lassen. Spätmittelalterliche Fürstenhochzeiten basierten auf gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Überlegungen, jedoch nicht auf Liebe. Das heißt keineswegs, dass sich die Paare nicht verstanden oder es nur Zwang war. Die Ausstellung zeigt den oft langen Weg zur Ehe auf abwechslungsreiche Weise. Im Vordergrund stehen dabei die Damen, die die Besucherinnen und Besucher mit ihren jeweiligen Biographien und Funktionen als roter Faden durch die Ausstellung begleiten.
Hochkarätige Leihgaben, unter anderem aus dem Bayerischen Nationalmuseum und dem Oberhausmuseum Passau, veranschaulichen den Prunk und führen die Gäste beim Rundgang durch die Ausstellung in vergangene Zeiten. Ein besonderes Highlight stellt die sogenannte Brautkrone Herzogin Hedwigs dar. Künstlerische und gemeinschaftlich gestaltete Beiträge erweitern den historischen Zugang: Fiktive Porträts der Künstlerin Roxana Panetta von bedeutenden Frauen aus der Geschichte werden in Landshut zum ersten Mal gezeigt. Mithilfe der Sparkassenstiftung schufen zwei Landshuter Schulklassen unter Leitung von Stephanie Gilles ein interaktives Hands-on-Objekt, das Frauenpersönlichkeiten aus der Geschichte der Burg Trausnitz lebendig werden lässt.
Das von der Bayerischen Schlösserverwaltung ins Leben gerufene, innovative Gesamtprojekt WIRKSAM verbindet zehn authentische Wirkungsorte von Fürstinnen des 15. Jahrhunderts in Deutschland und Italien – von der Albrechtsburg in Meißen über das Humboldt Forum im Berliner Schloss bis zum Palazzo Ducale in Mantua. In dieser besonderen Projektstruktur spiegeln sich die historischen Frauennetzwerke der Hohenzollern wider und führen durch die Zusammenarbeit zu einer politischen wie kulturellen Neubewertung.
Die Ausstellung „Fürstliche Hochzeiten – Netzwerke für die Zukunft“ ist während der regulären Öffnungszeiten der Burg zugänglich und im Eintrittspreis enthalten. Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Präsentation. Bereits kurz nach der Eröffnung erwartet die Besucherinnen und Besucher ein einmaliges Event: Am 2. Mai findet abends ein Konzert spätmittelalterlicher Musik des Ensembles „Stella Nostra“ in den beeindruckenden Räumlichkeiten des Weinkellers auf der Burg Trausnitz statt. Ein spannendes Podiumsgespräch mit einer Hochzeitsplanerin schlägt am 7. Mai den Bogen in die Gegenwart. Führungen durch die Ausstellung mit dem Kuratorinnen-Team erlauben besondere Einblicke in die Ausstellung. Darüber hinaus finden Sonderveranstaltungen statt: Beispielsweise kommen die fürstlichen Frauen am 4. Juli um 18 Uhr auf dem Söller bei einer Lesung ihrer historischen Briefe mit einer teils witzigen, meist unerwarteten Einordnung selbst zu Wort. Im Juli diskutieren Expertinnen und Experten im Rahmen einer internationalen Tagung die bisherigen Ergebnisse des Projekts.
Alle Informationen auf der Website der Bayerischen Schlösserverwaltung: www.burg-trausnitz.de
Presse-Informationen:
Ines Holzmüller, Angelika Urbach und Franziska Wimberger
Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de
Pressemitteilung 30. April 2026
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