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20. Mai 2026
Eine fast 30 Jahre alte Agave im Nymphenburger Schlosspark steht kurz vor ihrer seltenen Blüte. Besucherinnen und Besucher können die Pflanze vor dem Eisernen Haus, in Bereich der historischen Pflanzenhäuser, bestaunen. Sie bietet einen außergewöhnlichen Blickfang im historischen Garten. Die Gärtnerinnen und Gärtner der Schloss- und Gartenverwaltung Nymphenburg rechnen damit, dass der imposante Blütenstand, bestehend aus zahlreichen zartgelben Einzelblüten, bis Ende Juli aufgehen wird. Solche Blüten sind äußerst selten – die letzte vergleichbare Blüte in der Bayerischen Schlösserverwaltung war 2014 im Hofgarten Ansbach zu bestaunen. Dieses Jahr werden gleich zwei Agaven blühen: Im Hofgarten Würzburg und im Nymphenburger Schlosspark.
Die Nymphenburger Agave gehört seit circa drei Jahrzehnten zum Kübelpflanzenbestand der Hofgärtnerei der Schloss- und Gartenverwaltung Nymphenburg und überwintert im Gewächshaus. Ihr Blütenschaft wächst aktuell rasant und misst nun etwa 1,80 Meter. Zum Vergleich: Eine Agave der Bayerischen Schlösserverwaltung erreichte 2012 im Hofgarten Ansbach eine Höhe von 6,36 Metern, die aufgrund ihrer Größe überregionales Interesse geweckt hatte.
Nach dem Aufblühen, das voraussichtlich für Ende Juli erwartet wird, bleibt die Blüte etwa vier Wochen sichtbar, bevor der Blütenstand langsam eintrocknet, aber seine Größe und Struktur behält. Wie bei Agaven üblich, stirbt die Pflanze nach der Blüte, da sie ihre ganze Kraft in den Blütenstand investiert hat. Mit ihrer spektakulären Blüte knüpft die Nymphenburger Agave an die Tradition botanischer Besonderheiten in höfischen Gärten an und begeistert Besucherinnen und Besucher des Schlossparks.
Schon früher galt die Blüte einer Agave als Sensation. Im 17. und 18. Jahrhundert kultivierte man sie als kostbare Besonderheit in höfischen Gärten. Erblühte eine Agave, dokumentierte man das Ereignis ausführlich – in Büchern, Zeitschriften, Kupferstichen oder sogar auf Münzen.
Auf einem Kupferstich von Wolfgang Kilian aus dem Jahr 1628, der heute im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek München ist, ist die Blüte einer Agave in Ansbach zu sehen. Der Text berichtet, die Pflanze habe „… einen dicken Stammen über sich getrieben, welcher innerhalb drey Monaten 24 Werckschuch hoch gewachßen …“. Diese Darstellung zeigt die Faszination der seltenen Blüte.
Ursprünglich stammt die Agave americana aus Mittelamerika und gehört zur Unterfamilie der Agavengewächse. Sie wird oft „Hundertjährige Aloe“ genannt, obwohl sie keine Aloe ist. Der Name entstand, weil man Agaven und Aloen wegen ihrer ähnlichen Blätter oft verwechselte. Agaven stammen aus Amerika, echte Aloen aus Afrika und Arabien.
Weitere Informationen zu Schlosspark und Schloss Nymphenburg finden Sie unter www.schloss-nymphenburg.de.
Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Angelika Urbach
Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de
Pressemitteilung 20. Mai 2026
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