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19. Mai 2026
Eine über 50 Jahre alte Agave americana, die „Hundertjährige Aloe“, im Hofgarten der Würzburger Residenz steht kurz vor ihrer seltenen Blüte. Besucherinnen und Besucher können die Pflanze auf dem Orangerieplatz südlich der Orangerie bestaunen. Sie bietet einen außergewöhnlichen Blickfang im historischen Garten. Die Gärtnerinnen und Gärtner rechnen damit, dass der imposante Blütenstand, bestehend aus zahlreichen zartgelben Einzelblüten, bis Ende Juli aufgehen wird. Solche Blüten sind äußerst selten – die letzte vergleichbare Blüte in der Bayerischen Schlösserverwaltung war 2014 im Hofgarten Ansbach zu bestaunen. Dieses Jahr werden gleich zwei Agaven blühen: Im Hofgarten Würzburg und im Schlosspark Nymphenburg.
Die Würzburger Agave gehört seit über fünf Jahrzehnten zum Kübelpflanzenbestand der Hofgärtnerei der Schloss- und Gartenverwaltung Würzburg und überwintert in der Orangerie. Ihr Blütenschaft wächst aktuell rasant: Innerhalb der vergangenen drei Tage legte er um 15 Zentimeter zu und misst nun etwa 1,70 Meter. Zum Vergleich: Eine Agave der Bayerischen Schlösserverwaltung erreichte 2012 im Hofgarten Ansbach eine Höhe von 6,36 Metern. Eine Messlatte an der Pflanze dokumentiert das tägliche Wachstum.
Nach dem Aufblühen Ende Juli bleibt die Blüte etwa vier Wochen sichtbar, bevor der Blütenstand langsam eintrocknet, aber seine Größe und Struktur behält. Wie bei Agaven üblich, stirbt die Pflanze nach der Blüte, da sie ihre ganze Kraft in den Blütenstand investiert hat. Doch ihr Fortbestand ist gesichert: Die Agave hat bereits „Kindel“, kleine Ableger, gebildet. Mit ihrer spektakulären Blüte knüpft die Würzburger Agave an die Tradition botanischer Besonderheiten in höfischen Gärten an und begeistert Besucherinnen und Besucher der Residenz.
Schon früher galt die Blüte einer Agave als Sensation. Im 17. und 18. Jahrhundert kultivierte man sie als kostbare Besonderheit in höfischen Gärten. Erblühte eine Agave, dokumentierte man das Ereignis ausführlich – in Büchern, Zeitschriften, Kupferstichen oder sogar auf Münzen.
Auf einem Kupferstich von Wolfgang Kilian aus dem Jahr 1628, der heute im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek München ist, ist die Blüte einer Agave in Ansbach zu sehen. Der Text berichtet, die Pflanze habe „… einen dicken Stammen über sich getrieben, welcher innerhalb drey Monaten 24 Werckschuch hoch gewachßen …“. Diese Darstellung zeigt die Faszination der seltenen Blüte.
Ursprünglich stammt die Agave americana aus Mittelamerika und gehört zur Unterfamilie der Agavengewächse. Sie wird oft „Hundertjährige Aloe“ genannt, obwohl sie keine Aloe ist. Der Name entstand, weil man Agaven und Aloen wegen ihrer ähnlichen Blätter oft verwechselte. Agaven stammen aus Amerika, echte Aloen aus Afrika und Arabien.
Der Hofgarten Würzburg ist ganzjährig ab 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit (längstens bis 20 Uhr) für Besucherinnen und Besucher kostenlos zugänglich. Die Residenz Würzburg ist bis Oktober für Besucherinnen und Besucher täglich von 9 bis 18 Uhr (von November bis März täglich von 10 bis 16.30 Uhr) geöffnet. Eintrittskarten für die Residenz Würzburg (regulär 10 €, ermäßigt 9 €) sind an der Kasse oder online erhältlich.
Weitere Informationen zur Residenz und zum Hofgarten Würzburg finden Sie unter www.residenz-wuerzburg.de.
Presse-Informationen:
Ines Holzmüller, Angelika Urbach und Franziska Wimberger
Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon 089 17908-180 und -160, Fax 089 17908-190, presse@bsv.bayern.de
Pressemitteilung 19. Mai 2026
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