8. Dezember 2005

Pressemitteilung

Auerochsen im Dienste der Schlösserverwaltung

Auerochsen sind reif für die Insel – Neues Beweidungsprojekt gegen Verbuschung / Rinderherde mit Fähre über den Staffelsee auf die Insel Wörth transportiert

Eine Herde Auerochsen hat auf der Insel Wörth ein neues Zuhause gefunden. Die Bayerische Schlösserverwaltung und der neue landwirtschaftliche Pächter für die Insel Wörth, Familie Frisch, haben am Donnerstag (8. Dezember) die Rinderherde mit einer Fähre über den Staffelsee auf die Insel transportiert.

Die Tiere werden auf der Insel für die Landschaftspflege eingesetzt. Das neue Beweidungsprojekt mit Auerochsen verhindert, dass die Insellandschaft verwildert. Zudem bleiben die artenreiche Flora und Fauna erhalten. "Die rund zehn Heckrinder bewahren die Wiesenflächen als wildlebende natürliche Rasenmäher vor dem Verbuschen", betonte die Leiterin der Schloss- und Gartenverwaltung Linderhof, Sigrid Stache.

Familie Frisch aus Steinberg bei Weilheim übernimmt mit ihren Rindern im Rahmen des neuen landschaftspflegerischen Beweidungsprojekts die Pflege der Wiesen-, Gehölze- und Waldflächen. Walter Frisch hat zusammen mit seiner Frau Ilka als Erster in Deutschland die Auerochsen für die landwirtschaftlich extensive Grünlandnutzung wiederentdeckt. Seit 1981 setzt er die Tiere als ganzjährig im Freien lebende Landschaftspfleger in Oberbayern ein. Er ist geschäftsführender Vorstand des Vereins zur Förderung der Auerochsenzucht (VFA) und hat bislang mit seiner Familie einen Gutshof in Steinberg bei Weilheim in Oberbayern betrieben. Über die Auswilderung seiner Tiere auf der Insel Wörth freute sich Frisch besonders: "Damit geht ein langgehegter Traum in Erfüllung."

Die Tiere, die durchschnittlich zwischen 500 und 800 Kilogramm wiegen, sind sehr robust und widerstandsfähig. Kälte und Schnee vertragen sie gut, deshalb bleiben sie auch den ganzen Winter über auf der Insel, die mit rund 35 Hektar die größte der sieben Inseln im Staffelsee ist. Neben den Forstflächen gibt es rund 16 Hektar Weidefläche sowie rund 6 Hektar Wald und Mähwiese, die schrittweise in das Landschaftspflegeprojekt einbezogen werden.

Auerochsen, die in einer Herde mit Stieren, Kühen und Kälbern leben, sind scheue Tiere und nicht aggressiv. Kühe verteidigen jedoch ihre Kälber gegen Füchse und Hunde. Die Schloss- und Gartenverwaltung Linderhof, die für Verwaltung und Pflege der Insel verantwortlich ist, sowie die Eigentümer der Auerochsen, Familie Frisch, bitten deshalb, auf die wildlebenden Rinder Rücksicht zu nehmen. An der Anlegestelle für Schiffe fordern künftig Schilder die Besucher auf, die durch Elektrozäune abgegrenzten Wege nicht zu verlassen und Hunde anzuleinen. Die Tiere werden sich auf einer nördlichen und einer südlichen Beweidungsfläche aufhalten. Bei Veranstaltungen wie beispielsweise an Fronleichnam kann die Herde dann in einen der beiden Bereiche umsiedeln.

Weitere Informationen und Pressebilder unter www.auerochsen.de

 

Presseinformationen:
Ines Treffler, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung, Öffentlichkeitsarbeit
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 8. Dezember 2005

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