Presse > Pressemitteilung

7. Juli 2026

Pressemitteilung

Wie ein Phönix aus der Asche: 275 Jahre Grundsteinlegung des Cuvilliés-Theaters am 9. Juli 1751

Ein Schlüsseldatum der Bau- und Kulturgeschichte der Münchner Residenz

Für die Bau- und Kulturgeschichte der Münchner Residenz jährt sich in diesen Tagen ein bedeutendes Datum, an das die Bayerische Schlösserverwaltung erinnert: Vor 275 Jahren wurde im nordöstlichen Bereich des heutigen Max-Joseph-Platzes der Grundstein für jenes Gebäude gelegt, das im höfischen Leben des 18. Jahrhunderts eine unverzichtbare Rolle spielte: das (alte) Residenztheater.

Architekt dieses Neubaus war der kurbayerische Hofarchitekt François Cuvilliés d. Ä. (1695-1768), eine zentrale Gründergestalt des süddeutschen Rokoko. Der gebürtige Wallone hatte sich bereits mit Hauptwerken wie den Reichen Zimmern der Residenz und der Amalienburg im Schlosspark Nymphenburg einen Namen gemacht. Mit dem „Neu Opera-Hauß“ der Residenz, das er im Auftrag von Kurfürst Max III. Joseph zwischen 1751 und 1755 errichtete, schuf er sein spätes Meisterwerk und zugleich einen Höhepunkt europäischer Kunst des 18. Jahrhunderts.

Unter der Leitung von Cuvilliés entstand die Ausstattung des Opernhauses in den schwingenden Formen des Rokoko. Namhafte bayerische Kunsthandwerker und Künstler, darunter die Holzbildhauer Joachim Dietrich und Johann Baptist Straub, schufen einen detailreichen und phantasievollen Dekor.

Bis dahin besaß die Münchner Residenz kein eigenes Theatergebäude. Der „Hof“ besuchte damals das 1654 von Kurfürst Ferdinand Maria errichtete Salvatortheater oder den weitläufigen St.-Georgs-Saal aus dem 16. Jahrhundert. Im März 1750 zerstörte ein verheerender Brand diesen provisorischen Theatersaal und weitere ältere Residenzgebäude. Noch auf den rauchenden Trümmern beauftragte der junge Kurfürst seinen Hofarchitekten mit einem glanzvollen Neubau. Dieser sollte nicht nur prachtvoll sein, sondern auch modernste Brandschutzvorkehrungen erhalten.

Die Bauarbeiten begannen 1751 und dauerten bis 1755. Bereits am 12. Oktober 1753, dem Namenstag Max III. Josephs, konnte das Theater feierlich eröffnet werden. Zur Aufführung kam die barocke Festoper „Catone in Utica“ von Giovanni Ferrandini. Das neue Opernhaus wurde als „wiedererstandener Phönix“ gefeiert.

Das kostspielige Projekt war die bedeutendste Baumaßnahme der Regierungszeit Max III. Josephs in der Residenz. Für die höfische Gesellschaft hatte es hohe Priorität. Das Theater war im 17. und 18. Jahrhundert ein zentrales Medium fürstlicher Repräsentation. Der prächtige Zuschauerraum von Cuvilliés mit seinem farbigen Dreiklang aus Rot, Weiß und Gold und den übereinander gestaffelten Logen bildet bis heute die höfische Hierarchie architektonisch ab. Im Zentrum steht die reich geschmückte Kurfürstenloge.

Die weitere Geschichte dieses Rokoko-Kleinods verlief wechselhaft. Seit 1810 wuchs unmittelbar daneben der gewaltige Bau des klassizistischen Nationaltheaters empor. 1944 wurde das (alte) Residenztheater bei Bombenangriffen zerstört und brannte vollständig aus. Zuvor war es jedoch gelungen, die geschnitzten Logenverkleidungen auszubauen und damit das Herzstück der historischen Ausstattung zu retten.

Während am alten Standort das heutige Residenztheater entstand, konnte der historische Zuschauerraum an anderer Stelle neu eingebaut werden: im Apothekenstock der Residenz, den Leo von Klenze in den 1830er Jahren errichtet hatte. Pünktlich zum 800-jährigen Stadtjubiläum Münchens wurde das wiedererstandene Cuvilliés-Theater 1958 am Brunnenhof der Residenz wiedereröffnet.

Eine umfassende Sanierung in den Jahren 2005 bis 2008 hat wesentlich dazu beigetragen, dieses einzigartige Raumkunstwerk des 18. Jahrhunderts dauerhaft zu bewahren.

Informationen für Besucherinnen und Besuche

Eintrittskarten für die Residenz München und das Cuvilliés-Theater (5,- Euro regulär / ermäßigt 4,- Euro; Gesamtkarte Residenz (Residenzmuseum / Schatzkammer / Cuvilliés-Theater regulär 20,- Euro / ermäßigt 16,- Euro) Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18.Lebensjahr erhalten freien Eintritt) sind an der Museumskasse der Residenz sowie online im Ticketshop erhältlich.
Auch an der Kasse des Cuvilliés-Theaters (Zugang über den Brunnenhof der Residenz) sind Eintrittskarten für das Theater und Kombitickets erhältlich.

Öffnungszeiten (abhängig vom Probenbetrieb des Residenztheaters):

April bis 31. Juli
Montag bis Samstag: 14 bis 18 Uhr
Sonn- und Feiertage: 9 bis 18 Uhr
(letzter Einlass: 17 Uhr)

August bis 14. September
Montag bis Sonntag: 9 bis 18 Uhr
(letzter Einlass: 17 Uhr)

15. September bis 25. Oktober
Montag bis Samstag: 14 bis 18 Uhr
Sonn- und Feiertage: 9 bis 18 Uhr
(letzter Einlass: 17 Uhr)

26. Oktober bis März
Montag bis Samstag: 14 bis 17 Uhr
Sonn- und Feiertage: 10 bis 17 Uhr
(letzter Einlass: 16 Uhr)

Termine zu Themenführungen im Cuvilliés-Theater
weitere Informationen zur Residenz München

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Angelika Urbach
Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 7. Juli 2026