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16. September 2026

Pressemitteilung

Textil-Restaurierung live erleben – Der Innenraum einer Gala-Kutsche im Marstallmuseum von Schloss Nymphenburg wird restauriert

Die Bayerische Schlösserverwaltung bietet im Marstallmuseum von Schloss Nymphenburg einen besonderen Einblick: Eine Restauratorin arbeitet vor Ort an der Restaurierung der Textilien des Karlsruher Stadtwagens von König Max I. Joseph aus den Jahren 1816/17. Die Expertin führt im Museum Konservierungsmaßnahmen an der Auskleidung und Polsterung im Inneren der Kutsche aus. Parallel dazu werden die beweglichen Objekte der Kutsche wie Teppich, Kissen und Vorhänge von einer weiteren Restauratorin in ihrer Werkstatt bearbeitet.

Besucherinnen und Besucher können bei den restauratorischen Arbeiten ab sofort von Montag bis Freitag während der regulären Öffnungszeiten des Marstallmuseums in der Wagenhalle West zusehen. Die Restaurierung erfolgt bis zum 25. September 2026, sowie zwischen dem 12. und 23. Oktober 2026.

Ziel ist es, die kostbaren Textilien des Innenraums, die bezogenen Fußtritte, Polster, Vorhänge sowie den Bodenteppich zu reinigen und zu sichern. Dafür arbeiten die Expertinnen mit feinen Pinseln und Staubsauger bei der Reinigung. Risse und Löcher in den Textilien werden mit farblich angepasster Seide unterlegt und mit dünnsten Nähfäden gesichert. Eine besondere Herausforderung sind die kleinen gerafften Taftvorhänge. Sie sind sehr fragil und bedürfen einer besonderen Restaurierungsmethode.

Die viersitzige „Berline“, 1816/17 in Karlsruhe als eleganter Stadtwagen gebaut und von König Max I. Joseph nach München gebracht, besticht durch ihre ungewöhnliche weiße Lackierung. Entsprechend bestehen die Auskleidung und Polsterung des Innenraums aus weißer Seide und Seidenborten. Farbliche Akzente setzt der bunte Knüpfteppich am Boden der Kutsche, die übrigens nicht als Hochzeitskutsche gedacht war.

Bereits im letzten Jahr wurden alle Holz-, Leder- und Metalloberflächen der Kutsche gereinigt, gefestigt und behutsam ausgebessert. Bemerkenswert fein sind die Malereien des Wappens und des Bandelwerks in Silber und Gold mit zarten Farbakzenten. Das Untergestell ist in Blau und Gold gehalten. Derzeit ist die restaurierte weiße Kutschbockdecke noch nicht montiert, sodass Besucherinnen und Besucher einen seltenen Blick auf die filigrane Konstruktion des Kutschbocks werfen können.

Dieser offene Werkstatteinblick gewährt allen Interessierten einen authentischen Eindruck von der anspruchsvollen Arbeit der Restauratorinnen und Restauratoren, die das historische Kulturerbe Bayerns bewahren.

Das Marstallmuseum

Mit über 40 repräsentativen Kutschen und Schlitten aus Wittelsbacher Besitz dokumentiert das Museum 300 Jahre fürstliche Wagenbaukunst. Prunkgeschirre, kostbares Reitzubehör und historische Bilddokumente lassen die höfische Welt des Reisens und Repräsentierens lebendig werden. Das Museum der Bayerischen Schlösserverwaltung zeigt außerdem die weltweit einzige Sammlung an Fahrzeugen von König Ludwig II.

Das Marstallmuseum war bis zum Zweiten Weltkrieg in der großen Reithalle (heute Marstalltheater) am Marstallplatz nahe der Münchner Residenz untergebracht. 1950 wurde das Marstallmuseum in den ehemaligen Stallungen des Nymphenburger Schlosses eingerichtet; es zählt zu den bedeutendsten seiner Art weltweit.

Weitere Informationen zum Nymphenburger Schloss und zum Schlosspark finden Sie unter .

Presse-Informationen:
Ines Holzmüller und Angelika Urbach
Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190,


Pressemitteilung 16. September 2026