19. Dezember 2006

Pressemitteilung

Neues Bild für Schloss Neuburg an der Donau

Zwei Gemälde aus Ottheinrichs Kunstsammlung wieder vereint

Das Museum "Fürstentum Pfalz-Neuburg" ist um ein Kunstwerk reicher. Nach 200 Jahren kehrt das Kinderbildnis der Erzherzogin Elisabeth von Habsburg aus der einst so reichen Gemäldesammlung des Pfalzgrafen und späteren Kurfürsten Ottheinrich (1502-1559) als Dauerleihgabe des Bayerischen Nationalmuseums nach Neuburg zurück. Im Schloss Neuburg wird es zusammen mit seinem Gegenstück präsentiert, dem Kinderporträt ihrer Schwester Anna, das die Bayerische Schlösserverwaltung vor einem halben Jahr erwerben konnte.

Beide Bilder befanden sich bis ins 19. Jahrhundert in Schloss Neuburg. Sie runden nun die Präsentation einer ganzen Reihe kostbarer Renaissanceporträts aus der Sammlung Ottheinrichs ab. Die vollständig neu gestalteten Museumsräume eröffnete Finanzminister Kurt Faltlhauser im Juni 2006.

Elisabeth und Anna – zwei Erzherzoginnen kehren nach Neuburg zurück

Die beiden Kinderbildnisse zeigen die Erzherzoginnen Elisabeth und Anna von Habsburg, die Töchter von König Ferdinand I. und seiner Gemahlin Anna von Böhmen und Ungarn. Gemalt wurden sie wohl bald nach 1530 vom Hofmaler des Königs und späteren Kaisers, Jakob Seisenegger (1505-1567). Es war ein besonderer Glücksfall, dass die Bayerische Schlösserverwaltung im Juni 2006 das verschollen geglaubte Porträt der zweijährigen Erzherzogin Anna von einem Privatsammler erwerben konnte, der es 2003 auf einer Auktion in New York ersteigert hatte. Das Pendantbild der vierjährigen Elisabeth wurde nun im Bayerischen Nationalmuseum sorgfältig restauriert und für Neuburg als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Auf Holztafeln und im goldenen Brokatkleide

Die beiden zauberhaften Bildnisse, gemalt wie damals üblich auf Holztafeln, zeigen die beiden Königskinder standesgemäß in goldenen Brokatkleidern, mit Perlenschmuck und geknüpften goldenen Hauben. Anna hält in ihren Händen einen kleinen Vogel. Der Malstil verbindet die alpenländische Tradition der Donauschule mit Einflüssen der italienischen Renaissance. Anna (1528-1590) wurde später die Gemahlin des bayerischen Herzogs Albrecht V., dem Begründer der Münchner Residenz. Elisabeth (1526-1545) war schon als Kind dem späteren polnischen König Sigismund August versprochen worden, starb aber nach kurzer Ehe früh.

Die Porträts sind zeitgenössische Wiederholungen der Bildnisse der Kinder König Ferdinands, die Jakob Seisenegger 1530 auf dem Reichstag in Augsburg malte und die sich heute in der Sammlung des Mauritshuis in Den Haag befinden. Auch Ottheinrich hatte am Augsburger Reichstag teilgenommen und vielleicht hier Kontakte zu Seisenegger geknüpft, um seine Bildersammlung zu erweitern. Seisenegger genoss am Hof Ferdinands den Ruf als erster Porträtmaler seiner Zeit. Berühmt ist sein 1532 in Bologna gemaltes Porträt Kaiser Karls V. in ganzer Figur mit Hund im Kunsthistorischen Museum in Wien.

Das Museum "Das Fürstentum Pfalz-Neuburg"

Der Museumstrakt "Das Fürstentum Pfalz-Neuburg" in Schloss Neuburg an der Donau wurde nach der erfolgreichen Landesausstellung 2005 im Juni 2006 in neuer Konzeption und Gestaltung eröffnet. Das eindrucksvolle Panorama über vier Jahrhunderte fürstlicher Kunst und Geschichte entfaltet sich in den einstigen Wohn- und Staatsräumen der Pfalz-Neuburger Fürsten. Rund 550 Kunstwerke – Porträts und wertvolle Bildteppiche, Waffen, Möbel und kostbares Kunsthandwerk – veranschaulichen ein spannendes Kapitel pfalz-bayerischer Geschichte. Zur Besichtigung des prachtvoll renovierten Schlosses lädt auch die 2005 eröffnete die Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen "Flämische Barockmalerei" ein, mit Meisterwerken von Peter Paul Rubens, Jan Brueghel d. Ä., Anthonis van Dyck und vielen anderen Meistern.

 

Presse-Informationen:
Ines Treffler, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung
Telefon (0 89) 1 79 08-160, Fax (0 89) 1 79 08-190, presse@bsv.bayern.de


Pressemitteilung 19. Dezember 2006

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